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Bewegender Abschied

Die Flüchtlingsfamilie Rashiti aus dem Kosovo verlässt Nordstetten

Der Nordstetter Freundeskreis Asyl und die Ortsverwaltung haben die Familie Rashiti am Donnerstagnachmittag in einer kleinen Feierstunde im Gemeindehaus verabschiedeten. Die Flüchtlings-Familie kehrt freiwillig ins Kosovo zurück.

14.11.2015

Als erste Flüchtlingsfamilie im Ort zog im März dieses Jahres die damals sechsköpfige Familie Rashiti ins Pfarrhaus in Nordstetten ein. Inzwischen hat die Familie zuwachs bekommen: Das fünfte Kind, die kleine Rrezarda, kam im April zur Welt. Die älteren Kinder Gresa und Endrit besuchten die Schule in Horb, Rinesa den Kindergarten in Nordstetten. Das Einleben in Nordstetten hatte der dortige Freundeskreis Asyl erleichtert. Allerdings konnte Vater Avdil Rashiti mit seinen guten Deutschkenntnissen in vielen Situationen auch als Dolmetscher weiterhelfen. Er lebte bereits vor einiger Zeit für fünf Jahre in der Schweiz und beherrscht die deutsche Sprache deshalb sehr gut.

Nun hat die Familie beschlossen, freiwillig in den Kosovo zurückzukehren, da die Zukunftsperspektive der Kinder in Deutschland wohl nicht zu erfüllen sind. Auch befürchten die Eltern, dass es für sie keinen positiven Bescheid als anerkannte Asylbewerber geben wird. Bevor sie in einer Nacht- und Nebelaktion abgeschoben werden, organisierte der Familienvater daher die freiwillige Rückreise.

Verschwundene Pässe verzögern die Rückreise

Die schwere Entscheidung fiel bereits im Juni. Damals war geplant, dass die Kinder zum neuen Schuljahr schon wieder auf ihre frühere Schule im Kosovo gehen können. Verschwunden Pässe, die in Karlsruhe, wo Asylantrag gestellt wurde, unauffindbar waren, verzögerten jedoch die Abreise.

Nun ist es allerdings soweit und Familie Rashiti kehrt zurück in die alte Heimat. Dort können die Eltern mit ihren Kindern im Haus der Großeltern wohnen und die Kinder kehren zurück in ihre früheren Schulklassen. Vater Avdil Rashiti hat eine Stelle in seinem alten Betrieb als Maurer in Aussicht. Die älteste Tochter (13) hat nach ihrem nun letzten Schuljahr die Möglichkeit, im nächsten Jahr eine Ausbildung als Krankenschwester zu beginnen. Der Ausbildungsplatz ist ihr zugesichert. Vater Avdil Rashiti denkt, dass seine Kinder im Kosovo nun bessere Chancen haben als in Deutschland.

Heute Mittag wird die lange Reise beginnen. Mit Taxi, Bus, Schiff und wieder mit dem Bus geht es zurück. Die Mitglieder des Nordstetter Freundeskreises Asyl, allen voran Walter Abberger und Rüdiger Vitt, nahmen sichtbar sehr schweren Herzens von den liebgewonnenen Menschen Abschied. Bereits am Dienstag wurden die Kinder in Schule und Kindergarten bewegend verabschiedet. Hartmut Steier übernahm die Verabschiedung im Namen der Ortsverwaltung. Es wurde der Familie von allen, die sie die letzten Monate begleitet haben, alles erdenklich Gute gewünscht. Sie hoffen, dass der freundschaftliche Kontakt auch über die weite Distanz weiter bestehen wird.Margita Manz

Die Flüchtlingsfamilie Rashiti aus dem Kosovo verlässt Nordstetten
Ein letztes Gruppenbild in Nordstetten: Familie Rashiti kehrt nach mehr als einem halben Jahr in Nordstetten freiwillig zurück ins Kosovo, um einer drohenden Abschiebung zuvorzukommen.Bild: maz

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14.11.2015, 12:00 Uhr

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