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Terror

Deutschland entgeht nur knapp schwerem Anschlag

Der festgenommene Syrer hatte Kontakte zum IS. Möglicherweise plante er Attentate wie in Paris und Brüssel. Die CDU fordert schärfere Gesetze gegen Gefährder.

11.10.2016
  • DPA

Dresden. Deutschland ist offenbar nur knapp einem Terroranschlag von der Dimension der verheerenden Attentate von Paris und Brüssel entgangen. Der nach dem Bombenfund von Chemnitz festgenommene Terrorverdächtige Dschaber al-Bakr steht nach ersten Ermittlungen in Verbindung zur Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Die sichergestellten 1,5 Kilogramm Sprengstoff sind identisch mit der Art, die IS-Terroristen in Frankreich und Belgien verwendet haben. Im März waren in Brüssel 32 Menschen ermordet und mehr als 320 verletzt worden. In Paris starben 130 Menschen.

Nach Erkenntnissen des Bundesamtes für Verfassungsschutz wollte der Syrer wohl einen Flughafen in Berlin attackieren. „Wir hatten Hinweise – nachrichtendienstliche Hinweise –, dass er zunächst einmal Züge in Deutschland angreifen wollte. Zuletzt konkretisierte sich dies mit Blick auf Flughäfen in Berlin“, sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen der ARD.

Demnach bekam seine Behörde Anfang September einen Hinweis. „Wir haben (...) bis Donnerstag letzter Woche gebraucht, um herauszufinden: Wer ist dafür in Deutschland verantwortlich?“, so Maaßen. Dann sei der Verfassungsschutz in der Lage gewesen, die Person zu identifizieren. „Wir haben sofort die Observation durchgeführt“, schilderte Maaßen.

Zwei Tage nach dem brisanten Bombenfund in Chemnitz hatte die Polizei den Terrorverdächtigen Al-Bakr in der Nacht zu Montag in Leipzig festgenommen. Die Polizei fasste den Syrer in einer Wohnung, wo drei Landsleute ihn bereits gefesselt hatten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel schloss gesetzliche Konsequenzen nicht aus. „Wir müssen alles Menschenmögliche tun, notfalls dann auch die Gesetze verändern, um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten“, sagte sie in Niger. Der CSU-Innenexperte Stephan Mayer verlangte im ZDF die Einführung eines Haftgrundes „Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte im August vorgeschlagen, im Aufenthaltsgesetz einen entsprechenden Haftgrund einzuführen, um die Abschiebung zu erleichtern. dpa /afp

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11.10.2016, 06:00 Uhr

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