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Die erste echte Platte

Die Horber Metalband Forensick gibt‘s jetzt auf Vinyl

Forensick haben eine neue Platte rausgebracht – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Ihre neue Single „The Gambler“ gibt es ab heute auf Vinyl. Für die fünf Jungs aus Horb war das die logische Konsequenz, denn sie sind selbst leidenschaftliche Schallplatten-Hörer.

21.11.2015
  • Sara Vogt

Horb. „Als die Versandbestätigung ankam, habe ich mich zuerst sehr gefreut“, erzählt Sänger Tobias Hübner. „Dann nicht mehr.“ Denn die 500 Schallplatten kamen in vier Paketen an, mit insgesamt 48 Kilogramm. Zuerst schleppte er die Platte in seine Wohnung, dann weiter zum Bassist Andreas Armbruster ins Forensick-Bandartikel-Lager.

Doch der Knochenjob war schnell vergessen, als die beiden die erste Schallplatte auspackten. Das Cover ist schlicht gehalten. Die Schallplatte dafür ist knallrot. Auf der A-Seite ist die neue Single „The Gambler“ zu hören. „Der Song ist Lepores Baby“, sagt Gitarrist Stephan Vogt. Julian Rocco Lepore schrieb das Lied. „Die Leute denken immer, wenn man sagt, man hat das Lied geschrieben, dass man den Text geschrieben hat“, sagt der Schlagzeuger und schüttelt den Kopf. Der Text stammt aber wie bei den meisten Liedern von Hübner. „The Gambler“ ist ein klassischer Forensick-Song: Eine knapp sechs Minuten lange Heavy-Metal-Nummer mit Twin-Lead Gitarrenharmonien und eingängiger Gesangsmelodie.

Traditionell ist die B-Seite auf einer Schallplatte ein besonderes Stück, ein Lied, dass nicht auf das Album passt oder ein Coverlied. Die fünf Horber entschieden sich fürs Covern. „Da gab es sehr viele Lied-Vorschläge“, erzählt Gitarrist Matthias Ehmig. Das Rennen gemacht hat dann der Samson-Song „Hard Time“. Bevor Bruce Dickinson zum Iron-Maiden-Sänger wurde, sang er in der englischen Rockband „Samson“, die 1977 gegründet wurde. „Steve Harris, der Bassist von Maiden war Anfang der 1980er auf einem Samson-Konzert und warb Dickinson ab“, erklärt Hübner. „So schließt sich der Kreis.“ Denn Iron Maiden ist bekanntlich das musikalische Vorbild der Horber Musiker.

Zwölf Wochen warteten sie auf die Platten

Im Mai ging es für vier Tage ins Studio nach Pfullingen, wo die Jungs auch ihr zweites Album aufgenommen hatten. „Für uns als Band hat sich bei den Aufnahmen nichts verändert“, erklärt Vogt. Der entscheidende Unterschied zwischen Aufnahmen für CDs und für Schallplatten liegt im Abmischen. Damit die Lieder auf der Platte gut klingen, muss der Tontechniker einige Dinge beachten. Zum Beispiel müssen die Tonspuren insgesamt leiser sein, informiert Ehmig.

Eine besondere Herausforderung waren allerdings die Aufnahmen zu „Hard Times“. Zuerst wird immer das Schlagzeug eingespielt. „Ich nahm mir eine Stelle im Lied und stellte mir danach das Metronom ein“, erzählt der Schlagzeuger. Während den Aufnahmen merkten die Musiker, dass da irgendwas nicht stimmen konnte. „Ich glaube, ‚Samson‘ haben damals ihr Metronom verloren“, sagt Lepore und lacht. „Die Geschwindigkeiten variieren extrem.“ Glattgebügelt, sprich mit durchgängig gleichbleibender Geschwindigkeit, klang der Song einfach nicht mehr gut, deshalb beschlossen sie, ihn ohne sogenannten Click einzuspielen. „Das klang einfach zu steril“, sind sich die Jungs einig. Und sterile Musik habe sowieso auf einer Schallplatte nichts verloren.

Mit den fertigen Liedern machten sich die Jungs dann auf die Suche nach einem Presswerk. In Deutschland gebe es so um die 20 Unternehmen, weiß Hübner. Vom Versand der Tonspuren bis sie die Platte in den Händen halten konnten, vergingen noch mal zwölf Wochen. „Das ist normal“, sagt Lepore. Er habe das schon von einigen befreundeten Bands gehört, die eine Schallplatte pressen ließen.

Seit April 2014 sind die Horber zwar beim Label „Pure Steel Records“ unter Vertrag, doch die Schallplatte haben die Forensicker in Eigenregie herausgebracht. „Unser Ansprechpartner beim Label rechnete mir vor, was das einzelne Stück im Laden für den Endverbraucher kosten würde. Mit dem Vertrieb und dem Marketing kommt dann die Platte auf 12 bis 13 Euro“, erzählt Hübner. „Das zahlt niemand für zwei Lieder.“ Für die kleine Auflage würden einfach zu hohe Kosten anfallen. In Absprache mit dem Label entschied sich die Band, es in Eigenregie herauszubringen.

„Die Schallplatte soll eine Art Sammlerstück werden“, erklärt Bassist Anderas Armbruster. „Unser Musikstil ist alt und früher war es ganz normal, Schallplatten herauszubringen. Also beschlossen wir eben, es alleine zu machen.“

Ob es das neue und damit dritte Album der Band auch auf Schallplatte geben wird, wissen die Horber Musiker noch nicht. „Wir sind gerade fleißig am Arbeiten und konzentrieren uns voll aufs Liederschreiben“, sagt Armbruster. 2016 wollen sie auf jeden Fall wieder Gas geben und viele Konzerte spielen.

Die Horber Metalband Forensick gibt‘s jetzt auf Vinyl
Sänger Tobias Hübner (von links) präsentiert das Cover, Julian Rocco Lepore (Mitte vorne) hat die knallrote Schallplatte in der Hand. Bei der Probe am Donnerstag war die Platte Hauptgesprächsthema unter den fünf Forensickern. Bild: sav

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21.11.2015, 12:00 Uhr

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