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Schwarmintelligenz

Die Intelligenz der Masse

Der Begriff „Schwarmintelligenz“ (auch „kollektive Intelligenz“) bezeichnet in gewissem Sinne die „Weisheit der Masse“, welche aus dem Wissen, den Erfahrungen und Entscheidungen ihrer einzelnen Individuen entsteht. Bekannt hierfür sind die Beispiele aus dem Tierreich, wie die Funktionsweise und der Zusammenhalt eines Bienen- oder Fischschwarms.

18.09.2012
  • Kerstin Strey, 17

Doch vor allem in letzter Zeit bringt man den Begriff öfter in Zusammenhang mit Menschen. Ein Experiment hierzu wurde schon vor über 100 Jahren auf einer Viehzuchtmesse im britischen Plymouth durchgeführt. 800 unterschiedliche Messebesucher sollten das Gewicht von zuvor gewogenen Ochsen schätzen. Obwohl die einzelnen Schätzungen teils stark von den Messwerten abwichen, war der Durchschnittswert dem wahren Gewicht erstaunlich nahe.

Der Schwarm versagt oft bei Minderheiten

Das Phänomen „Twitter“ ist wohl das bekannteste Beispiel für erfolgreiche Schwarmintelligenz in unserer globalisierten Kommunikationsgesellschaft. Durch die Entscheidungen einzelner User werden spannende und wichtige Nachrichten automatisch herausgefiltert; sie verbreiten sich wahnsinnig schnell, während weniger relevante Nachrichten nach kurzer Zeit in der Informationsmenge untergehen. Im Grunde funktionieren ganze Staaten mithilfe dieses Prinzips. Durch die „Weisheit der Masse“ sollen die besten Entscheidungen getroffen werden, wobei auch abweichende Meinungen wichtig sind. Zumindest ist das ein Teilgedanke der repräsentativen Demokratie. Allerdings funktioniert die „Schwarmintelligenz“ in der Politik nicht einwandfrei, da sich einzelne Individuen von der Masse beeinflussen lassen.

Guttenberg vereint gestürzt

Unser Internet-Lexikon „Wikipedia“ ist ein weiteres Produkt von Schwarmintelligenz, bei dem jeder Einzelne sein Wissen beitragen kann. Das Projekt „Guttenplag“ stellte die Macht der Masse unter Beweis. Durch die Beiträge einzelner Personen konnte von Guttenberg die Verfälschung seiner Doktorarbeit nachgewiesen werden, was zu seinem Amtsrücktritt führte. Schon zuvor bekam unser Ex-Verteidigungsminister die Auswirkungen dieser Art von Informationsverbreitung schmerzhaft zu spüren: Einen Tag vor seinem Amtsantritt erlaubte sich ein anonymes Individuum den Spaß, zu seinen zehn Adelsnamen einen weiteren Vornamen hinzuzufügen, welcher daraufhin bei der Berichterstattung über seinen Amtsantritt von vielen Medien übernommen wurde. Das würde man dann allerdings eher „Schwarmdummheit“ nennen.

Die Intelligenz der Masse
Schwarmintelligenz heißt das Zauberwort. Ob diese Döbel, die im Januar 2010 den Neckar zum Schäumen brachten, besonders schlau sind, konnte im Rahmen unserer Recherchen nicht geklärt werden.Bild: Metz

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18.09.2012, 12:00 Uhr

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