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13.12.2014
  • dhe

Er schreibt Kolumnen über den Verfall der Kultur für eine Provinzzeitung und sieht sich als werdender Schriftsteller.

Aydin gibt sich gern als abgeklärter Denker, der die Drecksarbeit von seinem Verwalter Hidayet (Ayberk Pekcan) erledigen lässt und auch nichts dafür kann, was dabei herauskommt, wenn der Anwälte und Gerichtsvollzieher einschaltet. Tatsächlich befindet sich Aydin in einem Kleinkrieg mit fast allen Menschen, mit denen er zu tun hat. Der scheinbar völlig willkürliche Einbruch der Gewalt, als ein Stein gegen seine Autoscheibe knallt, trifft ihn so unvorbereitet wie den Zuschauer.

Das Glück scheint in diesem Film jenen vorbehalten, die weiterziehen können wie die Gäste des Hotels – weil sie in keiner Weise an diesen versteinerten Ort gebunden sind. Für die anderen bleibt das Weggehen eine vergebliche Sehnsucht wie einst für die Figuren Tschechows. Aydin, seine junge Frau Nihal (Melisa Sözen) und seine Schwester Necla (Demet Akbag) stecken in einem Morast verfestigter Frustrationen und sind doch Profiteure der Verhältnisse, in denen sie leben.

In höhlenähnlichen Interieurs verbeißen sie sich in destruktiven Dialogen. Es ist jedes Mal wie ein rettendes Auftauchen aus der klau-strophobischen Enge, wenn Regisseur Nuri Bilge Ceylan Weitwinkelaufnahmen der spektakulären Landschaft einblendet – selbst wenn sich draußen ebenfalls nur eine eisige Winterszenerie ausbreitet. Der Humor aus seinem großartigen Vorgängerfilm „Once Upon a Time in Anatolia“ scheint Ceylan gründlich vergangen.

Der anarchische Ex-Knasti Ismail (Nejat Isler) und sein Sohn sind die einzigen, die einen unbestechlichen Blick auf die Verhältnisse richten. Am ungeschorensten kommen die dienstbaren Geister davon: Verwalter Hidayet und seine Frau Fatma (Rabia Özel als Haushälterin Aydins). Sie hadern nicht mit sich selbst und dürfen eine winzige Prise Burleske beisteuern (ab 6).

Der türkische Cannes-Winner „Winterschlaf“ (im Kino Arsenal)

Verblendeter Patriarch

Die bizarren Steinformationen sehen aus wie ein surrealer Ort, doch es handelt sich um die bizarre Tuffsteinlandschaft Kappadokiens. Auf einem schmalen Pfad geht ein Mann im dunklen Mantel. Der ehemalige Schauspieler Aydin (Haluk Bilginer) ist Besitzer des Hotels in der Gegend und weiterer Immobilien. Glück bringt ihm sein ererbter Wohlstand nicht.

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13.12.2014, 12:00 Uhr

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