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Champions League

Die Botschaft steht vor dem sportlichen Erfolg

In Dortmund wird weiterhin über den Fußball in Zeiten des Terrors diskutiert. Der FC Bayern steht ohne Innenverteidiger da, gibt sich aber nicht auf.

15.04.2017
  • GEK/SID/DPA

Stell dir vor, es ist Fußball-Bundesliga – und kaum einer spricht darüber. Doch genau das passiert vor den Spielen heute zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern München (15.30 Uhr) und der Begegnung Borussia Dortmund – Eintracht Frankfurt (18.30 Uhr). Bei beiden deutschen Champions-League-Vertretern kreisen die Gedanken fast ausschließlich um die Umstände der ersten Halbfinal-Begegnung gegen Real Madrid (1:2) und AS Monaco (2:3). Und um das jeweilige Rückspiel am Dienstag (FC Bayern) und Mittwoch in Spanien und im Fürstentum.

Die Dortmunder Profis verarbeiten nach dem Sprengstoffattentat auf ihren Mannschaftsbus den „schlimmsten Tag ihres Lebens“, so Innenverteidiger Sokratis. „Die Mannschaft musste in kürzester Zeit Unfassbares leisten“, schreibt Vereinschef Hans-Joachim Watzke im Vorwort der BVB-Stadionzeitung zum heutigen Spiel.

Für seine Kritik an der raschen Neuansetzung der Begegnung gegen Monaco – sie erfolgte, als die Dimension des Anschlages noch gar nicht feststand – erhält Dortmunds Trainer Tuchel viel Unterstützung aus dem Kollegenkreis. “Es ist schon paradox, wenn man als Fußballer keine Zeit mehr hat, um solche Dinge als Mensch zu verarbeiten. Es geht immer weiter und immer höher und immer schneller“, kritisiert Frankfurts Trainer Niko Kovac die Atemlosigkeit des Geschäftes.

Aus Watzkes Sicht ist die heutige Begegnung mehr als nur ein Fußball-Spiel. „Wie gegen Monaco spielen wir nicht nur für uns. Wir spielen für alle. Wir wollen deutlich zum Ausdruck bringen, dass Terror und Hass unser Handeln niemals bestimmen dürfen.“ Und Freiburgs Trainer Christian Streich meint: „Der sportliche Erfolg kann zweitrangig sein, wenn es um eine Botschaft geht, die man an diejenigen schickt, die Menschen in die Luft sprengen wollen.“

Den BVB-Profis jedoch fällt es außerordentlich schwer, diesen Anspruch zu erfüllen. Keiner wollte am Mittwoch, keine 24 Stunden nach dem Attentat, spielen. „Dass man mit Fußball ein Zeichen setzen soll, ist weit entfernt von meinem Verständnis“, erklärte Nuri Sahin. Sein Kollege Sokratis verließ die Arena nach dem 2:3 gegen Monaco mit einer Mischung aus Wut, Enttäuschung und Unverständnis. „Wir sind keine Tiere. Wir sind Menschen, die Familie und Kinder zu Hause haben. Es war der schlimmste Tag in meinem Leben.“

Im Vergleich zu den direkt vom Anschlag betroffenen Dortmundern hatte der FC Bayern lediglich einen sportlichen Schock zu verarbeiten. Nach der 1:2-Heimniederlage gegen Real Madrid richtet sich der Fokus auf das Halbfinal-Rückspiel am Dienstag im Bernabeu-Stadion. Wer nach diesem Spiel zu müde sei, bekomme heute in Leverkusen eine Pause, wird Trainer Carlo Ancelotti vor dem zweiten Aufeinandertreffen mit Real binnen einer Woche etliche Spieler in der Bundesliga wohl schonen.

Zidane: Werden leiden müssen

Anders als zuletzt im nationalen Wettbewerb wurde der deutsche Meister ernsthaft gefordert. Und war nach der Gelb-Roten Karte von Xavier Martinez in Unterzahl chancenlos. Der spanische Innenverteidiger fehlt am Dienstag ebenso wie Mats Hummels. Zu allem Überfluss müssen die Münchner auch noch um Jérôme Boateng bangen. Der Weltmeister habe Adduktorenprobleme und falle heute aus , sagte Ancelotti. Noch hofft er, dass Boateng mit in die spanische Hauptstadt reisen kann. Falls nicht, wird er kräftig improvisieren müssen.

Dennoch geben sich die Bayern noch längst nicht geschlagen und wollen sich mit einem Aus im Viertelfinale nach fünf Halbfinal-Teilnahmen in Serie noch nicht abfinden. „Im Fußball hat es schon größere Geschichten gegeben“, glaubt Thomas Müller trotz Cristiano Ronaldos Doppelpack in München an eine Wende. Niemand sollte uns abschreiben, schickte Kapitän Philipp Lahm hinterher. Real Madrids Trainer Zinedine Zidane stellt sich schon mal auf Münchner ein, die um ihre Chance kämpfen: „Wir werden leiden müssen“, glaubt der Franzose. gek/sid/dpa

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15.04.2017, 06:00 Uhr

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