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Deutscher Diplomat besucht Deniz  Yücel
Die Solidarität mit Deniz Yücel ist ungebrochen. Demonstranten fordern seine Freilassung. Foto: dpa
Haft

Deutscher Diplomat besucht Deniz Yücel

Nach wochenlangem Warten bekommt der inhaftierte Journalist erstmals Besuch von einem Botschaftsvertreter. Über seine Anwälte bedankt er sich für die Solidarität in Deutschland.

05.04.2017
  • EPD

Istanbul. Rund sieben Wochen nach seiner Festnahme in der Türkei hat der Journalist Deniz Yücel erstmals Besuch von einem deutschen Botschaftsvertreter bekommen. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) zeigte sich erleichtert, dass der zweistündige Besuch des Generalkonsuls Georg Birgelen bei Yücel ohne Probleme verlaufen ist.

„Die Haftbedingungen für Deniz Yücel sind nicht einfach“, ergänzte Gabriel. Es sei umso wichtiger, dass der Journalist wisse, dass die Bundesregierung sich mit ganzer Kraft dafür einsetze, dass er freikommt. „Bis dahin werden wir im Gespräch mit der Türkei aber nun erst einmal sicherstellen müssen, dass die konsularische Betreuung verstetigt wird“, sagte Gabriel.

Generalkonsul Birgelen hatte den „Welt“-Korrespondenten am späten Vormittag getroffen. Zuvor hatte bereits ein Anwalt des Generalkonsulats den deutsch-türkischen Journalisten sprechen können. Yücel gehe es „den Umständen entsprechend gut“, sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD). Roth war eigens zu Gesprächen nach Ankara und Istanbul gereist. Belastend sei für den „Welt“-Korrespondenten allerdings die Einzelhaft im Gefängnis von Silivri.

Haftbedingungen sind Thema

Die konsularische Betreuung war Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bereits vor einigen Wochen vom türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim zugesagt worden. Dabei geht es unter anderem um die Haftbedingungen. Da Yücel sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsangehörigkeit besitzt, ist die Türkei nicht dazu verpflichtet, diese Betreuung zu gewähren.

Yücel dankte unterdessen seinen Unterstützern in Deutschland und weltweit für ihre Solidarität. Über Briefe freue er sich, auch wenn ihn diese illegalerweise nicht direkt erreichten. Yücels Schwester, Ilkay Yücel, erklärte laut „Welt“ nach einem Besuch bei ihrem Bruder: „Er ist nicht deprimiert, er lässt sich nicht einschüchtern. Und er bereut auch nicht, was er geschrieben hat.“

Staatsminister Roth bezeichnete den Fall Yücel als eine „große Bewährungsprobe in den deutsch-türkischen Beziehungen“. In seinen Gesprächen mit hochrangigen türkischen Politikern hätten Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Medienfreiheit einen großen Raum eingenommen, sagte Roth. Dabei sei es nicht nur um Yücel gegangen, sondern um die Lage der Medien in der Türkei insgesamt. Er habe deutlich gemacht, dass dies mit den europäischen Vorstellungen von Presse- und Meinungsfreiheit nicht vereinbar sei, sagte Roth.

Yücel sitzt seit Ende Februar wegen des Vorwurfs der Terrorpropaganda in Untersuchungshaft. Zuvor verbrachte er bereits fast zwei Wochen in Polizeigewahrsam. Seine Anwälte haben sich bereits an das türkische Verfassungsgericht gewandt, um seine Freilassung zu erreichen. epd

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05.04.2017, 06:00 Uhr

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