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Bärenareal wird bald bebaut

Dettenhäuser Gemeinderat beschließt einstimmig die Auslegung der Pläne

Noch vor Weihnachten kann es sich jeder Bürger angucken, was aus dem geschichtsträchtigen „Bärenareal“ an der Dettenhäuser Hauptstraße werden soll. Kein ehemaliger Zoo oder Zirkus – die einstige Gaststätte dort hieß „Zum Bären“. Der Gemeinderat machte jetzt den Weg frei für eine Wohnbebauung des Geländes an der Schaich.

12.12.2014
  • Ernst Bauer

Dettenhausen. „Bärenareal/Mühlwiesen“ war das Stichwort: „Ein Projekt, das uns schon lange beschäftigt“, sagte der Dettenhäuser Bürgermeister Thomas Engesser in der Sitzung am Dienstagabend. Es wurde deshalb auch gar nicht mehr lange um die Neugestaltung der ortsbildprägenden Ecke herumdiskutiert (siehe auch nebenstehende Planskizze). Ziemlich rasch beschlossen die Räte, den vom Tübinger Büro Krisch und Partner ausgefeilten Bebauungsplan jetzt öffentlich auszulegen.

Es wurde keine Haselmaus entdeckt

Der Plan wurde im „beschleunigten Verfahren“ – und dennoch mit umfänglichen Umwelt-, Natur- und Artenschutzgutachten – aufgestellt. Denn auf dem 0,58 Hektar großen Gelände tummeln sich zwar keine Bären, dafür aber Fleder- und womöglich Haselmäuse sowie nicht weniger als 21 Brutvogelarten. Die streng geschützte Haselmaus wurde im Planungsgebiet – obwohl sie im weiteren Umfeld, im Schönbuch öfters auftaucht – allerdings nicht nachgewiesen. Engesser skizzierte noch einmal kurz die wichtigsten Änderungen im Bebauungsplan:

  • Die erforderlichen Artenschutzgutachten haben nach seinen Worten „keine Probleme“ bereitet; man müsse eben Nistkästen aufstellen.
  • >> Es seien nun auch ausreichend Stellplätze ausgewiesen; insgesamt sind bis zu 62 Bewohnerstellplätze in Sammelgaragen unterzubringen.
  • >> Nur eine Zufahrt gibt es von der Tübinger Straße her, weil dort ein Gewässerrandstreifen frei gehalten werden muss. In der Schönbuchstraße gibt es, als weitere Erschließung, eine Aus- und Einfahrt.
  • >> Die Abgrenzung des Plangebiets hat sich noch etwas verändert, sie wurde dem Schaichbach angepasst. Wie die Stadtplanerin Katrin Halbeck dem TAGBLATT dazu gestern erläuterte, hat die Schaich im Laufe der Jahre ihren Verlauf etwas verändert – sie ist weiter nach Westen gerückt. Im aktuellen Kataster lief der Bach noch ein bisschen anders. Halbeck: „Wir haben die Uferlinie neu eingemessen, so dass der Schaichbach jetzt die Grenze ist.“
  • >> 31 statt 25 Wohneinheiten können nun gebaut werden. Wie mehrfach berichtet, soll der leerstehende alte „Bären“ abgerissen werden und ein neuer Gebäuderiegel vorne an der Tübinger Straße entstehen, dahinter zwei größere Punkthäuser (Baufelder 2 und 3, siehe nebenstehende Skizze), die versetzt zueinander angeordnet werden und parallel zur Hanglinie nach Südwesten ausgerichtet sind.

Spielraum bleibt für erwünschten Kreisel

Investor ist der Steinenbronner Ludwig Etschmann, der das Bärenareal samt den zugehörigen Mühlwiesen von einer Erbengemeinschaft in Dettenhausen erworben hat. Ohne ihn namentlich zu nennen, zeigte sich Rathauschef Engesser am Dienstag sehr angetan von der Zusammenarbeit mit dem Investor aus der Nachbargemeinde – mit dem man einen städtebaulichen Vertrag abgeschlossen hat.

Für die Gemeinde Dettenhausen hat das große Bauprojekt an der Ortsdurchfahrt dadurch nämlich keinerlei „Auswirkungen auf den Gemeindehaushalt“, wie es in der Ratsvorlage hieß. Anderseits lässt ihr die Planung Spielraum für den lange gewünschten Kreisverkehr an der Tübinger Straße – der allerdings noch Zukunftsmusik ist, wie Engesser in der Sitzung deutlich machte. Aber der Platz ist schon mal dafür frei gehalten.

Wann geht es los mit der Bebauung? Der Satzungsbeschluss fällt voraussichtlich im Februar. Dann könnte es im kommenden Sommer schon losgehen, bestätigte Planerin Halbeck. Wie Dettenhausens Bauamtschef Heinz Frank am Dienstag sagte, gibt es für die Bürger/innen der Gemeinde erstmal ausreichend Zeit, sich die Pläne fürs Bärenareal anzusehen: vom 19. Dezember bis 29. Januar – wegen der Feiertage länger als sonst.

Dettenhäuser Gemeinderat beschließt einstimmig die Auslegung der Pläne

Der „Bären“ war lange Zeit das erste Gasthaus am Ort und der Bärenwirt oft der reichste Bürger von Dettenhausen. Bei ihm kehrten die Forst- und Verwaltungsfachleute ein und die „Handwerks-Purschen, welche von Tübingen herkommen“ – die von Stuttgart im benachbarten „Lamm“: So entschied es 1824 nach heftigem Streit um die Gäste das Ruggericht. 1754 war der Bären an der (Schweizer) „Chaussee“ neu gebaut worden.

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12.12.2014, 12:00 Uhr

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