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Der vierte Tübinger OB-Kandidat

Hermann Saßmannshausen kennen viele in Tübingen vom Sehen: auf der Straße, bei Diskussionen oder Kulturveranstaltungen. Völlig unbekannt war der 57-Jährige aber bis Dienstag in der Politik. Jetzt ist er Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters.

25.09.2014

Tübingen. Als das SCHWÄBISCHE TAGBLATT unter der Adresse des ersten Wohnsitzes in Albstadt anruft, nimmt Leonhard Saßmannshausen ab. Der weiß noch nichts von der Kandidatur seines Bruders und lacht spontan, ehe er sagt: „Na dann, soll er.“ Hermann Saßmannshausen schätzt seine Chancen selbst als gering ein. Aber seine Kandidatur meint er dennoch ernst. Zumindest auf Themen will er aufmerksam machen. Und immerhin hat der Kurzentschlossene es geschafft, in den sechs Tagen zwischen seiner Entscheidung und Ende der Bewerbungsfrist alle Unterlagen zu besorgen, so dass er als ordentlicher Kandidat auf dem Stimmzettel für die OB-Wahl am 19. Oktober steht.

Saßmannshausen lebt seit 1985 mit zweitem Wohnsitz in Tübingen, davor acht Jahre lang in Kirchentellinsfurt. Er hat Russisch, Politik, Soziologie, Geschichte und zuletzt Psychologie studiert – alles jedoch ohne Abschluss. „Ich musste Geld verdienen und musste deshalb abbrechen“, erklärt der 57-Jährige den Lebenslauf. Viele Jahre habe er in Fahrradläden gearbeitet, als Mechaniker wie als Verkäufer, dann seine Eltern gepflegt. Heute sei er Lagerist bei der Firma Zeltwanger. Ehrenamtlich ist Saßmannshausen aktiv als Vorsitzender des Radsportverbands Achalm, zu dem die Kreise Tübingen und Reutlingen gehören.

„Für Politik habe ich mich schon immer interessiert“, sagt der älteste der vier OB-Kandidaten. Engagiert habe er sich allerdings nie, sei auch in keiner Partei. Und wo verortet er sich politisch? „Sicher nicht im rechten Spektrum“, antwortet Saßmannshausen, „das Soziale liegt mir am Herzen“. Beispielsweise hegt er die Idee eines Bürgerzentrums für alle – wie das Café Hirsch, nur nicht allein für Senioren. Flüchtlingen müsse geholfen, Sportvereine und Kulturinitiativen unterstützt werden. Die Kultur sieht der Nutzer der Angebote vernachlässigt, nicht erst seit Boris Palmer regiere.

Besonders wichtig sind dem Radler Verkehrsthemen. „Die Radwege in Tübingen sind oft Alibiwege“, kritisiert er. Die Regionalstadtbahn will der Lagerist nicht durch die Innenstadt zu den Unikliniken führen, sondern an der Rosenau vorbei. Dass zentrale Haltepunkte dann nicht angesteuert werden können, stört ihn nicht. Dafür gebe es Busse.

Besonders ärgert Saßmannshausen der Abriss des Hauses Mühlstraße 3. „Das wäre mit mir nicht gegangen.“ Zudem seien dabei wertvolle Figuren mutwillig von Baggerfahrern zerstört worden.

Ein Programm hat Saßmannshausen bisher nur handschriftlich auf einem Zettel. Aber Flyer und Plakate sind geplant.

Der vierte Tübinger OB-Kandidat
Hermann Saßmannshausen will Tübinger OB werden. Bild: Metz

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25.09.2014, 12:00 Uhr

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