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Unterm Dach des Martinihauses

Die Carl-Joseph-Leiprecht-Schule hat zwei fünfte Klassen ausgelagert

Die Rottenburger Carl-Joseph-Leiprecht-Schule hat in diesem Schuljahr statt einer erstmals zwei fünfte Klassen: Eine Werkrealschulklasse und – ganz neu – eine Realschulklasse. Beide sind im Martinihaus an der Sprollstraße untergebracht. Unterrichtet werden sie in weiten Teilen in gemischten Gruppen.

30.11.2012
  • hete henning

Rottenburg. Genau 56 Fünftklässler wurden nach den Sommerferien in der Katholischen Freien Carl-Joseph-Leiprecht-Schule (CJL) eingeschult: 28 Jungen und 28 Mädchen, wovon jeweils die Hälfte die Werkrealschule und die andere Hälfte den Realschulzug besucht. Aus Platzgründen sind die beiden Klassen nicht im Stammhaus der Schule in der Weggentalstraße untergebracht, sondern im Martinihaus an der Sprollstraße. Dort sollen künftig die Klassen 5 und 6 des neuen Verbunds unterrichtet werden; in Klasse 7 ziehen die Schüler(innen) in die Weggentalstraße um, wo bis dahin durch einen Anbau der nötige Platz geschaffen werden soll. Das Martinihaus, ein musisches Internat der Diözese Rottenburg-Stuttgart, vermietet der CJL nicht nur die nötigen Räume. Es will durch die Kooperation auch pädagogisch profitieren.

CJL-Schulleiter Thomas Müller zieht nach den ersten drei Monaten ein positives Resümee. Die von manchen befürchtete interne Aufspaltung (hie die Realschüler, da die Werkrealschüler) sei nicht eingetreten. In den so genannten gemischten Lerngruppen sei anhand der Leistung „in vielen Fällen keine Zuordnung zur einen oder anderen Schulart möglich“. Den Kindern werde ihre Zugehörigkeit am ehesten dann bewusst, wenn beispielsweise die Realschüler in Fächern wie Mathe oder Englisch getrennt unterrichtet werden, um den zuvor gemischt erlernten Stoff dem Lehrplan gemäß zu vertiefen. Erst ab Klasse 7 soll der Unterricht deutlich differenzierter werden.

Auslöser war der Regierungswechsel

Die Idee, einen Realschulzug einzurichten, war laut Müller eine Folge des Regierungswechsels in Baden-Württemberg im März 2011: Die Grundschulempfehlung verlor ihre Verbindlichkeit, die neue rot-grüne Landesregierung setzt auf längeres gemeinsames Lernen in leistungsgemischten Gruppen. Die Möglichkeit, die CJL zu einer Gemeinschaftsschule zu machen, schied aus, da die Finanzierung dieser Schulart für Privatschulen noch unklar war. Inzwischen, so Müller, sei diese Frage geklärt. Eine Weiterentwicklung zur Gemeinschaftsschule schließe er nicht aus, sagt er, gibt aber zu bedenken, dass Rottenburg bereits vier Schulen mit gymnasialen Eingangsstufen hat.

Zahlenmäßig sei der Schritt von der Ein- zur Zweizügigkeit kein Problem gewesen, berichtet Müller; den 56 zu vergebenden Plätzen hätten 80 Anmeldungen gegenüber gestanden. Das Interesse der Eltern am gemeinsamen Lernen sei groß, zudem biete seine Schule in Rottenburg nun erstmals einen katholischen Realschulzug auch für Knaben. Für Mädchen sei zugleich eine koedukative Alternative zur katholischen Mädchenrealschule St. Klara entstanden.

Ein weiterer Trumpf, mit dem die CJL für sich wirbt, ist das Ganztageskonzept an drei Wochentagen. Mittagessen gibt es in der offenen Mensa des Martinihauses ohnehin. Bei Bedarf können sich die CJL-Schüler(innen)) an den zwei schulfreien Nachmittagen ins das Betreuungsprogramm einklinken, das das Martinihaus seinen Internatszöglingen bietet. Zur Zeit tun das laut Martinihaus-Direktor Joseph Albrecht acht Kinder.

In Hausschuhen zum Unterricht

Das Internat beherbergt 60 Kinder und Jugendliche aus ganz Baden-Württemberg, die – von Klasse 5 bis zum Abitur – verschiedene Rottenburger Schulen besuchen. Den CJL-Ableger unterm eigenen Dach des Martinihauses sieht Albrecht als Chance: Kinder, die noch nicht selbständig genug sind, um weiter entfernte Schulen zu besuchen, könnten so quasi „in Hausschuhen zur Schule gehen“. Damit möchte Albrecht in Zukunft verstärkt werben. Momentan kommt nur ein CJL-Fünftklässler aus dem Internat.

Die Carl-Joseph-Leiprecht-Schule hat zwei fünfte Klassen ausgelagert
Die einen sind Realschüler, die anderen Werkrealschüler: An der Carl-Joseph-Leiprecht-Schule werden sie in Klasse 5 und 6 weitgehend gemeinsam unterrichtet, sei es in Englisch oder Mathe oder – wie hier im Bild mit Lehrerin Elisabeth Holocher – bei der Freien Stillarbeit. Bild: Metz

Sowohl die Carl-Joseph-Leiprecht-Schule (CJL) als auch das Martinihaus legen Wert auf eine musische Bildung ihrer Zöglinge: Für die Jungen und Mädchen der CJL ist der Besuch einer Bläserklasse obligatorisch. Im Martinihaus steht dafür die Kapelle zur Verfügung.
Im Martinihaus, das ebenfalls Kinder und Jugendliche beiderlei Geschlechts beherbergt, ist der Gesang weit vorn auf dem Lehrplan: Der Chorbesuch ist Pflicht, außerdem steht die Stimmbildung regelmäßig auf dem Programm.

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30.11.2012, 12:00 Uhr

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