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Mit Engelszungen

Die Macht der kleinen Dinge

„Es gibt nichts Größeres als die kleinen Dinge“ heißt ein sehenswertes Stück, das am Freitag im Reutlinger Tonne-Theater Premiere hatte. Es handelt von den kleinen Dingen, die ein Leben unvermutet ganz grundlegend verändern können.

29.10.2014
  • Uschi Kurz

Manchmal entwickeln sich die kleinen Dinge aber auch alles andere als unscheinbar. Man denke nur an den weisen Spruch „Kleinvieh macht auch Mist.“

Wenn es nur der Mist wäre, kann ich da nur sagen, denn noch schlimmer als der Dreck ist der Lärm, den manche kleinen Dinge produzieren. Da ist beispielsweise unser Kühlschrank. Zugegeben, der ist nicht wirklich klein, zumindest nicht so klein, dass er in Echterdingen als Handgepäck durchgehen würde – aber muss er mit seinem Kühlaggregat deswegen einen Krach machen, als wäre er eine Boing 747? Oder nehmen wir eine mit ihm gut befreundete Nachbarin, unsere Spülmaschine. Muss die ausgerechnet dann völlig rücksichtslos in die Vollen gehen, wenn nebenan gerade ein zartes Erdbeer-Soufflée serviert wird, das bei der geringsten Erschütterung in sich zusammenfällt wie ein angepikster Luftballon?

Apropos Haushaltshilfen. Da wir gerade beim Dezibel-Ausstoß unserer Hausgeräte sind, soll auch unser alter Staubsauger nicht unerwähnt bleiben. Der produziert nicht nur jede Menge heiße Luft, statt dieselbe angereichert durch Feinstaub-Partikel eifrig einzusaugen. Nein, der begleitet sein Nichts- beziehungsweise falsches Tun auch noch mit einem satten, zufriedenen Brummen, das geeignet wäre, einen Toten aufzuwecken.

Szenenwechsel: Spaziergang am Sonntagnachmittag im Siebenmühlental mit Freunden und deren bildhübschem Berner Sennenhundmischling – ein Vertreter der Kategorie Hund, der nicht nur so tut, sondern wirklich nichts macht. Plötzlich begegnete uns ein Exemplar, das in der Schöpfungsgeschichte garantiert versehentlich in die Überfamilie der Hundeartigen („Canidae“) geraten ist. Jedenfalls meint das wieselartige Wesen jetzt zurecht, es sei ein Hund und kläfft wie verrückt, wann immer es auf einen anderen (vorzugsweise größeren) vermeintlichen Artgenossen trifft. So auch am Sonntag. Dabei trug das Kleinvieh ein Mäntelchen, auf dem in großen Lettern geschrieben stand: „Langschläfer“. Alles Lüge, kann ich da nur sagen – oder haben Sie schon einmal einen Langschläfer lauthals bellen hören?

Vergleichsweise harmlos nimmt sich dagegen der Lärm aus, den unsere Katze beim Schlafen produziert. Die distinguierte ältere Dame, die aufgrund ihres vornehmen Aussehens auf den Namen Kleopatra hört (wenn sie uns in ihrem aristokratischen Dünkel nicht gerade geflissentlich ignoriert), schnarcht nämlich wenig ladylike so gottsallmächtig, dass man sie trotz geschlossener Türen im ganzen Haus hört.

Derart geplagt von unberechenbaren Lärmquellen im ganzen Haus, haben wir lange auf Abhilfe gesonnen – und uns als erstes einen neuen Staubsauger zugelegt. Der verfügt über eine mit einem Ohr gekennzeichnete Schon-Arbeitsstufe, die angeblich für empfindliche Gehörgänge wie geschaffen ist. Eine ähnliche Taste vermissen wir bei unserem Stubentiger bislang noch schmerzlich. Deshalb darf Königin Cleopatra bis auf weiteres schnarchend auf der Kachelofenbank von ihrem Cäsar träumen.

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29.10.2014, 12:00 Uhr

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