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Neue Medien

Design-treu auch auf Kaffeetassen

Große Franchise-Unternehmen wie der Makler Engel & Völkers oder auch eine Naturschutzorganisation wie der Nabu mit vielen lokalen Gruppen haben dasselbe Problem: Ihre Marke soll überall gleich aussehen. Die Tübinger Firma d-serv hat dafür eine Lösung.

24.10.2014
  • TEXT: Mario Beisswenger | FOTO: Ulrich Metz | GRAFIK: Unternehmen

Das Corporate Design einer Firma oder einer Institution ist einmalig,“ sagt Pietro Triscari, Geschäftsführer der Tübinger Firma d-serv. Ob man das Design kopiert, in andere Formen bringt, auf eine Kaffeetasse druckt, in einem Katalog oder einer Anzeige verwendet, man sollte es auf Anhieb wiedererkennen.

Hier setzt d-serv an, in dem es eine „ci-book“ genannte Web-to-Print-Software entwickelte. Über eine einfach zu bedienende Oberfläche kann die Kundschaft das einmal festgelegte Firmen-Design auf beliebige Träger transformieren und eigene Inhalte einfügen, ohne dass sich die CI, die Corporate Identity, verändert und so verloren geht. Für Booklets, Infobroschüren, Visitenkarten, Prospekte oder Plakate braucht es keine Grafiker oder Werbeagenturen.

Technisch steckt hinter all dem die Technologie von Adobe Flex und In-Design Server Rendering. „In-Design ist absoluter Industriestandard“, sagt Triscari. Ein mächtiges Programm, mit dem sich grafisch fast alles machen lässt. Doch das Handbuch dazu ist zentimeter-dick, die Aufgabe, sich darin einzuarbeiten, ist zeitraubend. D-serv nimmt das seinen Kunden ab. Beim Entwickeln der Software fügte die in der Reutlinger Straße beheimatete Firma noch weitere Funktionen dazu. „Im Sommerkatalog von Daimler rutscht zum Beispiel kein Winterreifen rein“, sagt Geschäftsführerkollege und Mit-Gründer Cevat Tipieser. „Solche Funktionen werden mit den Kunden zusammen entwickelt.“

Die Liste der Namen, für die d-serv arbeitet, ist beeindruckend. Neben Daimler gehört Porsche dazu und andere Autobauer, der Immobilien-Franchiser Engel & Völkers, Absolut Wodka oder der Heizungsanlagenbauer Viessmann. Alle sind mit dem gleichen Problem konfrontiert: Das optische Auftreten der Firma soll trotz Anpassungen von Franchisenehmern und eigenen Kampagnen von Filialen oder Auslandsvertretungen immer dasselbe, immer wiedererkennbar bleiben.

Gar nicht so einfach, wenn dabei Texte übersetzt werden – oder gerne mal länger werden, als vorgesehen. Das Logo des Unternehmens wird manchmal irgendwo noch reingequetscht und dabei verzerrt. Das alles vermeidet das an jeden Kunden anpassungsfähige Programm von d-serv. „Je weniger Fehler ich machen kann, desto sicherer ist mein Print-Out, meine Anzeige oder Visitenkarte“, sagt Tipieser.

Deutlich mehr als die Hälfte des Firmenumsatzes macht d-serv mit diesem einen Produkt. Daneben ist die Firma mit aktuell 15 Mitarbeitern aber auch noch traditioneller IT-Dienstleister. So hat sie auch 1999 angefangen. „Wir waren für alle Bereiche der IT zuständig, vom Kabelverlegen bis zum Webseiten bauen“, erzählt Triscari aus den Anfangsjahren. Heute unterstützt das Unternehmen Büros als Systemadministrator oder springt ein, wenn ein Projekt für die ITler einer Firma zu groß wird. Das geht bis zur Planung der Server-Architektur für Cloud-Dienstleistungen.

Dieser Zweig der Firma erdet sein Unternehmen, findet Triscari, sorgt für die lokale Verwurzelung. Er lebt zwar nun in Stuttgart, aber wie der Tübinger Tipieser hat er in Tübingen studiert und hängt an der Stadt.

Den Anfang mit der Programm-Entwicklung machte die Tübinger Ratingagentur PSR, die inzwischen in der Berliner Scope AG aufgegangen ist. Sie residierte im gleichen Haus hinterm Parkhaus Metropol. D-serv half bei der IT und entwickelte die Bewertungssoftware, mit der das Unternehmen Firmen analysiert.

Mit dem Know-how traute sich die Firma dann zu, einen Auftrag für Daimler anzunehmen. Die wollten damals eine anwenderfreundliche, sichere Lösung für das Web-to-Print-Problem. D-serv hat das hinbekommen und daraus seit 2011 die ci-book-Lösung entwickelt. Eigentlich ganz einfach, sagt Triscari: „Das Design wird nicht verwurstelt und kann immer wieder verwendet werden.“

Design-treu auch auf Kaffeetassen
Die grüne Fee im Hintergrund steht für das magische Versprechen der Tübinger d-serv: Einmal entwickeltes Design kommt ohne Verluste auf alle gewünschten Formate. Die an die Kunden angepassten Lösungen erarbeiten die Mitarbeiter, die sich um die beiden Geschäftsführer Cevat Tipieser (vorn auf dem Tisch sitzend) und Pietro Triscari (im roten Hemd) gruppieren.

Design-treu auch auf Kaffeetassen
Diese Herren stehen vor einem Problem. Eigentlich war abgesprochen, ein Kreuz im typischen Firmen-Design in der Kirche aufzuhängen. Wie das genau aussehen soll, steht schon länger fest. Bei der lokalen Adaption der Vorgabe kam es aber zu leichten Abweichungen in Richtung Frauenbewegung. Mit dem Werkzeug der Tübinger Firma d-serv wäre das nicht passiert.

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24.10.2014, 12:00 Uhr

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