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Die Heilige Familie lebt abseits des Trubels
Die Heilige Familie in einer Krippe aus Neapel. Foto: Helmut Ulrich
Ausstellung

Die Heilige Familie lebt abseits des Trubels

Im Waldenbucher Schloss sind Krippenfiguren aus verschiedenen Jahrhunderten zu sehen.

28.11.2016
  • Monika Etspüler

Waldenbuch. Zur Weihnachtszeit hält die Heilige Familie in Form von Krippenfiguren Einzug in so manches heimische Wohnzimmer. Welche Rolle die Heilige Familie im Alltagsleben der Menschen spielte und spielt, damit beschäftigt sich die Ausstellung „Halleluja! Jesus, Maria & Joseph“, die noch bis 5. Februar 2017 im Museum der Alltagskultur im Schloss Waldenbuch zu sehen ist. Es ist kein Zufall, dass die meisten Exponate der Ausstellung aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen. Es war das Zeitalter der Industrialisierung mit seinen sozialen und politischen Umbrüchen. Die Menschen suchten Sicherheit und Geborgenheit. „In dieser Situation wurde die Heilige Familie zum Ideal einer ,heilen Familie‘“, sagt Museumsleiter Thomas Brune. „Mehr noch, sie wurde das wichtigste Vorbild für die christliche Kleinfamilie und ist es bis heute geblieben.“

Wie die Menschen Jesus, Maria und Joseph in ihr Alltagsleben integrierten, lässt sich in der Waldenbucher Ausstellung anhand von Krippenskulpturen und Hinterglasmalereien nachvollziehen. Einblicke in das damalige Denken geben auch zwei Großkrippen aus dem 18. Jahrhundert, die eine aus Ulm, die andere aus Neapel. Das biblische Geschehen spielt sich darin nicht etwa im fernen Bethlehem, sondern vor heimischer Kulisse ab. Der Stall samt Jesuskind liegt abseits des städtischen Trubels. Im Mittelpunkt stehen die Bürger der Stadt, Sie tragen ortstypische Kleidung. Lokale Besonderheiten sind zu erkennen: So erinnern Soldaten daran, dass Ulm einmal eine Garnisonsstadt war. Nicht einmal der „Kloben“, eine typische Ulmer Pfeife, fehlt im städtischen Szenarium. Auch bei der neapolitanischen Krippe fügt sich die Geburtsstätte Christi völlig unspektakulär in das Bild eines Markttages und wird so zum festen Bestandteil des alltäglichen Lebens.

Die Ausstellung bildet nicht nur die Vergangenheit ab. Sie zeigt auch die Krippenfiguren im Wandel der Zeit: darunter ein Jesuskind mit blondem Haarschopf aus der italienischen Designerfabrik Alessi, eine Krippe, die aus winzigen Kunststofffiguren besteht oder – ganz neuzeitlich – eine abstrakte Krippenformation aus Holz.

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28.11.2016, 06:00 Uhr

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