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Glosse

Die Lust der Molche

Ob diese Entschuldigung nötig war? „Rolling Stone“ Keith Richards hält Mick Jagger laut einem Interview für einen Lustmolch – nur weil der 74-jährige Sänger achtfacher Vater ist. Nun macht der Gitarrist einen Rückzieher.

02.03.2018

Von MICHAEL GABEL

Foto: © Vitalii Hulai/Shutterstock.co Foto: © Vitalii Hulai/Shutterstock.co

Berlin. Wahrscheinlich will er keinen Ärger. Verständlich bei Musikern im Rentenalter.

Lustmolch ist ein altmodischer Ausdruck, in der #MeToo-Debatte spielt er keine Rolle. Nur, was macht den Molch zum Lustmolch? Die unscheinbaren Amphibien aus der Ordnung der Schwanzlurche sind nicht gerade als Sexgötter der Tierwelt bekannt. Eine Spur ergibt sich daraus, dass früher „böse und giftige“ Menschen als Molche bezeichnet wurden. Wer zudem seine Triebe nicht im Griff hatte, war dann ein Lustmolch.

Womit der Volksmund dem armen Molch unrecht tut. Denn das Tier pflanzt sich ohne Körperkontakt fort. Der Molch-Mann nähert sich seiner Auserwählten höchstens bis auf eine Schwanzlänge, um einen Duftstoff im Wasser zu hinterlassen, damit sie hinter ihm herschwimmt und das Samenpäckchen, das er ausstößt, in

sich aufnimmt.

Dabei jedoch, und damit wären wir wieder bei Mick Jagger, bewegen beide sich so anmutig, dass ihr Balzverhalten als „Tanz der Molche“ bekannt ist. Wussten wir es doch! Selbst wenn Keith Richards sich im englischen Original anders ausgedrückt hat: Wir werden nie mehr die Molche im Gartenteich ansehen können, ohne an die Rolling Stones zu denken. mg/uso

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Erstellt:
2. März 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
2. März 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 2. März 2018, 06:00 Uhr

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