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Eschenburg belastet

Deutsche Politologen distanzieren sich

Die deutsche Politikwissenschaft rückt zunehmend von ihrer „Vaterfigur“ Theodor Eschenburg ab. Der Grund: Eschenburgs Verhalten in der Nazi-Zeit. Der Tübinger war bisher Namensgeber für einen renommierten Preis.

27.09.2012
  • ST

Deutsche Politologen distanzieren sich
Einst Gründerfigur der Politikwissenschaft, jetzt umstritten: Theodor Eschenburg im Jahr 1989.Archivbild: Metz

Tübingen. Nach neueren Archiv-Funden ist die Rolle des Tübinger Politologen Theodor Eschenburg (1904-1999) in der NS-Zeit problematisch. Er habe sich seinerzeit dem damaligen Regime angepasst und auch nach 1945 eine Aufarbeitung seiner Vergangenheit nicht befördert. Seine Memoiren seien in diesem Punkt unvollständig. Strittig bleibe auch der Grad der Involvierung in eine „Arisierungsmaßnahme“ in der NS-Diktatur.

Das alles kam gestern bei einem Sonderplenum des Kongresses der Deutschen Vereinigung für politische Wissenschaften (DVPW) in Tübingen zur Sprache. Es kam zur offenen Diskussion über die Rolle Eschenburgs, teilte die DVPW mit. Dabei seien Stimmen laut geworden, die eine Umbenennung des DVPW-Preises forderten. Man könne schließlich keine Ehrung mit einem Namen vornehmen, der nicht vollständig unbelastet sei. „Wir wollen und brauchen diese Diskussion. Aber wir befinden uns eben auch gerade mitten in der Diskussion, die noch nicht abgeschlossen ist“, erklärte der DVPW-Vorsitzende Hubertus Buchstein.

Seit dem Jahr 2003 verleihen Vorstand und Beirat der DVPW alle drei Jahre im Rahmen ihrer Kongresse den Theodor-Eschenburg-Preis für das Lebenswerk eines Politikwissenschaftlers. In diesem Jahr wird Prof. Claus Offe geehrt. Die Verleihung findet heute um 19 Uhr im Festsaal der Eberhard Karls Universität Tübingen statt.

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27.09.2012, 12:00 Uhr

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