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Berlin

Dercons Berufung auf Prüfstand

Kaum ist Klaus Lederer als Kultursenator designiert, wird wieder über den neuen Chef der Volksbühne diskutiert.

18.11.2016
  • DPA

Berlin. Die umstrittene Berufung des belgischen Museumsmachers Chris Dercon zum neuen Intendanten der Berliner Volksbühne kommt unter dem neuen rot-rot-grünen Senat auf den Prüfstand. Das hat der designierte Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Linke) angekündigt. Im Wahlkampf hatte er sich mit dem Protest der Theatermitarbeiter solidarisch erklärt.

„Auf alle Fälle muss man darüber nachdenken, was für die Volksbühne das Beste ist“, sagte Lederer (42) zu radioeins. „Und da werden wir – der bisherige Kultursenator Michael Müller und ich – uns mal zusammensetzen und gucken, wo da die Spielräume sind und was man da noch machen kann.“

Chris Dercon soll 2017 den langjährigen Intendanten der Volksbühne, Frank Castorf, ablösen. Kritiker fürchten, dass das traditionsreiche Theater dadurch zu einer „Eventbude“ wird. Unter den Mitarbeitern brach ein Proteststurm los. Der dpa sagte Dercon: „Wir freuen uns und sind sehr neugierig, Klaus Lederer kennenzulernen, ihm unsere Pläne vorzustellen und uns mit ihm auszutauschen, auch und gerade weil wir wissen, dass ihm die Volksbühne ganz besonders am Herzen liegt.“

Die Grünen-Abgeordnete Sabine Bangert forderte angesichts der verfahrenen Situation einen Runden Tisch. „Nötig ist eine einvernehmliche Lösung. Es muss Schluss sein mit Alleingängen“, sagte sie. Es sei „schlechter Stil“, dass die Politik aus den Medien von Dercons Plänen erfahre, am früheren Flughafen Tempelhof ein mobiles Theater einzurichten.

„Allen gerecht werden“

Lederer wollte sich auf Anfrage nicht weiter äußern. Dem RBB-Inforadio sagte er, es gehe darum, die gesellschaftspolitische Tradition der Volksbühne zu erhalten. Zugleich habe auch Dercon seine Fähigkeiten. „Da wird man gucken müssen, wie alle an der Stelle, wo sie die Richtigen sind, auch das machen können, was sie machen wollen.“

Sein Sprecher betonte, Lederer habe Interesse an einer Lösung, die allen in der Stadt gerecht werde. „Er will keinen Krieg, es soll keine Sieger und keine Verlierer geben.“ Dercon bereitet allerdings schon sein Programm für die nächste Spielzeit vor. Dafür hat er dieses Jahr 564 000 Euro und kommendes Jahr 1,66 Millionen Euro zur Verfügung.

Lederer, promovierter Jurist, soll am 8. Dezember als neuer Berliner Kultursenator vereidigt werden. Das Land bekommt damit erstmals seit zehn Jahren wieder ein eigenständiges Kulturressort – verbunden mit der Europapolitik. Er soll für jede der zwei Aufgaben einen Staatssekretär erhalten. dpa

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18.11.2016, 06:00 Uhr

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