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Fernbedienung für die Busse

Die B 14 zwischen Ihlingen und Dettingen bleibt vier Wochen länger gesperrt

Nun ist es amtlich: Die Vollsperrung der B 14 zwischen Ihlingen und Dettingen bleibt voraussichtlich bis 11. Oktober bestehen, da der Hang oberhalb der Straße besser gesichert werden muss. Ein Haus hatte sogar Risse bekommen. Für Schul- und Linienbusse gibt es eine Sonderregelung.

10.09.2014

Von Vincent Meissner

Horb/Ihlingen. Der Frust ist groß in Ihlingen. „Wir werden fast verrückt gerade“, sagt Bruno Oswald. Gemeinsam mit zwei Bekannten steht der Ihlinger auf der gesperrten Straße und blickt in Richtung der einige hundert Meter entfernten Baustelle. Dort hinten sind die Bauarbeiter gerade daran, den Hang zu sichern, auf dem sein Haus steht. „Uns und unserem Nachbarn haben sie das meiste weggegraben“, sagt Oswald. Er ist sauer, dass die Baustelle direkt vor seiner Balkontür jetzt noch länger bleibt: „Wir schlafen ja keine Nacht mehr“, sagt Oswald und stützt sich auf seinen Gehstock.

Schon seit Mitte Mai laufen die Arbeiten zur Erneuerung der B 14-Fahrbahn zwischen Dettingen und Ihlingen und der Sicherung des Hangs unterhalb der Dettinger Straße. Anfangs war die Strecke halbseitig gesperrt und eine Ampel regelte den Verkehr. Seit Beginn der Sommerferien Ende Juli ist die Straße voll gesperrt. Ursprünglich war geplant, die Bauarbeiten bis zum Ende der Schulferien am 14. September soweit beendet zu haben, dass die Straße wieder befahrbar ist. Doch daraus wird nun nichts. Nachmessungen von Geologen und Statikern haben vor rund drei Wochen ergeben, dass bei der Sicherung des Hangs nachgebessert werden muss (die SÜDWEST PRESSE berichtete). Ein Haus in der Dettinger Straße oberhalb des Hangs hat sogar Risse bekommen, weil sich der Untergrund bewegt hatte.

Dass es zu diesen sogenannten Setzungen des Untergrunds an der Böschung kam, ist darauf zurückzuführen, dass viel Wasser durch den Hang fließt. „Da weiß keiner so recht, wo das ganze Wasser herkommt“, sagt Erik Lang, stellvertretender Leiter Baureferats des Regierungspräsidiums (RP) in Freudenstadt. Für die zusätzliche Hangstabilisation ist nun anderes Baugerät und mehr Material nötig, das erst noch bestellt werden musste, was ebenfalls Zeit kostete.

Über die damit verbundene Verzögerung der Sperrung bruddeln nicht nur die Leute in Ihlingen. „Das ist echt beschissen“, schimpft eine Pendlerin, die täglich aus Richtung Sulz nach Horb fährt und deshalb seit Beginn der Sperrung über Betra auf die kurvenreiche Strecke hinunter nach Isenburg ausweichen muss. Und gestern waren auf dieser Kreisstraße zu allem Überfluss auch dort noch Belagsarbeiten im Gange.

Damit wenigstens die Schüler aus Richtung Dettingen nicht auch noch unter der Umleitung leiden müssen, ist für Busse eine Sonderregelung geplant: An beiden Enden der Baustelle sollen Schranken aufgestellt werden, welche die Busfahrer mit einer Fernbedienung öffnen können. 30 dieser Apparate gibt es bereits. „Wir haben aber noch mehr bestellt“, sagt Erik Lang vom RP.

Wie hoch die zusätzlichen Kosten durch die Verlängerung der Bauarbeiten sind, kann Lang noch nicht sagen: „So weit sind wir noch nicht.“ Ursprünglich hatte der Bund mit drei Millionen Euro gerechnet. Eins verspricht Lang jedenfalls: „Wir beeilen uns und hoffen so schnell wie möglich fertig zu sein.“ Auch das RP in Karlsruhe versucht die Wogen zu glätten: „Das Regierungspräsidium Karlsruhe bittet die Anwohner und Verkehrsteilnehmer für die Belastungen und Behinderungen um Verständnis“, heißt es in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung. Doch der Frust bei den Ihlingern und den betroffenen Pendlern ist damit schwer zu beseitigen.

Die Baufahrzeuge werden doch länger als ursprünglich geplant auf der B14 zwischen Ihlingen und Dettingen verkehren, da die Böschung unterhalb der Häuser in der Dettinger Straße (links in der Bildmitte) noch besser gesichert werden muss. Immerhin für Busse gibt es eine Schranken-Sonderregelung.Bild: vm

Für die weitere Zeit der Vollsperrung der B 14 zwischen Ihlingen und Dettingen gelten die gleichen Umleitungen wie bislang: In Richtung Rottweil führt diese bei Ihlingen auf die K 4779 und durch Rexingen auf die L 370 in Richtung Freudenstadt. Auf Höhe Grünmettstetten geht es weiter auf die K 4703 nach Bittelbronn und über Dießen (L 370) bei Dettingen wieder auf die B 14. Die Umleitung der Gegenrichtung führt bei Neckarhausen auf die K 4762 über Betra nach Empfingen. Bei Empfingen geht es weiter auf die L 396 nach Nordstetten und weiter auf die B 32 nach Horb.

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Erstellt:
10. September 2014, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
10. September 2014, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 10. September 2014, 12:00 Uhr

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