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Die Lehren einer Afrika-Reise
Merkel neben Äthiopiens Präsidenten Desalegn. Foto: dpa
Angela Merkel

Die Lehren einer Afrika-Reise

Drei Tage hat die Kanzlerin den Nachbarkontinent besucht. Doch wie geht es jetzt weiter?

12.10.2016
  • DPA

Drei Tage ist Angela Merkel einmal quer durch Afrika getourt. Tausende Flugkilometer von Mali nach Niger weiter nach Äthiopien. An den Straßen junge Männer auf Motorrädern, Händler und Hobbykicker. Baracken, Präsidentenpaläste. Hoffnungen und Leid. Und nun? Mit ihrer nun beendeten Reise hat die Kanzlerin das Signal gesetzt, dass sich Deutschland in Zeiten der Flüchtlingskrise stärker für „unseren Nachbarkontinent“ engagieren will. Dabei werden einige Lehren deutlich, und wo Akzente liegen.Zum Start ihrer Reise prägte Merkel einen programmatischen Satz, wie ihn Regierungschefs nicht alle Tage sagen: „Das Wohl Afrikas liegt im deutschen Interesse.“ Es klingt wie eine Ergänzung oder Erweiterung ihrer Maxime, dass es Deutschland nur gut gehen könne, wenn es Europa gut geht. Dahinter steht die Erkenntnis, wachsende Fluchtbewegungen nicht länger auszublenden. Ignorieren, Distanz und Abschottung ließen das Problem ja nicht verschwinden.

Das Wohl Afrikas hängt jedoch maßgeblich von der inneren Sicherheit vor Ort ab. In mehreren afrikanischen Staaten destabilisieren Terrorgruppen ohnehin brüchige Strukturen. „Sicherheit und Entwicklung sind untrennbar miteinander verbunden“, sagt Merkel. Deutschland will daher mehr von Beidem: Zum Beispiel Fahrzeuge als Unterstützung für die Armee in Niger – und frisches Geld für Arbeitsgelegenheiten als Alternative zum Wirtschaftsfaktor Menschen-Schleusungen.

Angesichts der Flüchtlingskrise in Europa sind die finanziellen Erwartungen afrikanischer Staaten nicht kleiner geworden. So forderte Nigers Präsident Mahamadou Issoufou gleich einen „Marshallplan“ für seinen Kontinent. Merkel nahm das nüchtern zum Anlass, auf Voraussetzungen zu pochen: Geld müsse effizient eingesetzt werden.

Grundlegende Veränderungen für sichere Ernährung, Bildung und wirtschaftliche Chancen sind „ein langer Weg“, sagt Merkel. Anderes wie der Kampf gegen Schlepper oder zusätzliche Jobs sollte aber schneller möglich sein. Junge Leute müssten möglichst bald sehen, dass es aufwärts geht und ihre Heimat Perspektiven biete. „Es ist ganz wichtig, dass die Länder Afrikas nicht die besten Köpfe verlieren.“

In Berlin gehen Merkels Afrika-Tage nun weiter: Heute kommt der Präsident des Tschad und am Freitag der Präsident Nigerias zu Besuch. dpa

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12.10.2016, 06:00 Uhr

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