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Leichtathletik-DM in Ulm

Der tragische Silverstar

Was für ein Drama: In einem packenden Thriller über 110 Meter-Hürden wird Gregor Traber (LAV Stadtwerke Tübingen) auf den letzten Metern die Goldmedaille aus der Hand gerissen. Dennoch zeigt der Auftritt in Ulm, dass dem 21-Jährigen bei der Europameisterschaft wieder alles zuzutrauen ist.

27.07.2014
  • ST

Ulm. Im Moment, als Gregor Traber seinen Oberkörper mit letzter Kraft über die Ziellinie wuchtet, dreht er seinen Kopf sofort nach links. Auf Bahn drei reißt dort Titelverteidiger Matthias Bühler (LG Offenburg) intuitiv seine Arme in die Höhe und springt dann vor Freude auf den Zaun zu seinen Fans. Das Zielfoto bringt endgültig Gewissheit: das fünfte DM-Gold für Bühler. 13,20 Sekunden. Nie war es so knapp wie diesmal. Eine Fußlänge, drei Hundertstel Sekunden fehlen Traber am Ende. Ein Hauch von nichts, selbst im Sprint. Als Traber in die Mixed Zone zu den Journalisten trottet, hadert er zunächst noch kurz: „Ich wollte hier heute gewinnen. Der Sieg wäre definitiv drin gewesen.“ Doch dann die Einsicht: Das war mein bester Lauf in dieser Saison. Ich kann mir nichts vorwerfen, denn ich habe heute meine Leistung gezeigt.“

Bereits im Vorlauf hatte Traber in persönlicher Saisonbestleistung von 13,49 Sekunden als Zweiter seine Form angedeutet. Im Finale kam Traber dann etwas verhalten aus den Blöcken (sechstbeste Reaktionszeit). Doch dann zündete er seinen Turbo, lag bis zu den letzten Hürden knapp in Führung – und wurde schließlich doch noch von Bühler eingeholt. Das Rennen, mit allen Auf und Abs, war fast ein Spiegelbild der bisherigen Saison des blonden Hünen. Rückenprobleme warfen Traber immer wieder zurück, er konnte deswegen lange nur dosiert trainieren und wenige Wettkämpfe bestreiten. „Im Juni war ich noch raus, auch vom Kopf her. Ich hatte immer nur Schmerzen. Die ganze Saison war in Gefahr“, sagt Traber, der durch eine spezielle Rücken-Therapie nun wieder schmerzfrei Sport betreiben kann. Nun, knapp drei Wochen vor dem Saisonhöhepunkt mit der Europameisterschaft in Zürich, scheint Traber exzellent in Form zu sein. Seine Finalzeit von Ulm, 13,23 Sekunden, ist ein dickes Ausrufezeichen. Trotz des starken Rückenwindes (+3,4 m/s), der dazu führte, dass die Zeit nicht als persönliche Bestleistung anerkannt wird. Traber: „13,23 ist eine immense Zeit. In Zürich will ich ins erst einmal ins Halbfinale kommen. In einem Finale wäre dann natürlich alles möglich.“ Gregor Traber, dem tragischen Silverstar von Ulm, ist bei der EM in der Schweiz alles zuzutrauen.

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27.07.2014, 12:00 Uhr

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