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Leichtathletik: Gereift auf der Insel

Die LAV-Spitzenkräfte geben sich den letzten Schliff für die WM in Peking

Schon in der vergangenen Woche ist ein Großteil der Leichtathleten nach Asien aufgebrochen, um gut vorbereitet und akklimatisiert die WM-Wettkämpfe in Peking anzugehen. Darunter auch die beiden Spitzenkräfte der LAV Stadtwerke Tübingen: Marie-Laurence Jungfleisch und Fabian Heinle.

21.08.2015
  • Bernhard Schmidt

Tübingen. Schon am Donnerstag der vergangenen Woche war die erste DLV-Gruppe nach Fernost geflogen, hat auf der südkoreanischen Insel Jeju Quartier bezogen. Dabei auch Hochspringerin Marie-Laurence Jungfleisch und Weitspringer Fabian Heinle. Allen Doping-Schlagzeilen der vergangenen Wochen zum Trotz: Der DLV lässt nichts unversucht, seine Spitzenkräfte möglichst konkurrenzfähig in die WM-Wettkämpfe zu schicken. Im subtropischen Ambiente der Urlauberinsel sollen sich die Spitzenathleten eine Woche vor der WM-Eröffnung in Peking an die Zeitumstellung, aber auch ans ungewohnte Klima und die hohe Luftfeuchtigkeit gewöhnen.

Aber auch an den über Chinas Hauptstadt wabernden Smog. Der, so sagt die Ärztin Christine Kopp auf der DLV-Homepage, sei ziemlich unberechenbar, wechsle in Peking fast täglich. Patentlösungen gebe es daher nicht. Dass ausgerechnet vor dem Abflug in Deutschland über 30 Grad herrschten, hat den Leichtathleten die Akklimatisierung deutlich erleichtert. Um Verletzungen zu vermeiden, sind nur leichte Trainingseinheiten vorgesehen. Vier Mediziner und zehn Physiotherapeuten kümmern sich auf der südkoreanischen Insel um das Wohl der DLV-Elite bevor es morgen nach Peking weitergeht.

„Wir haben hier super Bedingungen angetroffen. Die Infrastruktur stimmt. Der DLV hat mit Jeju eine richtig gute Wahl getroffen“, sagt Bundestrainer Tamas Kiss, der in Stuttgart beide WM-Starter der LAV trainiert. Seine Schützlinge seien in bester Verfassung, hätten sich gut ans Klima angepasst, seien heiß auf die bevorstehenden Wettkämpfe.

In Peking ist zuerst, das heißt am kommenden Montag, Fabian Heinle, der Überflieger der Saison, dran. Um 10 Uhr Ortszeit muss der 21-Jährige durch die Weitsprung-Qualifikation, am Dienstagabend 19.25 Uhr, startet das Finale. Den Endkampf zu erreichen ist Heinles großes Ziel. „Er ist gut in Form“, meldet sich Kiss nach den letzten Trainingseinheiten vor dem Abflug nach Peking, „ich bin optimistisch, dass er den Vorkampf übersteht.“

Heinle, Anfang des vergangenen Jahres nach einer schweren Verletzung fast vor dem Karriereende, hat in diesem Jahr gleich drei Mal die Acht-Meter-Grenze übersprungen, mit dem deutschen Meistertitel in Nürnberg die Saison gekrönt. Doch die internationale Konkurrenz hat sich gewaschen: Zu den Favoriten zählen zweifellos die beiden US-Amerikaner Jeff Henderson, Jahresbestleistung 8,53 Meter, und Marius Dendy, diesjährige Bestmarke 8,39 Meter. Nicht zu unterschätzen auch der Brite Greg Rutherford, Bestweite 8,35 Meter. Doch gleich hinter dieser Spitzengruppe reiht sich Heinle ein – mit seinen 8,25 Meter, gesprungen Mitte Juli in Oberteuringen.

Formkurve vor Peking zeigt steil nach oben

Erst am Donnerstag, Ortszeit 9.35 Uhr, ist dann LAV-Hochspringerin Marie-Laurence Jungfleisch an der Reihe. Ihre Formkurve zeigte zuletzt steil nach oben. Nach einer Knieverletzung zunächst nur schwer in die Saison gekommen, hat sie sich Zentimeter um Zentimeter gesteigert, zuletzt beim Meeting in Eberstadt die Jahresbestleistung auf 1,96 Meter gesteigert. Die magische Zwei-Meter-Marke rückt immer näher. Trainer Tamas Kiss will aber vor dem großen Wettkampf allen unnötigen Druck von der 24-Jährigen nehmen. „Ihre Verletzung hat sie komplett ausgestanden“, sagt der Bundestrainer, „sie ist richtig gut drauf und könnte in Peking Bestleistung springen. Wenn sie die Quali übersteht, ist alles möglich.“

In Deutschland, wie zuletzt auch bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg, ist Jungfleisch absolut konkurrenzlos, bei der WM in Peking trifft die Sportsoldatin aus Stuttgart auf einige Zwei-Meter-Springerinnen. Die routinierte Spanierin Ruth Beitia, Bestmarke heuer 2,00 Meter und die jungen Russinen Mariiya Kuchina (2,00 Meter) und Anna Chicherova (2,03 Meter) sollten zumindest den Jahresbestleistungen nach die Medaillen unter sich ausmachen. Ob in Peking für die Podestplätze aber tatsächlich Zwei-Meter-Sprünge notwendig sein werden, ist noch offen.

Die LAV-Spitzenkräfte geben sich den letzten Schliff für die WM in Peking
In diesem Jahr immer höher hinaus: Marie-Laurence Jungfleisch.

Die LAV-Spitzenkräfte geben sich den letzten Schliff für die WM in Peking
Eine saubere Landung jenseits der acht Meter: Auch LAV-Weitspringer Fabian Heinle scheint bestens gerüstet für die am Samstag beginnenden Weltmeisterschaften in der Hauptstadt der Volksrepublik China. Bilder: Ulmer

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21.08.2015, 12:00 Uhr

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