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Deutscher Segelfliegertag lockt mehr als 1000 Segelflieger ins Kurhaus der Kreisstadt
Viel Informationsaustausch auch mit Experten und Prominenz gab es in den Hallen der Ausstellung. Hier links im Bild der erste deutsche Astronaut Ulf Merbold, der trotz Weltraumflügen begeisterter Segelflieger geblieben ist.
Segelfliegerhauptstadt Freudenstadt

Deutscher Segelfliegertag lockt mehr als 1000 Segelflieger ins Kurhaus der Kreisstadt

Das Volk der Segelflieger aus ganz Deutschland hatte sich für einen Tag in Freudenstadt versammelt, zu ihrer Hauptversammlung, um die Besten des Fliegerjahres zu ehren, um Neuigkeiten auszutauschen und um hochkarätigen Fachvorträgen zu lauschen.

02.11.2015
  • Hans-Peter Zepf

Freudenstadt. Wenn man meint, Segelfliegen sei ein Sport für ganz Wenige, dann wurde man von den zugeparkten Parkplätzen bereits am frühen Samstagmorgen im weiten Umkreis um das Kurhaus eines Besseren belehrt. Zeitweise füllten mehr als 1000 Flugsportler fast alle Räume des Kurhauses, einen Teil des Kurgartens und auch noch publikumswirksam den Vorplatz. Wieder einmal war gut, dass die Freudenstädter und Architekt Ludwig Schweizer in den 1950er-Jahren mit Weitblick großzügig geplant hatten.

Die kleine Fliegergruppe Freudenstadt mit wenig mehr als 50 Aktiven, glänzte einmal mehr als Organisator von Großveranstaltungen. An ihrem Standort Musbach hatte sie schon Großereignisse bis hin zu Weltmeisterschaften beherbergt. Sicher hatte wieder einmal der Einfluss von Christof Geißler als Vizepräsident der International Gliding Commission (IGC) gewirkt.

Womit wir bei den Größen des Sports wären, die sich versammelt hatten: Fast alle 30 Nationalmannschaftsmitglieder waren anwesend, die Weltmeister Matthias Sturm und Michael Buchthal und Vizeweltmeister Mario Kiesling eingeschlossen. In den Gängen traf man Prominenz aus Fliegerei und Forschung wie den ersten deutschen Astronauten Ulf Merbold, der immer begeisterter Segelflieger geblieben ist.

Vormittags standen Verbandsversammlungen, Ehrungen, Nationalmannschaftstagung und Spezialsitzungen auf dem Programm, den gesamten Nachmittag über gab es spektakuläre Vorträge im Kurtheater und im Kienbergsaal.

Im Kurgarten, nachmittags zum Glück bei allerschönstem Wetter, waren mehrere moderne Segelflugzeuge aufgebaut, genaugenommen solche mit neuartigen Hilfsantriebssystemen, die keine Schleppflugzeuge oder Winden benötigen.

Die HPH 304 Shark ist ein leibhaftiger Jet, der seine winzige Düse im Segelflug im Rumpf verstaut. Im ultraleichten Segelflugzeug Silent muss man nur Gas geben, dann dreht sich der Propeller an der Rumpfspitze elektrisch. Nimmt man den Gashebel zurück, legen sich die Propeller an die Rumpfspitze an und stören im Segelflug nicht. Die Carat ist ein Reiseflugzeug, das mit 180 Stundenkilometern marschiert und zugleich ein Leistungssegler, wenn sie höchst ungewöhnlich ihre Propellerblätter nach vorne klappt.

In den Foyers und im großen Kursaal präsentierten sich gut 50 Anbieter mit allem, was man zum Segelfliegen braucht: Flugschulen, Lehrmaterial, Flugsimulatoren und vor allem viel Elektronik. Moderne Segelflugzeugcockpits werden von großen Farbdisplays mit allen Fluginformationen dominiert, so wie man sie auch aus modernen Airbus-Cockpits kennt.

Womit wir in das Kurtheater wechseln, in dem der Fliegergruppen-Vorsitzende Axel Reich die Vorträge moderierte. Fast alle Segelflugzeuge führen seit einiger Zeit ein GPS-basiertes Antikollisionssystem namens FLARM mit, das inzwischen viel mehr kann als vor anderen Flugobjekten zu warnen. Am Boden installierte OGN-Systeme (Open Glider Network) können Position, Höhe und Flugweg aller FLARM-ausgerüsteten Flugzeuge verfolgen. Damit ergeben sich, wie Referent Gerhard Wesp erklärte, wie beim Online-vernetzten Auto allerhand Datenschutzprobleme. Mehrere Vorträge des Nachmittags hatten mit dem Zauberthema Wellenfliegen zu tun.

Siehe dazu den zweiten Artikel unten.

Deutscher Segelfliegertag lockt mehr als 1000 Segelflieger ins Kurhaus der Kreisstadt
Einige Hersteller präsentierten die neuesten Segelflugzeuge. Blickfang der Veranstaltung auf dem Vorplatz war der Doppelsitzer DG 1000 club der Firma DG Flugzeugbau in Bruchsal.Bilder: hpz

Deutscher Segelfliegertag lockt mehr als 1000 Segelflieger ins Kurhaus der Kreisstadt
Es gibt jetzt Segelflugsimulatoren, die nicht nur auf einem Computerbildschirm abbilden wie man steuert, sondern wie bei den Simulatoren für die Airbus-Ausbildung die Luftkräfte simulieren, Turbulenzen spüren lassen und die Fluglage verändern. Sie stehen aber trotzdem noch nicht Kopf, wenn man Looping oder Rolle fliegt (kann der Airbus-Simulator auch nicht).

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02.11.2015, 12:00 Uhr

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