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Tiefsinnig, zotig, genial

Die Combo „Wendrsonn“ überzeugte in Talheim mit ihrem schwäbischen Blues

Ganz in der guten alten Tradition eines Wolle Kriwanek trat am Samstag mit der Band „Wendrsonn“ eine Combo in der Steinachhalle auf, der es völlig egal ist, wenn sie wegen ihrer schwäbischen Songs angesprochen wird. Hat sie auch nicht nötig, denn „Wendrsonn“ ist eine Vereinigung von hervorragenden Musikern. Eine Band, der man blind den Blues abnimmt.

02.11.2015
  • Willy Bernhardt

Talheim. Knut Peter, der rührige Macher des Musikvereins Obertalheim, lag mit seinem Team wieder einmal goldrichtig, am Abend des Reformationstags wieder zu einem besonderen musikalischen Leckerbissen einzuladen. Was ihnen mit der Verpflichtung der Folkrock-Band „Wendrsonn“ aus dem Raum Backnang am Samstagabend in der gut besuchten Steinachhalle auch eindrucksvoll gelang. Knut Peter setzt auf musikalische Qualität und das wurde von der Band eindrucksvoll geliefert. Was Biggi Binder (Gesang, Flöten, Tasten, Gitarre), Markus Stricker (Gesang, Quetsche, Tasten, Gitarre, Ukulele), Klaus Marquardt (Violine, E-Violine, Mandoline, Gitarre), Micha Schad (Gitarren), Ove Bosch (Bass, Gesang, Kontrabass) sowie Heiko Peter (Schlagzeug, Perkussion) drauf haben erklärt sich allein schon von daher, in welch renommierten internationalen Bands sie bereits aktiv mitgewirkt haben.

Das SCHWÄBISCHE TAGBLATT stellte nicht grundlos fest, „dass das Publikum atemlos in die Sitze gepresst blieb“, sogar „sexy“ sei „das Schwäbisch mit Wendrsonn“, befand die Heilbronner Stimme. Und die Stuttgarter Zeitung ist sich darüber sicher: „Ganz oben ist einer sehr zufrieden mit Wendrsonn – Wolle Kriwanek.“ Und tatsächlich bringe die sechsköpfige Kapelle mit ihren schwäbischen Texten und der exzellenten Musik die Zuschauer „tiefsinnig, zotig und genial“ vom Staunen zum Johlen, wie eine andere Gazette befand.

Kein Wunder deshalb auch, dass die kreativen Schwaben um den Ausnahmegeiger Klaus Marquardt das Musterländle unaufhaltsam rocken und sich inzwischen anschicken, mit ihrem Vagabundencharme die ganze Republik zu begeistern. Die Gäste in Talheim konnten sich davon eindrucksvoll selbst überzeugen. Rotzfrech werfen Frontfrau Biggi Binder und ihre virtuosen Jungs aus dem wilden Süden jede Menge Klischees über Bord und zelebrieren einen virtuosen Folkrock-Crossover, bei dem ordentlich die Fetzen fliegen. Dies hat sich längst schon bei den Radiomachern herumgesprochen. Erst jüngst landete „Wendrsonn“ in der legendären SWR 1-Hitparade auf Rang 56.

Wenn sie sich des „Lieds der Schwaben“ annehmen, dann gleicht dies mit einer knallharten Abrechnung mit dem Schwaben als solchem. Doch es ist eben immer auch der berühmte „Wendrsonn“- Schalk dabei herauszuhören. Oder wenn sie sich des Schwaben-Klassikers „Auf’m Wase graset d’Hase“ annehmen, dann wird dieses Lied einfach mehr ins Oberschwäbische verlegt und mit Calypso-Rhythmen untermalt, „denn schließlich ist Oberschwaben näher an Italien dran“. Und beim „Schaffa, schaffa, Häusle baue“ nach „Wendrsonn“-Machart wird schon nach wenigen Tönen vom Publikum überwältigt mitgeklatscht.

Mit erdiger Sinnlichkeit und solistischen Schwabenstreichen spielen sie sich auch in Talheim die Seele aus dem Leib und proklamieren augenzwinkernd den ultimativen Soundtrack zum neuen schwäbischen Selbstverständnis. Man kann es auch so sehen. „Wendrsonn“ bietet Sinn und Unsinn aus dem Land der Dichter, Denker, Räuber und Rebellen, „zom Lacha ond zom Heula scheee“. Heftigst beklatscht wurde folgende geschilderte Episode von Markus Stricker. „Kürzlich war ich mit ein paar Kumpels in Backnang gemütlich ein Bier trinken. Dann kam ein Junger auf mich zu und fragte, ob ich der Markus Stricker sei. Ich bejahte dies und bekam dann zur Antwort: I soll dir ’n Gruaß von meim Opa ausrichta“. Damit muss man umgehen können. Die „Wendersonn“ kann dies – und zwar trefflich und entspannt.

Die Combo „Wendrsonn“ überzeugte in Talheim mit ihrem schwäbischen Blues
Kritiker behaupten, bei der Band „Wendrsonn“ sei sogar das Schwäbische sexy. Wenn das mal kein Kompliment ist…Bilder: Kuball

Die Combo „Wendrsonn“ überzeugte in Talheim mit ihrem schwäbischen Blues
Teufelsgeiger“ Klaus Marquardt zählt zu den Besten seines Fachs in der Republik und hat schon bei namhaften internationalen Bands mitgespielt.

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02.11.2015, 12:00 Uhr

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