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Die Geschwister Savage

Soziales Anliegen und privates Schicksal harmonieren in diesem Familiendrama aufs Prächtigste.

Soziales Anliegen und privates Schicksal harmonieren in diesem Familiendrama aufs Prächtigste.

Die Geschwister Savage

© null 02:25 min

THE SAVAGES
USA

Regie: Tamara Jenkins
Mit: Laura Linney, Philip Seymour Hoffman, Philip Bosco

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

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Film bewerten

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23.11.2015
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Wo lebt der jetzt überhaupt? – Nicht gerade eine nette Frage, wenn es um den eigenen Vater geht. Aber es gibt wohl gute Gründe – der Film belässt es bei Andeutungen –, warum die längst erwachsenen Kinder Wendy (Laura Linney) und Jon (Philip Seymour Hoffman) von dem Alten nichts mehr wissen wollen. So tief ist das Zerwürfnis allerdings nicht, dass man ihn in größter Not im Stich ließe. Gerade ist dem Rentner seine Gefährtin weggestorben, deren Angehörige haben ihn hochkant aus der Wohnung im Seniorenparadies Sun City geworfen, und zu allem Überfluss zeigen sich bei ihm deutliche Anzeichen geistiger Verwirrung. Mehr pflichtschuldig als liebevoll machen sich Jon und Wendy daran, dem Greis eine neue Bleibe im Pflegeheim zu verschaffen.

In diesen Rahmen spannt Filmemacherin Tamara Jenkins überkreuz zwei Motive. Das eine handelt vom Altern, ein immer noch unwillkommenes Medien-Thema, sofern es mit Siechtum und absehbarem Tod einher geht. Wirkungsvoll kontrastiert die Regisseurin die (teilweise zu David-Lynch-artigem Horroridyll verfremdete) Propagandabilder von glücklich golfenden Mustergreisen mit der tristen Wirklichkeit des Wegdämmerns in Windeln. Im zweiten Strang geht es um die Folgen einer freudlosen, wohl auch von Gewalt geprägten Hänsel-und-Gretel-Kindheit, die auf den Geschwistern noch Jahrzehnte später wie ein Alpdruck lastet und sich in der Unfähigkeit zu vertrauensvollen Bindungen, selbst zueinander, niederschlägt.

Ohne dass sich eine echte Beziehung entwickeln würde, wird die Begegnung mit dem Vater (und mit dem Tod) jedoch für beide zum Katalysator, ihr zerzaustes Leben ein bisschen besser in den Griff zu kriegen. Das hört sich ernster an, als der Film im Endeffekt ist. Jenkins inszeniert den heiklen Problemstoff mit verspielter Leichtigkeit und lässt gern auch der Situationskomik die Zügel schießen. Die beiden Ausnahmekönner Hoffman (zur Zeit auch in „Tödliche Entscheidung“ präsent) und Linney bringen mit so relaxtem wie präzisem Spiel dieses kleine Juwel des amerikanischen Independent-Kinos vollends zum Glänzen.

Spielplan

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23.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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23.05.2008

12:00 Uhr

Bacchus schrieb:

Der süßliche Filmschluss überzuckert endgültig das klischeehafte Gehabe und Geplapper der Geschwister in einem Film, in dem einzig der Vater in seiner wortkargen Dramatik überzeugt - Realismus zeigt der Film mit der Darstellung, dass so manchem Zeitgenossen Katzen und Hunde näher sind als menschliche Schicksale.



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