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Pflegeheim in der Südstadt

Die Altenhilfe Tübingen plant Neubau mit 60 Plätzen am Hechinger Eck

In der Tübinger Südstadt soll ein neues Pflegeheim mit 60 stationären Plätzen gebaut werden. Der Aufsichtsrat der Altenhilfe Tübingen (AHT) mit der Ersten Bürgermeisterin als Vorsitzende votierte am Donnerstag einstimmig dafür, die AHT mit den Planungen zu beauftragen.

01.10.2016
  • Christiane Hoyer

Tübingen. Auch der Standort für das neue Heim ist schon relativ konkret: Es soll am Hechinger Eck, in der Nähe der Grundschule, entstehen und nach Auskunft von Bürgermeisterin Christine Arbogast „einen Mehrwert fürs Quartier haben“. Wie genau dieser Mehrwert aussehen soll, ist noch ebenso offen wie viele andere Details – angefangen vom konkreten Baufenster, dem Bauträger und den Kosten. Die Stadt würde sich die  stä-dtische Wohnungsbaugesellschaft GWG als Investor und sich selbst als Pächterin wünschen. Denkbar wäre aber auch, dass die AHT selber baut. Nach ersten Berechnungen würde der Heim-Neubau dann zirka 7,5 Millionen Euro kosten (ohne Grundstücks-, Erwerbs- und Erschließungskosten), wenn man einen Quadratmeterpreis von 10,75 Euro zugrunde legt. Dass die Stadt einen Nachholbedarf an Pflegeheimplätzen hat, ist unstrittig.

Städtischen Berechnungen zufolge fehlen bis 2020 mindestens 135 vollstationäre Plätze für pflegebedürftige Senioren. Der aktuelle Kreispflegeplan errechnete sogar einen Fehlbedarf von 260 Dauerpflegeplätzen in Tübingen. Arbogast erklärte diese Diskrepanz mit „präziseren Zahlen“, die man in der Stadtverwaltung für die Berechnung habe. Im Gegensatz dazu orientiere sich der Kreispflegeplan an Zahlen des Statistischen Landesamts. Der Kreispflegeplanung lägen daher andere Quoten zugrunde.

Die Erste Bürgermeisterin erklärte zudem: „Es ist utopisch, in Tübingen 260 neue Pflegeplätze zu schaffen. Da müssten wir ja jetzt sofort anfangen.“ Uwe Liebe-Harkort macht sich als Vorsitzender des Stadtseniorenrats schon länger Sorgen über den Mangel an Pflegeplätzen in Tübingen. Er hat einen beratenden Sitz im AHT-Aufsichtsrat und begrüßt den Beschluss zum Neubau. Liebe-Harkort vertritt jedoch die Ansicht: „Eigentlich müsste Tübingen gleich zwei neue Pflegeheime bauen.“

Die Idee von Tübingens Erster Bürgermeisterin, am neuen Heim-Standort „innovative Konzepte zu verwirklichen“, unterstützt er ausdrücklich. Gemeinsam mit der Hirsch-Begegnungsstätte und der Tübinger Beratungsstelle für Ältere bemüht sich die Projektgruppe „Seniorenwohnen und Pflege“ um die Realisierung alternativer Wohnformen. So stehen ambulante Wohnungen, etwa für jüngere Pflegebedürftige, und eine Tagespflege auf der Ideenliste. Stadt und Projektgruppe können sich auch vorstellen, in dem Heim einen gemeinsamen Mittagstisch für Grundschüler und Heimbewohner oder gar auch für Gewerbetreibende der Südstadt anzubieten. „Es ist schön, wenn sich alte und junge Menschen begegnen können“, sagt Liebe-Harkort. Auf jeden Fall „sieht sich die Projektgruppe bei den Planungen mit im Boot“.

Das Ganze „steckt noch in den Kinderschuhen“, sagt die AHT-Geschäftsführerin Anke Baumeister. Nun müsse man erst mal in die Bauplanungen einsteigen und abwarten, was das neue Pflegestärkungsgesetz an Möglichkeiten zulasse. Auf jeden Fall verspricht sich die AHT von dem neuen Heim eine „höhere Wirtschaftlichkeit“. Die AHT betreibt in Tübingen das Pauline-Krone-Heim (110 Pflegeplätze), das Bürgerheim (31) und das Kleinpflegeheim in Pfrondorf (15). Nur das größte dieser drei Pflegeeinrichtungen „trägt sich“, so Arbogast. Die beiden anderen stünden „am Rande der Betriebsfähigkeit“.

Ist ein Pflegeheim mit 60 Plätzen wirtschaftlich? Wenn man von vier Wohngruppen mit je 15 Bewohnern und dem entsprechenden Personalschlüssel ausgeht, schon, sagt Arbogast. Teurer würde es, wenn man die Pflege im Neubau auf zwei Stockwerken verteilt anböte – da sind die gesetzlichen Auflagen wiederum mit einem höheren Personalschlüssel verbunden.

Wie lange wird es dauern, bis der Neubau fertig gestellt ist und die ersten Bewohner einziehen können? „Es gibt noch keine konkrete Zeitschiene“, sagt die Erste Bürgermeisterin. „Aber wir wollen tüchtig Gas geben.“ Parallel dazu laufen Gespräche mit den Ortsvorstehern in den Teilorten über alternative neue Seniorenwohnformen.

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01.10.2016, 04:00 Uhr

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