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Deutsche Wirtschaft auf Rekordkurs
Impuls für das Wirtschaftswachstum: der wachsende Wohnungsbau. Foto: dpa
Konjunktur

Deutsche Wirtschaft auf Rekordkurs

Vor allem die Kauflust der Verbraucher hat der deutschen Wirtschaft 2016 mit 1,9 Prozent das stärkste Wachstum seit fünf Jahren beschert.

13.01.2017
  • DIETER KELLER

Kräftig steigende Löhne, geringe Inflation und ein neuer Rekord bei der Zahl der Erwerbstätigen – im Inland gab es 2016 gute Voraussetzungen für ein kräftiges Wirtschaftswachstum. Tatsächlich stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP), also der Gesamtwert aller Güter und Dienstleistungen, preisbereinigt um 1,9 Prozent auf 3134 Mrd. EUR. Im Jahr zuvor lag das Plus mit 1,7 Prozent etwas niedriger. Zum Jahresende dürfte die Konjunktur sogar noch etwas an Schwung gewonnen haben, schätzt das Statistische Bundesamt.

Zwar wagte sein Präsident Dieter Sarreither bei der Vorlage der ersten Berechnungen für das vergangene Jahr keine Prognose für 2017 – das ist nicht seine Aufgabe. Aber es spricht doch viel dafür, dass es ähnlich gut weitergeht. Allerdings gibt es in diesem Jahr eine Bremse: Aufgrund der Feiertage ist die Zahl Arbeitstage niedriger. Die wichtigsten Trends im vergangenen Jahr:

Erwerbstätige Ihre Zahl stieg um 429 000 auf 43,5 Millionen, ein neuer Rekordwert seit der Wiedervereinigung. Jeder Erwerbstätige arbeitete allerdings im Schnitt knapp fünf Stunden weniger als 2015.

Wachstumstreiber Die wesentlichen Impulse kamen aus dem Inland: Die privaten Konsumausgaben nahmen – bereinigt um die Preissteigerung von 0,5 Prozent – um 2 Prozent zu. Der Staat erhöhte seine Konsumausgaben sogar doppelt so stark. Wesentlicher Grund dafür waren seine Aufwendungen für Flüchtlinge. Der kräftig wachsende Wohnungsbau sorgte maßgeblich dafür, dass die Bruttoanlageinvestitionen um 2,5 Prozent zunahmen.

Außenhandel Der Export, die traditionelle deutsche Wachstumslokomotive, schwächelte: Er stieg nur um 2,5 Prozent. Über die Hälfte der Waren und Dienstleistungen fanden wieder in den anderen 27 Ländern der EU Abnehmer. Die Importe nahmen um 3,4 Prozent zu, also noch etwas stärker. Unterm Strich bremste daher der Außenhandel das Wachstum leicht, was für Deutschland eher ungewöhnlich ist.

Einkommen Die Bruttolöhne und -gehälter der Arbeitnehmer nahmen im Schnitt um 3,7 Prozent zu. Da unter anderem viele Krankenkassen ihre Beiträge erhöhten, blieb netto nur ein Plus von 3,4 Prozent übrig. Von ihren Einkommen sparten die privaten Haushalte durchschnittlich 9,8 Prozent und damit etwas mehr als 2015.

Lohnkosten Die Produktivität je Erwerbstätigem erhöhte sich um 0,9 Prozent. Die Lohnstückkosten nahmen mit 1,5 Prozent deutlich stärker zu. Diese Werte spielen regelmäßig in Tarifverhandlungen eine wichtige Rolle.

Staat Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung zusammen erzielten nach der Berechnungsmethode des Statistischen Bundesamts 19,2 Mrd. EUR Überschuss. Dies gelang im dritten Jahr in Folge. Innerhalb der EU kamen 2016 außer Deutschland nur Luxemburg und Estland ohne neue Staatsschulden aus. In Inland sanken sie auf 68,1 Prozent des BIP; im Jahr zuvor waren es noch 71,2 Prozent. Damit überstiegen sie allerdings immer noch den von der EU vorgegebenen Höchstwert von 60 Prozent.

Internationaler Vergleich Beim Wirtschaftswachstum lag Deutschland unter den 28 EU-Staaten mit 1,9 Prozent im Mittelfeld. Am höchsten fiel es nach Schätzungen der EU-Kommission mit jeweils 4,1 Prozent in Irland und Malta aus. Nur in Griechenland schrumpfte das BIP, und zwar um 0,3 Prozent. Außerhalb Europas standen die USA mit plus 1,6 Prozent deutlich schwächer da als im Jahr zuvor. Japan (plus 0,7 Prozent) kämpft schon länger mit schwachem Wachstum. China erreichte mit 6,6 Prozent nicht ganz den Wert von 2015.

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13.01.2017, 06:00 Uhr

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