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Funktionalität, Datenschutz, Nutzerzahl: Was bei Messengern zählt

Die Alleskönner

Früher gab es zum Texten mit dem Mobiltelefon nur einen Messenger. Er hieß SMS. Der Dino unter den Kurznachrichtendiensten lebt noch immer. Doch die Artenvielfalt hat stark zugenommen.

16.04.2016
  • TOM NEBE, DPA

Whatsapp, Hangouts, Facebook Messenger, Threema, Signal - die Auswahl ist riesengroß. Doch wie findet man den richtigen Messenger? Drei Aspekte sind für die Attraktivität entscheidend, sagt Nick Kriegeskotte vom IT-Verband Bitkom: "Die Verbreitung unter den eigenen Kontakten, Funktionen, die einem persönlich wichtig sind, etwa Bilderaustausch oder Telefonie. Und gegebenenfalls auch Verschlüsselung."

Ein Marktüberblick:

Funktionen Längst ist mehr möglich als nur Textnachrichten. Gruppenchats, Fotos, Videos, Dateiversand, Telefonie. "Die Grundfunktionen bieten eigentlich alle Dienste", sagt Fabian Vogler von der Zeitschrift "Chip". Es gibt aber einige Unterschiede, auf die Nutzer achten sollten.

Telefonie Whatsapp oder Signal ermöglichen nur Anrufe innerhalb der App. Google Hangouts etwa erlaubt Anrufe per VoIP ins Fest- oder Mobilnetz. Dafür können Extra-Gebühren anfallen.

Funktionalität Meistens werden Messenger mit dem Smartphone genutzt. Aber was ist, wenn man vom Tablet oder Computer aus schreiben will? Whatsapp etwa bietet mit Whatsapp-Web eine Browser-Anwendung. Die funktioniert nur , wenn das Mobilgerät mit Internetverbindung in der Nähe ist. Einige Messenger lösen das besser - auch weil sie nicht an eine Rufnummer gebunden sind. Mit Hangouts und dem Facebook Messenger geht das Chatten über andere Geräte problemlos, so Vogler.

Gruppenchats Wie groß soll die Gruppe sein? Whatsapp erlaubt maximal 256 Mitglieder, Threema 50 Teilnehmer, Hangouts 100.

Datenschutz SMS und Telefonanrufe sind durch das Telekommunikationsgesetz recht gut geschützt. Über Messenger versandte Nachrichten nicht unbedingt, sagt Kriegeskotte. Wie die Messenger mit Verbindungsdaten und Chatinhalten umgehen, ist sehr unterschiedlich und steht in den Geschäftsbedingungen (AGB), sagt Fabian Vogler. Hangouts und Facebook-Messenger hätten Schwächen. Andere werben mit gutem Datenschutz. Dazu zählen Threema oder Signal, bei denen die Anbieter keinen Zugriff auf Gesprächsinhalte oder Teilnehmerdaten haben. Über den Messenger Snapchat verschickte Daten verschwinden nach dem Lesen und werden nach spätestens 30 Tagen gelöscht. Whatsapp hat angekündigt, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einzuführen. Dadurch sollen Texte, Fotos, Videos oder Anrufe nur für die beteiligten Nutzer sichtbar sein. Whatsapp selbst wird nach eigenen Angaben keinen Zugriff mehr darauf haben.

Nutzer Meist führen gar nicht die Funktionen zum Erfolg eines Messengers. Whatsapp etwa dominiert den Markt, obwohl es viele andere Dienste mit besseren Features gibt. Was zählt, ist Erreichbarkeit. Am Ende siegt das Programm, das die meisten Nutzer hat. Schließlich möchte man seine Kontakte ja auch erreichen können.

Genaue Nutzerzahlen der Messenger sind nicht bekannt. Eine Umfrage des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet belegt zumindest die Dominanz von Whatsapp. Rund 69 Prozent der Befragten nutzen demnach den Messenger hauptsächlich. Dahinter folgen Snapchat (5,8 Prozent), Threema (4,7) oder Telegram (3,6 Prozent). Hangouts von Google und der Facebook-Messenger wurden nicht abgefragt. Dabei dürften sie Whatsapp bei den Nutzerzahlen noch am nächsten kommen.

Wer die großen Namen auf dem Markt nicht nutzen will, sondern vielleicht mehr Wert auf Privatsphäre und Fotofilter legt, muss häufig erst einmal im Freundeskreis missionieren. "Idealerweise versucht man, eine Gruppe auf einmal zu überzeugen", sagt Vogler, "und argumentiert dabei mit spezifischen Funktionen des Messengers." Punktet er mit mehr Sicherheit, größeren Dateien zum Versenden oder anderen Alleinstellungsmerkmalen? Es ist alles eine Frage der Nutzer-Bedürfnisse. "Den einen perfekten Messenger für alle, den gibt es noch nicht." Gezwungenermaßen muss aber niemand einen Messenger nutzen. Es bleibt als Alternative die SMS. Sie besticht mit einem hohen Standardisierungslevel, sagt Nick Kriegeskotte. "Man braucht nur die Rufnummer des anderen, schon kann man ihm texten."

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16.04.2016, 06:00 Uhr

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