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Die Rauchmelder kommen

Die GWG installiert im Herbst 7300 Geräte in Wohnungen / Mieter bezahlen Wartung

Langsam wird es Zeit: Bis Ende des Jahres müssen die Eigentümer von Wohnungen Rauchmelder in Schlafzimmern und Fluchtwegen einbauen – so will es das Gesetz. Tübingens größter Vermieter, die GWG, lässt die kleinen Lebensretter ab September installieren.

14.06.2014
  • Jonas Bleeser

Tübingen. Acht Menschen starben im März vergangenen Jahres bei einem verheerenden Brand in Backnang. Dazu wäre es nach Einschätzung von Feuerwehrleuten nicht gekommen, hätte es in dem Altbau Rauchmelder gegeben, die mit einem lauten Pfeifton die Bewohner rechtzeitig geweckt hätten. Denn im Schlaf nimmt der Körper Rauchgeruch nicht war – die meisten Todesopfer bei Bränden ersticken an den Rauchgasen.

Unter dem Eindruck der Backnanger Katastrophe beschloss der Landtag im April 2013, in Baden-Württemberg eine allgemeine Rauchmelderpflicht einzuführen, wie es sie in anderen Bundesländern schon länger gibt. Sie verpflichtet die Eigentümer von Häusern und Wohnungen, bis Ende des Jahres alle Schlafzimmer sowie die Fluchtwege zur Wohnungstür mit den meist an der Decke montierten Warnanlagen auszurüsten.

Tübingens größter Vermieter, die Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau, geht noch einen Schritt weiter: „Wir bestücken ergänzend auch die Wohnzimmer“, sagt der GWG-Chef Gerhard Breuninger, „manche unserer Mieter benutzen es auch als Schlafraum.“ Die GWG vermietet und verwaltet in Tübingen insgesamt über 2000 Wohnungen. In ihnen sollen deshalb insgesamt 7300 Rauchmelder eingebaut werden.

Das macht die Gesellschaft allerdings nicht selbst: Sie hat einen Vertrag mit dem Dienstleister Brunata-Metrona geschlossen und mietet die Geräte. Das Gesetz setzt den Eigentümern eine Frist bis Jahresende 2014. Die Metrona-Monteure soll nun im September und Oktober anrücken und die GWG-Wohnungen nachrüsten. Und zwar alle – haben Mieter bereits selbst Rauchmelder eingebaut, bekommen sie die neuen trotzdem. „Wir wollen ein einheitliches Modell, sonst haben wir keinen Überblick“, begründet das Breuninger. Der Dienstleister übernimmt darüber hinaus auch die jährliche Funktionskontrolle der Melder. Das von der GWG ausgeguckte Modell hat eine Langzeitbatterie, sodass die Mieter nicht jährlich die Stromversorgung kontrollieren müssen, wie es das Gesetz eigentlich vorsieht. „Da hätten wir auch keine Garantie, dass es wirklich gemacht wird“, sagt Breuninger.

Die regelmäßige Prüfung sollen Angestellte von Metrona übernehmen. Dazu müssen sie nicht in die Wohnungen hinein, denn jeder Melder überträgt per Funk ein Kontrollsignal, das im Treppenhaus empfangen werden kann. Diesen Service bezahlen letztlich die Mieter: Die Kosten reicht die GWG an ihre Kunden weiter. Pro Jahr verlangt sie 5,80 Euro pro Gerät. Für eine Vier-Zimmer-Wohnung mit Rauchmeldern in Flur, Schlaf-, Wohn- und Kinderzimmer kostet das also 23,80 Euro mehr im Jahr. Breuninger hält das für vertretbar: „Für diese geringen Mehrkosten erhält man einen deutlich höheren Sicherheitsstandard.“

Raucher müssen sich laut Breuninger keine Sorgen machen, bald immer wieder in ihrem Wohnzimmer auf eine Leiter klettern zu müssen, um Fehlalarme abzuschalten. Die Geräte sollen erst ab einer hohen Konzentration reagieren. Bei extremen Kettenrauchern, sagt Breuninger, müsse man dann eben nach einer individuellen Lösung suchen.

Die GWG installiert im Herbst 7300 Geräte in Wohnungen / Mieter bezahlen Wartung
Diese Rauchmelder sollen künftig auch in Horb Leben retten.Bild: Metz

Ab wann gilt sie? Die Rauchmelderpflicht ist bei Neubauten bereits seit Juli 2013 Pflicht. Alle anderen Wohnungen müssen bis zum 1. Januar 2015 nachgerüstet sein.
Wer muss sich kümmern? Der Eigentümer muss die Geräte kaufen und installieren. Der Mieter ist verpflichtet, die Funktion zu überprüfen und gegebenenfalls die Batterien auszuwechseln – es sei denn, das übernimmt der Eigentümer.
Was passiert bei Verstößen? Wenig. Das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur teilt mit, dass ein Ignorieren rechtswidrig ist. Ein Bußgeld gibt es jedoch nicht.

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14.06.2014, 12:00 Uhr

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