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Spezialisten fürs Bädle

Dettenhäuser Freibad kriegt neue Folie, Technik – und auch neuen Kinderbereich

Überraschend einmütig votierten die Dettenhäuser Räte für die längst fällige Teil-Sanierung und Modernisierung ihres kleinen Freibads im Schaichtal. Rainer Wizenmann rief gar zu einer Art Bürgeraktion auf – alle sollen mit anpacken.

10.12.2014
  • Ernst Bauer

Dettenhausen. Was hat Dettenhausen mit Werbach-Wenkheim im Taubertal gemeinsam? „Ähnliche Verhältnisse“, meinte im Dettenhäuser Gemeinderat am Dienstagabend der Gerlinger Diplomingenieur Jochen Rausenberger – was die Sanierungsbedürftigkeit des kleinen Freibads anlangt. In Wenkheim hieß es allerdings: „Schwimmbad in Not, Gemeinde im Streit.“ In Dettenhausen, konstatierte der Bäderspezialist, gehe es da vergleichsweise friedlich zu.

Überraschend war in der Tat die Einmütigkeit, mit der jetzt der Rat die Sanierung auf den Weg brachte – indem er das Büro Richter + Rausenberger mit der Planung des ersten Bauabschnittes beauftragte: Kombibecken und Badewassertechnik. Erstaunlich exakt hatten die Gerlinger dafür schon die Kosten ausgerechnet: 658.000 Euro. Gleichwohl nur eine Schätzung bisher. Für den zweiten Abschnitt – die Sanierung des Kinderbereichs – stellten sie zwei Varianten zur Diskussion, die nun im Zuge der Planung vollends ausgefeilt werden sollen: ein Sechseck-Becken mit vielen Spielmöglichkeiten und einem in den Hang eingebauten Bachlauf – für 186.000 Euro. Auf 126.000 Euro würde die weniger aufwendige Variante kommen, mit einem rechteckigen Becken und ohne Wasserlauf. Architektin Julia Leibiger stellte auf alle Fälle fest, dass der bisherige Kinderbereich im Dettenhäuser Bädle nicht mehr gerade kindgerecht ist: „Wir empfehlen, das Becken abzureißen und neu aufzubauen.“

Was das „große“ Kombibecken – mit 375 Quadratmeter Wasserfläche – betrifft, so ist laut Leibiger die Grundkonstruktion zwar „noch in Ordnung“; aber die Folie ist kaputt, die Überlaufrinne funktioniert nicht mehr. „Das Becken muss saniert werden.“ Die Planer schlagen eine Version mit Betonfertigteilen vor, in das Filtersystem muss voraussichtlich auch einiges investiert und die veraltete technische Ausrüstung in jedem Fall erneuert werden.

Er wolle das Bädle natürlich erhalten, „aber das müssen wir uns auch leisten können“, meinte Rathauschef Thomas Engesser. Dazu brauche man nun „belastbare Zahlen“. Roland Aberle (FWV) fragte nach weiteren Kostenrisiken. Antwort Rausenbergers: „Die schätze ich sehr gering ein.“ Die möglichen Eigenleistungen – danach fragten Thomas Wheeler-Schilling (SPD) und weitere Räte – mochte der Gerlinger Ingenieur aber nicht abschätzen. Er nannte nur als leuchtendes Beispiel das eher unruhige Wenkheim: „Das habe ich noch nie erlebt, die haben rund eine viertel Million in Eigenleistung erbracht!“

Einen flammenden Appell an alle Mitbürger/innen, sich bei der Bädles-Sanierung zu engagieren, richtete FWV-Rat Rainer Wizenmann: „Es ist ein Teil von Dettenhausen! Wir haben einen sehr engagierten Bädlesverein, das muss aber als Gemeinschaftsprojekt der gesamten Gemeinde laufen.“ Jeder müsse sagen: „Das Freibad ist unser“ – und könne was tun, ob in Eigenleistung oder mit finanzieller Beteiligung.

Dettenhäuser Freibad kriegt neue Folie, Technik – und auch neuen Kinderbereich
Blauer Fleck in grüner Landschaft, 25-Meter-Becken mit großer Liege- und Spielweise im Schaichtal: das Freibad in Dettenhausen. Archivbild: Grohe

Dettenhäuser Freibad kriegt neue Folie, Technik – und auch neuen Kinderbereich

  • „Schnatterrike“ heißt das neue Maskottchen des Dettenhäuser Freibadvereins (siehe auch nebenstehendes Bild). Die Hirschente steht auf der Theke an der Freibadkasse und könne dort, so die Bädlesbetreiber, „bewundert und gefüttert werden“ – sie möge besonders Euro-Münzen und Scheine.
  • >Das kleine Freibad im Schaichtal wird vollkommen mit Solarzellen beheizt. Weil das Becken nachts abgedeckt wird, können im Sommer durchgehend Wassertemperaturen von 24 Grad erreicht werden.
  • >Der Gesangverein baute 1933 größtenteils in Eigenleistung das erste „Bädle“ oberhalb der früheren Mühle; die Anlage verfiel im Krieg. Nach 1946 übernahm es die Gemeinde und setzte das Freibad instand. 1969 wurde es erneuert und vergrößert; es entstand sogar ein DLRG-Stützpunkt.
  • >Der Bädlesverein – Förderverein Freibad Dettenhausen e.V. – hat inzwischen mehr als 150 Mitglieder und setzt sich seit 2006 für den Erhalt des kleinen kommunalen Bades ein – das immer mal wieder von der Schließung bedroht war, momentan aber die Rückendeckung von Gemeindeverwaltung und Gemeinderat hat (siehe oben).
    Weitere Infos unter freibad-dettenhausen.de.

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10.12.2014, 12:00 Uhr

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