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Die Fröhlichkeit der Frauen, Teil I

Gwyneth Palthrow, Angelina Jolie, Pink, Halle Berry – warum liegen Männer diesen Frauen zu Füßen? Was haben sie, was andere nicht haben? Man könnte meinen: Sie sehen super aus mit ihren klappsymmetrischen, harmonisch gegliederten Gesichtern, den großen Augen, niedlichen Nasen, aufgeworfenen Lippen, Bergen von Haaren und – nicht zu vergessen – diesen wohlgeformten Körpern. Doch so einfach setzt sich das Frauenbild der Männer nicht zusammen.

21.10.2014
  • Ulla Steuernagel

Was also macht diese und alle Frauen wirklich anziehend? Eine Forschergruppe um die Entwicklungsneurologin Prof. Marina Pavlova sucht am Tübinger Klinikum nach Antworten. Sie studiert seit Jahren die Unterschiede in der Wahrnehmung von Körpersprache bei Männern und Frauen. Nehmen wir das Ergebnis vorweg und fassen es mit den Worten der Pressemitteilung des Uniklinikums zusammen: „Männer mögen fröhliche Frauen.“

Diese Aussage muss erst einmal einsickern. Es ist also die Fröhlichkeit der Frauen, der die Männer erliegen. Vorbei die Zeiten, in denen schöne, aber unfröhliche Frauen in wilder Sinnlichkeit ein Auto, ein Bier oder ein Herrenparfüm bewerben! Den potenziellen männlichen Käufer sollten sie also anlächeln, wenn nicht sogar anlachen. Männer, dies haben die hiesigen Forscher herausgefunden, sind im Erkennen fröhlicher Körpersignale nämlich besser.

In der ersten Runde wurde den Versuchsteilnehmern abverlangt zu erkennen, ob eine an die Tür klopfende Person fröhlich, neutral gestimmt oder wütend war. In der nächsten Runde ging es um das Erkennen von Emotionen bei Gehenden. Das erstaunliche Ergebnis: Männer bekamen die fröhlichen Körpersignale besser mit, Frauen die wütenden. „Insbesondere konnte gezeigt werden, dass Männer fröhlich gehende Frauen am besten erkennen“, heißt es in der Mitteilung. Während bei den weiblichen Versuchsteilnehmern eine Gehirnregion über dem rechten Temporallappen vorwiegend aktiv war, arbeitete es bei den Männern hauptsächlich in der Frontalhirn-Region – dort also, wo sozial relevante Entscheidungen getroffen werden.

Die gute Nachricht für Männer: Entgegen der verbreiteten Ansicht, sie seien darin weniger begabt, können sie non-verbale Signale ebenso gut verstehen wie Frauen es können. Und sie sind im Erkennen fröhlicher Signale sogar besser als sie.

Die gute Nachricht für Frauen: Schönheit ist gar nicht so wichtig. Die schlechte Nachricht für Frauen: Sie müssen eine ihrer Bastionen, nämlich die der Wahrnehmung von Emotionen, mit den Männern teilen. Darüber hinaus sind sie stärker auf die negativen Gefühle fixiert: Sie erkennen Wut besser als Fröhlichkeit.

Das ideale Paar wäre demnach: er wütend, sie fröhlich. Ob das jedoch auf Dauer gut geht? Denn wenn ihre Fröhlichkeit ansteckend wirkt, verfliegt seine Wut. Dann aber nimmt sie ihn nicht mehr genügend wahr. Sie macht womöglich einen fröhlichen Abgang und ihn damit wütend. Damit ist alles wieder auf Anfang. So hat die Wissenschaft also wieder mal die Paradoxie der Geschlechterbeziehung aufgedeckt.

(Fortsetzung folgt)

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21.10.2014, 12:00 Uhr

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