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Die 16. Jazz- und Klassiktage setzen auf Qualität und mehr denn je auf die Region – die ganz
200 wollen Neue Musik im Uhlandbad hören

Die 16. Jazz- und Klassiktage setzen auf Qualität und mehr denn je auf die Region – die ganz großen Namen fehlen

„Die ganz großen Namen haben wir nicht. Aber wir sind inzwischen selbst ein ziemlich großes Label geworden“, bringt es Sven Gormsen auf den Punkt. Und Compagnon Martin Trostel ergänzt: „Wir wollen regional sein und gleichzeitig Qualität anbieten.“ Am Samstag beginnen die 16. Jazz- und Klassiktage.

15.10.2014
  • Peter Ertle

Tübingen. Qualität haben sie. Am Sonntag zum Beispiel stehen mit Anne Czichowsky, Sandi Kuhn und dem für den krankheitsbedingt ausfallenden Bassisten einspringenden Axel Kühn gleich drei ehemalige Jazzpreisträger gemeinsam auf der Bühne (Sonntag, 19. 10., 11 Uhr, Rainbow Dance Factory, Pfrondorf). Und was das Regionale angeht, ist man beim Festival ein bisschen großzügig. Im Zweifelsfall zählt auch eine in Mannheim lebende Musikerin wie Alexandra Lehmler dazu, die mit ihrem Quintett nach Tübingen kommt (Donnerstag, 23. 10., 20 Uhr, Sparkassencarré Tübingen). Im Prinzip ist sie aber schon eine der wenigen Auswärtigen.

Beim regionalen Aspekt müsse man vor allem aufpassen, dass die gut Bekannten aus dem Kreis Tübingen nicht zum fünften Mal das Gleiche anbieten, „denn die wissen natürlich auch, dass sie bei den Jazz- und Klassiktagen plötzlich zwei bis dreimal so viele Zuschauer für das haben, was sie immer machen“, weiß Sven Gormsen. Aber so läuft der Hase nicht, da gab es dann das ein oder andere Mal ein Njet.

An Angeboten hatte das Festival eh zu viele, zehn Bewerber mussten abgewiesen werden. Übrig blieben immer noch siebzig Konzerte. Mit teilweise neuem, eigens auf das Festival zugeschnittenem Programm. Und es ist auch immer wieder mal ein für die Klassiktage neuer Ort dabei. Diesmal etwa das Uhlandbad, wo Expression Vocale einen szenischen Arien- und Liederabend mit Absolventinnen der Musikhochschule Karlsruhe präsentiert (Montag, 20. 10., 20 Uhr): Neue Musik, ein musikalisches Spektrum, das sich für gewöhnlich schlecht verkauft.

Und hier? 200 Leute, schon im Vorhinein ausverkauft! Weil die Veranstalter eben mit Rundmails und ihren eigenen Werbeverteilern erfolgreich waren. Ein Beispiel für die kluge Strategie eines Netzwerkfestivals vieler unterschiedlicher (um die 50 sind es!) Veranstalter, die zum Großteil finanziell ins eigene Risiko gehen und auch werblich/organisatorisch das ihre beitragen. Die Jazz-und Klassiktage bilden da ja nur den organisatorischen Überbau, geben mit ihrer Auswahl die Richtung vor, terminieren, koordinieren den Verkauf, und gestalten das Programmheft, wofür sie einen Etat haben, der sich auf nunmehr 12000 Euro von der Stadt, etwa genausoviel von der Kreissparkasse und an die 15000 Euro von sponsernden Tübinger Geschäften beläuft. Damit kommt man über die Runden. Im Vergleich zu der etwa Viertelmillion, die insgesamt von allen Veranstaltern bei den Jazz-und Klassiktagen bewegt werden, ist das allerdings nur ein Klacks.

Mit 8000 bis 10 000 Zuhörern rechnen sie auch dieses Jahr wieder, traditionell wird am Samstag mit einer klingenden Innenstadt, also öffentlichen Konzerten in den Läden und Gassen der Stadt eröffnet.

Und was ist dieses Mal besonders zu erwähnen? Vielleicht der neu von Klaus Beyreuther organisierte Bereich für Kinder. Unter dem Label „KidsDays“ werden teils Themen schon im Unterricht vorbereitet, gibt es Mitmachspektakel zum Beispiel mit der Lousiana Funky Brassband, können die Kleinen sich im Anschluss an ein Konzert Instrumente zeigen lassen oder einfach auch kindgerechte Konzerte hören – wie etwa die Kinderoper „Hänsel und Gretel“.

Das traditionelle SWR-Studiokonzert mit Dizzy Krisch & Friends featuring Lauren Newton (Dienstag, 21. 10., 20.30 Uhr, Studio am Österberg) ist vom Vorverkauf her schon ziemlich begehrt. Und wenn die Funky Bigband auf den Stuttgarter Big-Jazzchor trifft (Freitag, 24. 10., 20 Uhr, Schlachthaus) ist das ein musikalisches Massenereignis mit Qualität. Was schon letztes Jahr gut ankam, ist das zum Tagesausklang allabendliche Latenightklimpern in der Kelter, von und mit Rainer Tempel – der aber nicht allein bleiben möchte. Denn gedacht ist es als Jamangebot für alle Musiker – letztes Jahr ging es da hörenswert ab.

JazzKlassikTage.de

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15.10.2014, 12:00 Uhr

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