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Ministerium und Truppe mit neuer Struktur

Die Bundeswehr wird jetzt zur Cyber-Armee

Verteidigungsministerin von der Leyen treibt den Aufbau einer Cyber-Armee voran. Damit wappnet sich die Bundeswehr gegen Internet-Angriffe.

27.04.2016
  • GUNTHER HARTWIG

Berlin. Über 60 Jahre nach ihrer Gründung erhält die Bundeswehr eine neue Teilstreitkraft mit dem etwas sperrigen Namen "Militärischer Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum". Die Einheit tritt gleichberechtigt neben Heer, Luftwaffe, Marine, Sanitätsdienst und Streitkräftebasis. Sie wird in etwa fünf Jahren aus über 13 500 Soldaten und zivilen Mitarbeitern bestehen. Die Bundeswehr hat derzeit 177 000 uniformierte und 87 000 zivile Angehörige.

Die politische und militärische Führung der Truppe reagiert mit dieser Strukturreform auf die zunehmende Bedrohung der Bundeswehr wie auch anderer Informationssysteme des Bundes durch Angriffe im Internet. Täglich registriert das zuständige Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik rund 6500 Hackerattacken auf die öffentliche Verwaltung des Bundes, darunter auch einige sehr ernstzunehmende Vorfälle.

Ursula von der Leyen (CDU) sieht die Bundeswehr als ein "Hochwertziel für diejenigen, die ihr schaden wollen". Cyber-Angriffe auf die Rechner Bediensteter, IT-Einrichtungen oder computergestützte Waffensysteme könnten auf Manipulation, Sabotage oder Spionage zielen. Daher müsse die Truppe in der Lage sein, sich zu schützen und das Land zu verteidigen. Vorbild sind die USA, Israel und Estland, die beim Aufbau von Cyber-Abwehrzentren weit vorangeschritten sind.

Verteidigung und Schutz gegen Internet-Attacken stehen im Vordergrund, allerdings gibt es zugleich eine verdeckt agierende Einheit von 60 Soldaten, die in Rheinbach bei Bonn auch Cyber-Angriffe trainiert. Ein solcher offensiver Einsatz müsste allerdings zuvor - ähnlich wie eine Auslandsmission der Bundeswehr - vom Parlament mandatiert werden.

Das Personal für die neue Teilstreitkraft wird zunächst aus den übrigen Truppenteilen rekrutiert. Allerdings wirbt die Bundeswehr auch intensiv um IT-Spezialisten aus Wirtschaft, Wissenschaft und anderen Bundesbehörden. Für diese Kampagne stehen 3,6 Millionen Euro zur Verfügung. Parallel dazu werden an der Bundeswehr-Universität in München bis 2018 ein neuer Studiengang für Cyber-Abwehr sowie in Kooperation mit den dortigen Hochschulen und Forschungsinstituten ein "Cyber-Cluster" aufgebaut.

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27.04.2016, 06:00 Uhr

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