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Träume in Acryl-Farbe

Die Ammerbucher Künstlerin Kirsten Dietel stellt in Breitenholz aus

Dank ihrer Maltechnik fangen die Bilder von Kirsten Dietel die Flüchtigkeit eines Traumes perfekt ein. Das Unterbewusste fasziniert die Ammerbucherin.

06.10.2014
  • Victoria Vosseberg

Ammerbuch-Breitenholz. „Was ich plane, geht sowieso schief, also plane ich nicht“, sagt Kirsten Dietel lächelnd. Ihre Kunst ist eine Kunst der Spontaneität und des Ausprobierens, möglichst losgelöst von festgelegten Konzepten. Daher beschränkt sie sich auch nicht in ihren Materialien. Collageartig arbeitet sie alles ein, was ihr in die Finger kommt, ob Stoffe, Pappen oder Tablettenpackungen.

Mehrmals geht sie mit lasierenden Farbaufträgen über ihre Bilder, trägt Spachtelmasse auf, ritzt Muster ein, drückt Stempel auf und verwirft das Farbkonzept dann völlig, um alles zu übermalen oder es mit Erde zu bestreuen. „Ich überarbeite das Bild solange, bis es mir gefällt. Dabei sind es oft ganz spontane Sachen, die die Dinge toll machen“, erklärt sie. Wie zum Beispiel die runden Abdrücke einer Gummi-Fußmatte, die in der hellblauen Acrylfarbe wie ein exotisches Muster wirken. „Meine Arbeitsweise setzt natürlich ein gewisses Chaos in meiner Werkstatt voraus“, kommentiert sie scherzhaft.

Dieser vielschichtige Arbeitsprozess verleiht Dietels Werken eine hypnotische Tiefe. Die Flächenhaftigkeit der Bilder wird durch die Transparenz des lasierenden Farbauftrags gebrochen, der ihnen eine greifbar scheinende und doch nicht wirklich fassbare Tiefe verleiht. Aus den Flächen treten scharf umrissene, archaisch anmutende Formen hervor, die Masken und Schiffen, manchmal auch anthropomorphen Figuren gleichen. Dabei schafft der wabernde, nebelartige Hintergrund nicht nur eine fast dreidimensionale Wirkung, sondern gibt auch die Undurchdringlichkeit und Flüchtigkeit eines Traumes wieder. Dietel will in ihrer Kunst die Realität durchbrechen und das Unterbewusste hochholen, das Geheimnisvolle und Mystische zieht sie besonders an. Im Mittelpunkt steht dabei der Traum, ihre eigenen Träume sind ihr oft Inspiration. Ein eher dünn scheinender Ansatz, der Dank Dietels farbenfroher und spielerischer Maltechnik aber zu einem ergiebigen Thema und einer anregenden Ausstellung in der Art-Road-Way-Kunstschule am Schönbuch führt. 27 Bilder und Skulpturen von Kerstin Dietel werden dort bis zum 24. Oktober ausgestellt.

Die Ammerbucher Künstlerin Kirsten Dietel stellt in Breitenholz aus
Kirsten Dietel vor ihrem Gemälde „Grenzgänger“. Bild: Vosseberg

Kirsten Dietel wurde 1956 in Klettwitz, Kreis Senftenberg geboren und absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Schauwerbegestalterin. Ihre künstlerische Laufbahn begann sie zunächst mit der Gestaltung von Skulpturen, das Malen brachte sie sich später selbst bei. 1997 wurde sie erstmals bei „Kunst in Tübingen“ in der Kunsthalle ausgestellt. Seither hat sie fast jährlich Ausstellungen überall in der Region.

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06.10.2014, 12:00 Uhr

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