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Arne Gabius geht mit viel Selbstvertrauen in den Olympia-Vorlauf

Die Lücke ist geschlossen

Am Sonntag ist er nach London geflogen, im obligatorischen Stau gestanden und hat danach sein Quartier im Olympischen Dorf bezogen. Morgen wird’s dann ernst für Arne Gabius im Vorlauf über 5000 Meter.

07.08.2012
  • bernhard schmidt

London. „Ich bin gut angekommen und gut in Form“, versichert Arne Gabius am Telefon, „ich habe mich von den Wettkämpfen der vergangenen Wochen bestens erholt.“ Das Olympia-Finale über 10 000 Meter vom vergangenen Samstag hat dem Vize-Europameister von Helsinki gewaltig Auftrieb gegeben. Das Rennen hatte der Brite Mo Farah vor dem US-Amerikaner Galen Rupp gewonnen. Beide werden vom amerikanischen Wundertrainer Alberto Salazar betreut, von dem sich auch Gabius inspirieren lässt. Erst auf dem dritten Platz folgte der erste Afrikaner, der Äthiopier Tariku Bekele, die hoch gewetteten Kenianer blieben ohne Medaille.

„Die Lücke zwischen den Afrikanern auf der einen Seite und den Europäern und Amerikanern auf der anderen gibt es nicht mehr“, interpretiert Gabius das Ergebnis und zieht selbst neues Selbstvertrauen aus dieser Erkenntnis. Für den Vorzeige-Läufer der LAV Stadtwerke Tübingen gilt: Um Olympiasieger zu werden, muss man weder aus Afrika stammen, noch in der Höhe groß geworden sein. Mo Farah stammt zwar aus Mogadischu (Somalia), ist aber schon mit sechs Jahren nach Großbritannien ausgewandert. Mehr oder weniger auf Meereshöhe, in Oregon, ist auch Galen Rupp groß geworden. „Das Training und die Vorbereitung sind das Entscheidende. Das muss für jeden Läufer aus Europa ein Zeichen sein.“

Die Teilnehmer am 5000 Meter-Finale am Samstag (20.30 Uhr) werden in drei Vorläufen ermittelt, die morgen von 11.45 Uhr an ins Rennen gehen. Jeweils 13 Läufer wollen sich als Platzierte oder Zeitschnellste für den Endlauf qualifizieren. Der Tübinger, er erst heute erfährt, in welchem Lauf er gegen wen antreten wird, geht mit großem Selbstbewusstsein ins Rennen: „Ich muss mich konzentrieren, dann werde ich es schon schaffen. Wenn es nicht klappen sollte, wäre ich schon arg enttäuscht.“ Gabius hat in der Vorbereitung nichts dem Zufall überlassen und sich zuletzt mit frühen Trainingseinheiten darauf eingestellt, dass er am Mittwoch nicht wie gewohnt abends, sondern schon vormittags an den Start geht. Er macht sich indes keine Illusionen darüber, dass sich die Doppelstarter über 10 000 Meter schon verausgabt haben könnten. „Läufer wie Farah und Rupp stecken das in drei Tagen locker weg.“

Das oft gepriesene Treffen der Weltjugend hat für Gabius zwei Seiten. Er freue sich natürlich, Sportler aus unterschiedlichen Nationen zu treffen, beispielsweise mit einem Weltklasse-Basketballer wie dem spanischen NBA-Star Pau Gazol einfach so ein paar Worte zu wechseln. Toll findet Gabius außerdem, dass die Athleten ihre nationale Zugehörigkeit mit Fahnen im Fenster kennzeichnen.

Das Quartier ist dem 31-jährigen Mediziner aber letztlich doch etwas zu eng und zu laut. Die deutschen Leichtathleten sind in Achter-Wohngemeinschaften mit je vier Doppelzimmern untergebracht. „Da ist es doch ganz schön hellhörig und laut – und man hat auch fast keine Privatsphäre“, klagt Gabius. „Aus dem Alter, als ich mich in Jugendherbergen wohlfühlte, bin ich einfach raus.“

Die Lücke ist geschlossen
Nur Mo Farah, Olympiasieger über 10000 Meter, musste Arne Gabius bei der EM in Helsinki ziehen lassen. Morgen, wenn auch die starken Afrikaner am Start sind, wird’s für den Tübinger ungleich schwerer. Archivbild: Hensel

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07.08.2012, 12:00 Uhr

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