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Heller die Halle, robust das Äußere

Die 30 Jahre alten Sporthallen der Geschwister-Scholl-Schule wurden für 3,3 Millionen Euro saniert

Manche Geschwister-Scholl-Schüler haben ihren Sportunterricht bisher nur auf einer Baustelle erlebt: Nach drei Jahren Sanierung dürfen sie im neuen Schuljahr endlich in rundum erneuerten Hallen turnen.

07.09.2012
  • Ulrike Pfeil

Tübingen. Der äußere Eindruck ist: wie neu. Tatsächlich ist von den Fassaden der Sporthallen aus dem Baujahr 1972 nichts übriggeblieben: Die Sandwich-Wände der Umkleiden aus Blech und Schaum wurden komplett abgenommen, so dass dieser Trakt vorübergehend skelettiert dastand. Die roten Blech-Elemente, die auf den Sockel montiert waren, sind verschwunden.

Mit neuen Außenhäuten wurden die Funktionen des Gebäudekomplexes auch von außen ablesbar gemacht: Hellgrau lasierte Lärche für die Umkleide, glasiertes Ziegelmauerwerk für die Hallen. Letzteres hat sich als Material in der Umgebung unter anderem bei der Kultur- und Sporthalle in Gomaringen und beim Dußlinger Feuerwehrhaus gut eingeführt. Die farblich und mit dem Licht changierenden Ziegel geben nicht nur eine lebendige Oberfläche, sondern sind auch sehr robust: Das war dem städtischen Hochbau-Leiter Andreas Haas und dem Architekten Florian Danner wichtig. „Graffiti-proof!“ betont Danner. Wenn da je einer was draufsprühe, sei es schnell wieder „abgekärchert“.

Regelmäßigen Nutzern der Turn- und Spielhalle (das sind neben den Schulklassen auch viele Sportvereine) wird auffallen, dass sie angenehm heller geworden ist. Das machen vor allem die aus dem Dach ausgeschnittenen Oberlichter. „Das hatte vorher ja Bunkercharakter“, sagt Danner, der die Halle aus eigenem Erleben kennt: Er ging an der GSS selbst zur Schule.

Weitere Hallenkosmetik: Die vorher abgehängte Decke wurde weggenommen. Das Hallproblem, das dadurch entstand, hat der Architekt mit weißen schallschluckenden Paneelen auf den Betonrippen der Tragkonstruktion wieder in den Griff bekommen. Lärchenholz-Täfelung an den Seiten verbessert außerdem die Akustik.

Von der Seite kommt durch neue, schwarz gefasste Glastüren und eine gläserne Prallwand zusätzlich Licht herein. Komplett erneuert wurden die Duschen und Sanitäranlagen in den Umkleiden (die jetzt auch über eine rollstuhlzugängliche Toilette verfügen). Ihre Türen sind in verschiedenen Grüntönen abgesetzt – ein dezenter Farbakzent. Selbstverständlich ging es bei der Sanierung für 3,3 Millionen Euro auch um Energieeinsparung. Eine neue Lüftungs- und Heizungsanlage mit Wärmerückgewinnung (in einem Latten-Gehäuse an der Rückseite untergebracht), gedämmte Fassaden, das erwähnte Mehr an Tageslicht, energiesparende Leuchtmittel und eine Fotovoltaikanlage auf dem Flachdach reduzieren den Energiebedarf um mehr als die Hälfte.

Weil die gesamte Sanierung (außer in den Schulferien) „unter Hallenbetrieb“ stattfand, war der Umbau für alle Beteiligten eine große Belastung, wie der Architekt einräumt. „Die Schüler wurden teilweise in provisorischen Tunneln durch die Baustelle geführt.“ Danner ist es deshalb wichtig, auch den organisatorischen Beitrag der städtischen Sporthallen-Betriebsgesellschaft anzuerkennen: Miriam Ibrahimovic tat dort ihr Bestes.

Die 30 Jahre alten Sporthallen der Geschwister-Scholl-Schule wurden für 3,3 Millionen Euro saniert
Neue Fassade: Der Umkleidebereich der GSS-Sporthallen ist mit hellgrau lasierten Lärchen-Latten verkleidet, der Sockel und die Hallen selbst (rechts die Gymnastikhalle) haben jetzt eine Außenhaut aus rotbraun bis schwarz changierenden gebrannten und glasierten Ziegeln. Rechts ist die Kletterwand auf Metallgrund und mit tiefem Metallrahmen zu sehen, die nun die ganze Hallen-Stirnseite einnimmt.Bilder: Metz

Die 30 Jahre alten Sporthallen der Geschwister-Scholl-Schule wurden für 3,3 Millionen Euro saniert
Die große Turn- und Spielhalle, die in drei Hallen oder Felder teilbar ist, zeigt nach der Sanierung ihre Deckenkonstruktion, wenn auch zum Teil hinter schalldämpfenden weißen Blenden. Neu ist vor allem, dass sie durch Oberlichter auch Tageslicht von oben bekommt. Die grünen Flächen an der Galerie-Seite mit den Umkleideräumen (links, obere Etage) sind nicht nur Farbtupfer; sie markieren auch die dahinter liegenden Flucht-Treppenhäuser.

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07.09.2012, 12:00 Uhr

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