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Die Bürger entscheiden über umstrittene Hängebrücke
Das Computerbild zeigt, wie die Fußgängerbrücke das Neckartal überspannen könnte. Foto: dpa
Rottweil

Die Bürger entscheiden über umstrittene Hängebrücke

In Rottweil sind wieder die Einwohner gefragt: Sie sollen darüber abstimmen, ob ein privater Investor eine umstrittene Hängebrücke bauen darf.

21.10.2016
  • PETRA WALHEIM

Rottweil. Der Antrag der CDU-Fraktion ging im Rottweiler Gemeinderat mit deutlicher Mehrheit durch. Damit ist entschieden, dass die Einwohner Rottweils am 19. März nächsten Jahres darüber abstimmen können, ob sie die umstrittene Hängebrücke von der historischen Altstadt zum Thyssen-Aufzugsturm haben möchten. Offen bleibt bei der vorgesehenen Fragestellung die Trassenführung für die fast einen Kilometer lange Hängebrücke, die das Neckartal überspannen soll. Das sorgte in der Sitzung am Mittwochabend noch einmal für Diskussionen. Die Freien Wähler wollten zumindest das denkmalgeschützte Areal des Bockshofs als Einstieg in die Brücke ausgeschlossen wissen. Doch der Antrag wurde abgelehnt.

Das Vorhaben des privaten Investors und Bauunternehmers Günter Eberhardt aus Hohentengen (Kreis Sigmaringen) ist seit Anfang des Jahres ein großes Thema in der ältesten Stadt des Landes. Viele können sich die Hängebrücke als direkte Verbindung zum Thyssen-Turm mit Deutschlands höchster Aussichtsplattform durchaus vorstellen. Für Diskussionen sorgt die Frage, wie sie geführt werden soll, wo die Andockstellen in der Kernstadt und im Gewerbegebiet „Berner Feld“ platziert werden sollen. Daran scheiden sich die Geister. Die Frage wird aber auch durch den Bürgerentscheid nicht geklärt. Denn da wird gefragt: „Soll die Stadt Rottweil die Voraussetzungen dafür schaffen, dass ein privater Investor eine Hängebrücke zwischen dem Berner Feld und der historischen Kernstadt errichten kann?“

Der Beschluss des Gemeinderats hat eine ungewöhnliche Situation geschaffen, die es so vermutlich nicht oft gibt: Die Bürgerinitiative „Rottweil OHNE Hängebrücke“ (BI) ist seit Wochen dabei, Unterschriften gegen das Projekt zu sammeln mit dem Ziel, über ein Bürgerbegehren ebenfalls einen Bürgerentscheid auf den Weg zu bringen. Der Startschuss für die BI fiel, als sich der Gemeinderat im Juni gegen einen Bürgerentscheid stellte. Die Begründung damals hieß, zunächst sollten die Bürger gehört werden. Deshalb wurde ein Dialog-Forum eingerichtet. In dem arbeiteten 50 Teilnehmer, darunter auch willkürlich ausgewählte Bürger, das Projekt durch. Eine Empfehlung des Forums an den Gemeinderat war, die Bürger über die Hängebrücke entscheiden zu lassen. So ist es nun beschlossen.

Doch danach sah es im Juni nicht aus. Deshalb hat sich die BI ans Werk gemacht. Ob sie es fortsetzen wird, ist nach Auskunft des BI-Sprechers Dr. Winfried Hecht noch nicht entschieden. Nach Auffassung des Regierungspräsidiums Freiburg ist es rechtlich möglich, dass die BI weiter Unterschriften sammelt und ein Bürgerbegehren einreicht, obwohl es um die gleiche Sache geht. Entscheidend sei in diesem Fall die Frage, die bei dem von der BI initiierten Bürgerentscheid gestellt werden soll.

Ob das Bürgerbegehren zugelassen wird, darüber hat ohnehin der Gemeinderat zu entscheiden. Der jedoch hat nur wenig Spielraum für eine Ablehnung. Für Rottweil ist dies der zweite Bürgerentscheid innerhalb von knapp zwei Jahren. 2015 stimmten die Bürger über den Neubau eines Gefängnisses ab.

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21.10.2016, 06:00 Uhr

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