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Deutscher Buchpreis für Kirchhoff
Bodo Kirchhoff erhält den Deutschen Buchpreis. Foto: A3399/_Arne Dedert
Frankfurt/Main

Deutscher Buchpreis für Kirchhoff

Börsenverein kürt „Widerfahrnis“ zum deutschen Roman des Jahres.

18.10.2016
  • DPA

Frankfurt/Main. Der Deutsche Buchpreis geht in diesem Jahr an Bodo Kirchhoff für seinen Roman „Widerfahrnis“. Das gab der Börsenverein des Deutschen Buchhandels gestern Abend in Frankfurt bekannt. Mit dem Preis wird traditionell am Vorabend der Frankfurter Buchmesse die beste literarische Neuerscheinung des Jahres im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet. Mit dem Sieg erhält Kirchhoff ein Preisgeld von 25 000 Euro.

In dem Roman (Frankfurter Verlagsanstalt) bricht ein im Ruhestand lebender Verleger mit einer Zufallsbekanntschaft – der etwa gleichaltrigen früheren Besitzerin eines Hutgeschäfts – zu einer spontanen Autoreise in den italienischen Süden auf. Das (Liebes-)Paar wird dann auf Sizilien mit der Flüchtlingskrise konfrontiert.

„Dichtes Erzählgeflecht“

Die Jury bezeichnete das Buch als „vielschichtigen Text, der auf meisterhafte Weise existenzielle Fragen des Privaten und des Politischen miteinander verwebt und den Leser ins Offene entlässt“. Dem 68-jährigen Kirchhoff sei es zugleich gelungen, „in einem dichten Erzählgeflecht die großen Motive seines literarischen Werks auf kleinem Raum zu verhandeln“.

Im Finale konkurrierten sechs Romane um die renommierte Auszeichnung. Neben Kirchhoff standen auf der Shortlist fünf weitere Autoren aus Deutschland und Österreich: Reinhard Kaiser-Mühlecker („Fremde Seele, dunkler Wald“), André Kubiczek, („Skizze eines Sommers“), Thomas Melle („Die Welt im Rücken“), Eva Schmidt („Ein langes Jahr“) und Philipp Winkler („Hool“). Die fünf Autoren der Shortlist erhalten je 2500 Euro.

Kirchhoff ist Autor zahlreicher Romane wie zuletzt „Verlangen und Melancholie“ (2014) und „Die Liebe in groben Zügen“ (2012 auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis). Er lebt in Frankfurt am Main und am Gardasee. Bekannt wurde er auch durch seine Drehbücher für Film und Fernsehen wie die „Tatort“-Serie.

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18.10.2016, 06:00 Uhr

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