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Dettenhäuser Wärme-Netz: Es geht weiter

Die Genossenschaft startet mit modifizierter Trasse

Auch wenn der Gemeinderat noch nicht über den Anschluss von Schule und Rathaus an das Nahwärme-Netz entschieden hat: Die Dettenhäuser Bürgergenossenschaft steuert weiter auf eine eigene Wärme-Versorgung für den Ort zu. „Wir machen das auf jeden Fall“, sagt Franz Milley.

03.08.2012
  • Martin Mayer

Dettenhausen. Die letzte Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause endete mit Irritationen für die Dettenhäuser Wärme e.G. (wir berichteten): Auf Vorschlag des Bürgermeisters hätten die Ratsfraktionen über den Anschlussvertrag für die kommunalen Liegenschaften entlang der ersten Nahwärme-Trasse beschließen sollen – doch die Fraktionen von FWV und ULD forderten von Bürgermeister Thomas Engesser nochmal gründliche Preis-Checks und Vergleichsrechnungen sowie die Prüfung der Vertragsgrundlagen und -klauseln.

Die Folge: Der Entscheid, ob die Gemeinde mit Rathaus, Schulzentrum und den zugehörigen Heizzentralen tatsächlich zum größten Abnehmer der Wärme e.G. wird, ist auf Herbst verschoben. Der Vorstand der Wärme-Genossenschaft hatte ein ganz anderes Aufbruchssignal zum Start seiner Rohrverlegungs-Arbeiten erwartet.

Rund 30 anschlusswillige Privatkunden zählt die Bürgergenossenschaft inzwischen. „Da kommen immer wieder neue dazu“, sagt Franz Milley. Andere Interessenten wollten das Signal der Gemeinde abwarten. „Wir können das jetzt nicht stoppen“, sagten sich Milley und sein Vorstandskollege Hans-Joachim Raich von der Wärme e.G. Die Genossenschaft erwirkte bei dem günstigsten Anbieter für die längst ausgeschrieben Trassen- und Rohrverlegerarbeiten die „Verlängerung der Bindefrist um sechs Wochen“.

Alle Anschlusswilligen werden bedient

In der vergangenen Woche bekräftigte die Genossenschaft in einer Aufsichtsratssitzung das Vorgehen. Franz Milley von den Holzwerken Zimmermann, von deren Kraftwerk das Wärmenetz am Ort gespeist werden soll, forcierte die Gespräche mit benachbarten Betrieben. So könnten etwa die Firmengebäude von Ritter Solar und Graessner im Gewerbegebiet kostengünstig an das Heiz-Netz angedockt werden.

Eigentlich war die erste Leitungs-Trasse vom Kraftwerk in der Torstraße die Schliffstraße hinunter zur Bachgasse und von dort unter der Störrenstraße hindurch zum Schulzentrum extra so geplant worden, dass die kommunalen Liegenschaften schnellstmöglich bedient werden könnten. Nun muss die Genossenschaft warten, wie der Gemeinderat weiter entscheidet.

Unterdessen werde die Trasse so angepasst, dass sie alle Anschlusswilligen bis in die Ortsmitte an der Störrenstraße wie auch die Interessenten im Gewerbegebiet bedienen kann. „Was mit Schule und Rathaus ist, wissen wir noch nicht“, sagt der Dettenhäuser Genossenschafts-Sprecher und Ex-Schultes Hans-Joachim Raich.

Sicher ist: „Es geht weiter“. Das erfolgreiche Beispiel der Weiler Wärme e.G. , die Pfalzgrafenweiler zu einem überregional beachteten Vorzeige-Ort der Energiewende gemacht hat, illustriere, dass sich solche Nahwärme-Netze nicht nur ökologisch sondern auch ökonomisch für die Kunden rechnen. „Überall gründet man solche Genossenschaften“, sagt Raich – da sollte auch Dettenhausen die sich bietende Chance nutzen.

Klärungsgespräche in der Urlaubszeit

Für den 15. August haben die Genossenschaft und die Gemeindeverwaltung nun laut Hans-Joachim Raich ein Gespräch vereinbart, bei dem „die strittigen Punkte aus dem Wärmeliefervertrag geklärt werden“ sollen. Raichs Problem: „Ich weiß nicht, was die genau wollen.“

Bürgermeister Engesser sagt: „Wir wollen das schon auf die Reihe kriegen.“ Zur Zeit sei die Gemeindeverwaltung „noch in der Prüfungsphase“. Aber noch im August soll es eine Sondersitzung des Gemeinderats zur nichtöffentlichen Vorberatung geben, bei der festgelegt werde, „in welche Richtung die Reise geht“.

Offiziell entscheiden soll der Gemeinderat dann in der regulären Sitzung am 18. September. Schon jetzt ist absehbar, dass der neue Zeitplan auch Folgen für die Heizkosten der Gemeinde haben wird: „Die Frage, ob wir dieses Jahr noch mit der Schule anschließen, ist jetzt eher in die Ferne gerückt“, sagt der Bürgermeister.

Die Genossenschaft startet mit modifizierter Trasse
H.-Joachim Raich

Die Genossenschaft startet mit modifizierter Trasse
Franz Milley

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03.08.2012, 12:00 Uhr

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