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Kommentar · Industriepolitik

Die IG Metall hat Recht

Die IG Metall ist bislang selten als eiserner Verfechter marktwirtschaftlicher Prinzipien aufgefallen, EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager dagegen schon.

12.02.2019

Von HELMUT SCHNEIDER

Bei ihr weiß man die zentralen Säulen einer solchen Ordnung – das Wettbewerbsrecht zählt dazu – in besten Händen. Und doch liegt nicht Vestager, sondern die Gewerkschaft bei der untersagten Siemens/Alstom-Fusion richtig.

Das hat mit der veränderten Welt und mit einer wichtigen Bezugsgröße des Wettbewerbs zu tun: Größe. Die Größe eines Unternehmens ist zunächst eine für den Wettbewerb suspekte Sache: Wer zu groß ist, kann zu mächtig sein und deshalb die Konditionen diktieren.

Wettbewerbsrelevant ist aber auch die Frage, wo der Wettbewerb stattfindet. Hier haben sich die Gewichte mit Chinas Aufstieg entscheidend verändert. Zumindest bei Zügen zählt nicht mehr nur die europäische, sondern die Weltbühne.

Wenn irgendwo auf der Welt Milliardenaufträge für Züge und Zubehör ausgeschrieben werden, kommt der beste und damit oft auch der kostengünstigste Anbieter zum Zug. Die entscheidende Rolle dabei ist Größe. Wie sollen die Zwerge Siemens und Alstom getrennt gegen den Riesen aus dem Reich der Mitte konkurrieren können?

Wenn sich die Welt ändert, muss europäische Industriepolitik neu definiert werden. Deshalb hat die IG Metall Recht.

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Erstellt:
12. Februar 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
12. Februar 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 12. Februar 2019, 06:00 Uhr

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