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Ein leuchtendes Blau

Diakonische Bezirksstelle weiht neue Räume ein / Beginn der Schwangerenberatung

Mit einer Feierstunde hat am Montag die Diakonische Bezirksstelle Freudenstadt die neuen Räume ihrer Außenstelle in Horb eingeweiht. Neu im Angebot ist ab Mittwoch eine wöchentliche Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung.

05.10.2010
  • Claudia Salden

Horb. Die Außenstelle Horb der Diakonischen Bezirksstelle Freudenstadt ist im Juli in die Neckarstraße gezogen. Am Montag sind die neuen Räume offiziell eingeweiht worden. „Ab Mittwoch bieten wir in Horb auch eine Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung an“, freute sich Renate Braun-Schmid, die Geschäftsführerin der Bezirksstelle. Der Kirchenbezirk hatte im Sommer entschieden, die staatlich anerkannte Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung als neuen Geschäftsbereich aufzubauen.

„Sie haben hier ein Umfeld, das die Möglichkeit gibt, sich zu öffnen“, sagte Bürgermeister Jan Zeitler. Er lobte, dass das Beratungsangebot den Bürgern ungeachtet deren Herkunft und Religion zugute komme. „Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit und werden uns in Bereichen wie der Präventionsarbeit zusammentun“, sagte Dr. Ursula Nagel, die Vorsitzende des Vereins Donum Vitae, der im Landkreis ebenfalls Schwangerenberatung anbietet. Zwischen der Diakonischen Bezirksstelle und Donum Vitae bestehe keine Konkurrenz, betonte Nagel.

„Es gibt in Horb viele sozial-karikative Angebote, die von der katholischen Kirche getragen werden“, sagte der evangelische Pfarrer Dr. Alfred Weiss auch in Vertretung des evangelischen Dekans Claus-Dieter Stoll aus Sulz. „Ich freue mich, dass das Blau der Diakonie jetzt auch im Horber Zentrum leuchtet und seinen Beitrag leistet.“ Es sei toll, dass er als Pfarrer Ratsuchende an die Diakonische Bezirksstelle verweisen könne. Der Freudenstädter Dekan Harald Stumpf erinnerte daran, dass sich der Kirchenbezirk Freudenstadt nicht leicht getan habe, die Schwangeren- und Schwangerschaftkonfliktberatung ins Angebotsspektrum der Diakonie aufzunehmen. „Das passt zu unserem Menschenbild und zu unserem Auftrag“, sagte Stumpf. Die evangelische Kirche wolle damit Frauen erreichen, die verzweifelt sind. „Wir wollen niemanden in einer Gewissensnot allein lassen“, sagte Dekan Stumpf. Die Beratung sei ergebnisoffen und achte die Freiheit und Würde der Frau.

Die vier Stunden Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung pro Woche in Horb übernimmt Heike Wöhr, die bisher für Donum Vitae in Freudenstadt gearbeitet hat. „Die Konfliktberatung macht ein Drittel der Arbeit aus“, berichtete Wöhr. Häufiger informiere sie werdende Eltern über ihre Rechte in Sachen Elternzeit und Elterngeld und zeige – vor allem allein erziehenden Frauen – finanzielle Hilfen auf. Auch das Thema Verhütung und die Betreuung von Familien bis zum 3. Lebensjahr des Kindes fallen in ihren Zuständigkeitsbereich. Durch eine Zusatzausbildung zu vorgeburtlichen Untersuchungen kann die Sozialpädagogin auch in ethischen Fragen der Pränataldiagnostik beraten.

Zuständig für die Sozial-, Lebens- und Schuldnerberatung im Kirchenbezirk Sulz ist Ute Geiger. Seit über zehn Jahren bietet sie auch Termine in Horb an. „Ich helfe, Bescheide vom Arbeitsamt zu verstehen und Anträge auszufüllen“, erklärte Geiger. Schuldnerberatungen und Privatinsolvenzen gehören ebenso zu ihrer Arbeit wie die Beratung für Mutter-Kind-Kuren und die Organisation häuslicher Hilfen für ältere Menschen.

Die dritte Mitarbeiterin in Horb ist die Suchtberaterin Susanne Henning. „Die meisten meiner Klienten werden von der Krankenkasse, ihrem Hausarzt oder der Arbeitsagentur mit Verdacht auf eine Suchtproblematik geschickt“, erzählt die Gesundheitspädagogin, die seit 1999 zu 100 Prozent für die Diakonie in Horb arbeitet. Bei Bedarf vermittelt sie in eine ambulante oder stationäre Therapie. Der häufigste Beratungsgrund sei der Alkoholkonsum, doch auch illegale Drogen, Nikotin, Spiel- und Kaufsucht seien ein Thema. „In der letzten Zeit werden auch viele junge Menschen mit Cannabis-Delikten vom Jugendgericht zu uns geschickt“, sagt Henning. Raucherentwöhnungskurse, die Nachsorge nach einer Therapie, Suchtakupunktur und die Vermittlung in Selbsthilfegruppen gehören ebenfalls zum Angebot der Suchtberaterin. Auch Angehörige von Suchtkranken finden bei ihr Rat und Hilfe. Außerdem ist Susanne Henning bei Veranstaltungen in Schulen und Unternehmen präventiv tätig.

Die Diakonische Beratungsstelle wird durch den Kirchenbezirk und Landes- sowie Landkreismittel finanziert. In Horb ist sie seit 1978 vertreten. „Wir sind jetzt viel zentraler als bisher in der Ihlinger Straße“, freut sich die Geschäftsführerin Renate Braun-Schmid. Nur für den durch die Wände dringenden Verkehrslärm müsse noch eine Lösung gefunden werden.

Die neuen Räume der Außenstelle Horb der Diakonischen Bezirksstelle Freudenstadt befinden sich in der Neckarstraße 29 (neben Stern-Kebab). Die Beratungen sind kostenlos und nicht an eine Zugehörigkeit zur evangelischen Kirche gebunden. Der neue Diakonie-Wegweiser führt alle Angebote auf und liegt in der Außenstelle und demnächst auf dem Rathaus aus.

Die Suchtberatung bietet die Sozialarbeiterin und Gesundheitspädagogin Susanne Henning von Montag bis Freitag an. Es können auch Abendtermine vereinbart werden. Anmeldung unter Telefon 0 74 51/40 59.

Die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung bietet die Sozialpädagogin Heike Wöhr jeden Mittwoch von 8 bis 12 Uhr an. Terminvereinbarung unter Telefon 0 74 41/88 40 20 und am Mittwochvormittag unter 0 74 51/62 12 80.

Die Sozial-, Lebens- und Schuldnerberatung bietet Ute Geiger von der Diakonischen Bezirksstelle Sulz jeden zweiten Montagvormittag an. Terminvereinbarung unter 0 74 54/22 76.

Beratungsangebote der Diakonie in Horb

Diakonische Bezirksstelle weiht neue Räume ein / Beginn der Schwangerenberatung
Die Beraterinnen Ute Geiger, Susanne Henning und Heike Wöhr (von links) freuen sich über die neuen Räume der Diakonie in Horb. Bild: cls

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05.10.2010, 12:00 Uhr

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