Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Deutschland schickt Leopard-Panzer nach Litauen
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen beim Treffen der Nato in Brüssel. Foto: dpa
Aufrüstung

Deutschland schickt Leopard-Panzer nach Litauen

Mit schweren Waffensystemen verstärkt die Bundesregierung ihr Engagement zum Schutz östlicher Verbündeter. Beim Nato-Treffen in Brüssel geht es außerdem um Libyen.

28.10.2016
  • DPA

Brüssel. Die Bundeswehr wird neben mehreren hundert Soldaten auch Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 nach Litauen verlegen. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte, sollen die schweren Waffensysteme Teil der Ausrüstung sein, die die deutschen Truppen im kommenden Jahr mit in das an Russland grenzende Nato-Partnerland bringen. Die Entscheidung gilt als deutliches Signal, dass Deutschland die Sorgen östlicher Verbündeter ernst nimmt. Vor allem die baltischen Staaten und Polen fühlen sich bedroht, seit sich Russland 2014 die ukrainische Schwarzmeerhalbinsel Krim einverleibte.

Für die Beziehungen zwischen Berlin und Moskau könnten die Ankündigungen eine weitere Belastungsprobe darstellen. Moskau hatte die Grundsatzbeschlüsse der Nato zur Aufrüstung im Osten bereits im Sommer scharf kritisiert und von einer „Dämonisierung“ Russlands gesprochen.

Die deutschen Pläne wurden am Rande eines Verteidigungsministertreffens in Brüssel bekannt. Sie sind Teil des größten Nato-Aufrüstungsprogramms seit dem Kalten Krieg. Dieses sieht unter anderem vor, von 2017 an multinationale Kampftruppen in Polen, Litauen, Lettland und Estland zu stationieren. Deutschland hat zugesagt, in Litauen die Rolle der Führungsnation zu übernehmen.

Unterdessen bündeln die EU und die Nato zur Eindämmung des Migrantenzustroms über das Bürgerkriegsland Libyen ihre Kräfte. Die Verteidigungsminister der Nato-Länder sagten bei ihrem Treffen zu, der wegen der Flüchtlingskrise gestarteten EU-Marineoperation „Sophia“ Versorgungs- und Aufklärungskapazitäten zur Verfügung zu stellen. „Innerhalb von zwei Wochen werden Schiffe und Flugzeuge der Nato im zentralen Mittelmeerraum sein“, erklärte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

Hilfe für Operation „Sophia“

„Sophia“ wurde 2015 als Einsatz gegen Schleuserkriminalität gestartet, hat mittlerweile aber auch die Erlaubnis zur Bekämpfung des Waffenschmuggels in Richtung Libyen. Hinzu kommt ein Ausbildungsprogramm für libysche Küstenschutzkräfte. EU-Staaten wie Italien und Deutschland erhoffen sich von der Operation unter anderem einen deutlichen Rückgang der unkontrollierten Migration. In den ersten neun Monaten dieses Jahres kamen mehr als 132 000 Menschen über die zentrale Mittelmeerroute illegal nach Europa.

Sorgen bereitet der ebenfalls wegen der Flüchtlingskrise gestartete Bündniseinsatz in der Ägäis. Der türkische Nato-Vertreter gab keine Zusicherung, dass sein Land einer Fortsetzung der Operation über das Jahresende hinaus zustimmen wird. Bei dem Einsatz beobachten die Besatzungen von Kriegsschiffen die Küsten und melden Aktivitäten von kriminellen Schleuserbanden an die türkischen Behörden. dpa

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

28.10.2016, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball