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Gänßles kleine Bläserschar

Die Klassen an der Ofterdinger Burghof-Schule sind stark nachgefragt

Sie boomen nach wie vor, die Bläserklassen an der Ofterdinger Burghof-Schule: Seit 2009 können Grundschüler/innen im Unterricht lernen, ein Blasinstrument zu spielen.

14.12.2012
  • Amancay Kappeller

Ofterdingen. „Wer quietscht denn da?“, erkundigt sich Musikzug-Leiter Ulrich Gänßle. Soeben haben die Viertklässler im Foyer der Burghof-Halle „Freude, schöner Götterfunken“ gespielt. Geprobt wird normalerweise im Vereinszimmer, wegen einer Weihnachtsfeier musste das Ensemble diesen Donnerstag ausweichen. Freundlich, aber bestimmt weist Gänßle seine Blas-Schützlinge auf unerwünschte Töne und schiefe Klänge hin, die sie gelegentlich noch mit Trompete, Tenorhorn, Tuba und Co. erzeugen. Die 24 Grundschüler/innen haben bereits ein komplettes Schuljahr Ensemble-Unterricht hinter sich. Jetzt, im zweiten Jahr, wissen sie mit ihren Instrumenten schon richtig gut umzugehen.

Entsprechend voll und kräftig klingen die gemeinsam gespielten Lieder mittlerweile. „Aushalten am Schluss“, weist Gänßle am Ende von „Bananenboot“ an. Waren die unterm Tannenbaum gespielten Weihnachtslieder im vergangenen Jahr meist noch etwas schräg, ertönen „Jingle Bells“, „Alle Jahre wieder“ und „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ in diesem Jahr schon richtig professionell. Mit von jeder „Blas-Partie“ ist auch Reinhard Bartel. „Es läuft nach wie vor bestens, alle sind sehr zufrieden“, freut sich der Musiklehrer. Gänßle lobt die „sehr kooperative Zusammenarbeit“ – mit der Schule, mit den Eltern. Am kommenden Donnerstag, der letzten Ensemble-Unterrichtseinheit in diesem Jahr, gibt es ein „Wunschkonzert“, kündigt Gänßle an: „Aber nicht zu viele Wünsche, sonst reicht uns die Stunde nicht!“

Gemeinsam geübt wird ein Mal in der Woche; zusätzlich bekommen die Nachwuchsbläser/innen auch noch ein Mal Einzelunterricht. Die Musikinstrumente hat das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr gesponsert; zum Üben dürfen die Kids diese natürlich auch mit nach Hause nehmen.

Mit Beginn des Schuljahrs 2009 / 2010 hat der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr an der Burghof-Schule die erste Bläserklasse eingerichtet. Als echtes Erfolgsmodell haben sich diese mittlerweile erwiesen – vor allem aufgrund ihres Initiators Ulrich Gänßle, der auch die Aktive Kapelle des Musikzugs leitet.

Viele Schüler/innen, die in der allerersten Bläserklasse gespielt haben, spielen mittlerweile in der Jugendkapelle mit. „30 Jugendliche, eine so große Kapelle haben wir noch nie gehabt“, zeigt sich Gänßle höchst zufrieden. Auch die Besetzung sei toll, alle für eine Orchesterkapelle nötigen Instrumente vertreten. Beim Weihnachtsmarkt und Maultaschenfest gab es zuletzt öffentliche Auftritte. Der Jugendkapelle sind zwei Jugendgruppen „vorgeschaltet“ – um den Nachwuchsmusikern einen sanfteren Übergang zu ermöglichen.

Hier werden zunächst noch weniger anspruchsvolle Stücke als in der Jugendkapelle geübt, erklärt Gänßle. Bläserklassen, Jugendensembles und musikalische Früherziehung zusammen genommen betreut der Musikzug rund 130 Kinder und Jugendliche.

Die jetzigen Drittklässler haben im September mit dem Einzel- und Orchesterspiel bei null angefangen. Nils und Mika sitzen in der letzten Reihe und versuchen, ihr im Verhältnis zur Körpergröße doch gewaltiges Tenorhorn zu bändigen. Gänßle schaut – nicht nur ihnen – genau auf die Finger, damit sich keine falschen Griffhaltungen einschleichen.

Klarinetten sind heute nicht vertreten, ein Teil der Bläserklasse befindet sich auf einem Rot-Kreuz-Lehrgang. „Beine auf den Boden, aufrecht sitzen“, gibt Gänßle das Startsignal. Bis Ende November war der 63-Jährige Kämmerer bei der Gemeinde Ofterdingen, 41 Jahre lang. Um die Jugendausbildung im Musikzug kümmert er sich seit 40 Jahren.

Manche Lieder klappen schon ganz gut, etwa „Jingle Bells“, „Hänschen klein“ und „Warme Semmeln“. Wenn die Kinder fünf Töne beherrschen, können sie in der Regel schon die ersten Melodien spielen – innerhalb der ersten zwei bis drei Wochen, sagt Gänßle. Beim Musizieren können sie sich austoben, auch mal die Anspannung des Schulunterrichts hinter sich lassen.

Sarah spielt Saxofon, Jule Posaune, Estefania Querflöte; Davud hat seine Klarinette heute vergessen, auch das kommt vor. Auch Gänßles Enkel spielen mit: Nick sitzt am Schlagzeug, die Enkelinnen Fabienne und Lionne spielen Trompete und Querflöte.

Gänßle dirigiert engagiert, fordert die Kids auf, „musikalisch etwas zu erzählen“. Der Wunsch kommt auf, „In der Weihnachtsbäckerei“ zu spielen: „Das dauert noch eine Weile“, vertröstet Gänßle die eifrigen Schüler/innen. Viele der Drittklässler haben ältere Geschwister, die schon in der Jugendkapelle spielen. Gemeinsam mit ihnen sollen sie über Weihnachten üben. „Mein Hund kann nicht spielen“, wirft Jule scherzhaft ein – vielleicht aber Mama und / oder Papa.

Die Klassen an der Ofterdinger Burghof-Schule sind stark nachgefragt
So viele sind wir! Bläserklasse der Ofterdinger Burghofschule, hinten links Ulrich Gänßle, daneben Reinhard Bartel. Bild: Rippmann

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14.12.2012, 12:00 Uhr

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