Kriminalität

Mysteriöse Explosionsgeräusche über Horb sind aufgeklärt

Die Polizei ermittelte am Donnerstag einen 26-jährigen Tatverdächtigen, der seit Anfang des Jahres für etliche Detonationen verantwortlich sein soll. Bei ihm wurden pyrotechnische Gegenstände gefunden. Die heiße Spur führte über einen Zeugen.

11.08.2022

Von Dagmar Stepper

Seit Anfang des Jahres wurden in der Region immer wieder Detonationsgeräusche gemeldet. Die Polizei hat nun einen 26-jährigen Mann ermittelt. Bild: Karl-Heinz Kuball

Seit Anfang des Jahres wurden in der Region immer wieder Detonationsgeräusche gemeldet. Die Polizei hat nun einen 26-jährigen Mann ermittelt. Bild: Karl-Heinz Kuball

Um den Schlaf gebracht wurden seit Anfang des Jahres immer wieder etliche Horberinnen und Horber: Mysteriöse Explosionsgeräusche donnerten in der Nacht, den Ursprung konnte niemand erklären. Die Vermutungen reichten von Steinbruchsprengungen über Wilderer bis zu tektonischen Bewegungen. Doch das war alles weit gefehlt, wie jetzt Ermittlungen der Polizei ergaben.

Bei einer Durchsuchung am Morgen des 10. August wurde in einer Wohnung in Horb in Sache ungeklärter Detonationen ein Beschuldigter und zahlreiche Pyrotechnik festgestellt. Die Horber Polizei war mit drei Streifenwagen im Einsatz. Die heiße Spur führte über einen Zeugen, der etwas Verdächtiges festgestellt hat. Das teilt Staatsanwältin Sama Martina auf Anfrage der NECKAR-CHRONIK mit. „Nach aufwändiger Ermittlungsarbeit konnte mit der Unterstützung von Zeugen ein 26-jährige Tatverdächtiger ermittelt werden, welcher in dringendem Verdacht steht, mittels Pyrotechnik diese Detonationen verursacht zu haben“, heißt es in der Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Der Beschuldigte stehe ebenfalls in dem dringenden Verdacht, einen Brand in der Vorwoche verursacht zu haben. Bei der Wohnungsdurchsuchung wurden zahlreiche teilweise in Deutschland nicht frei erwerbliche pyrotechnische Gegenstände sowie kiloweise sogenanntes „Bengalo-Feuer“ sichergestellt.

In diesem Zusammenhang konnten zudem Betäubungsmittel bei dem Beschuldigten festgestellt und sichergestellt werden. Gegen den 26-Jährigen wird nun ein Ermittlungsverfahren unter anderem wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz und wegen fahrlässiger Brandstiftung geführt.

Die Ermittlung des Tatverdächtigen ist einem Polizeibeamten zu verdanken, der sich laut Staatsanwältin Martina des Sachverhalts intensiv angenommen und die ersten Ermittlungen eigenverantwortlich übernommen hat. Der Tatverdächtige habe sich beim Eintreffen der Polizei kooperativ verhalten und sitze nicht in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen zum Gesamtgeschehen dauern noch an, dafür werden mehrere Beamte eingesetzt.

Doch was erwartet den 26-Jährigen? Dazu erklärt Staatsanwältin Martina, für fahrlässige Brandstiftung sei beispielsweise eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe vorgesehen. „Allerdings ist jeder Fall individuell zu betrachten und gegebenenfalls zu sanktionieren“, betont sie.

Zu den Beweggründen des 26-Jährigen machen Polizei und Staatsanwaltschaft keine Angaben, auch nicht zu persönlichen Daten des Tatverdächtigen oder ob er bereits ein Geständnis abgelegt habe. „Wir bitten um Verständnis, dass wir zu Inhalten aus den laufenden Ermittlungen derzeit noch keine Angaben machen können.“

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Erstellt:
11.08.2022, 15:15 Uhr
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zuletzt aktualisiert: 11.08.2022, 15:15 Uhr

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