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23.11.2015

Was kennt der Durchschnitts-Kinogänger von heute aus der deut­schen Filmgeschichte? Vermutlich „Die Feuerzangenbowle“. Doch schon bei Fritz Langs epochalem Krimiklassiker „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ dürfte es kritisch werden. Und von „Menschen am Sonntag“, „Abschied von gestern“ und „Solo Sunny“ wollen wir erst gar nicht reden. Oder doch?

Die beiden Filmenthusias­ten Michael Althen (FAZ) und Hans Helmut Prinzler (Akademie der Künste) wollten der Geschichtsvergessenheit nicht länger tatenlos zusehen und haben eine Passage durch die mittler­weile 113-jährigen Kinohistorie Deutschlands zusammenge­stellt. Rund 250 Filme wur­den in die 100-minütige Dokumentation gestopft: die meisten huschen eiligst als Blitzlichter vorüber, amüsant verschränkt zu Themenblöcken übers Rauchen oder Telefonieren.

Ein paar andere werden, ausgewählt von heutigen Filmkünstlern, einer etwas genaueren Betrachtung unter­zogen. Dabei kommt hie und da Obskures wieder zum Vor­schein; Regisseur Dominik Graf knöpft sich etwa Klaus Lemkes längst vergessene Alltagsstudie „Rocker“ aus den frühen siebziger Jahren vor. Im Großen und Ganzen aber geht’s ums Basiswissen: Tom Tykwer schwelgt in „Nosferatu“, Andreas Dresen empfiehlt Käutners „Unter den Brücken“, Michael Ballhaus „Die Ehe der Maria Braun“, bei dem er selbst hinter der Kamera gestanden hat.

Intimen Filmkennern bietet das zwar nichts bahnbrechend Neues; auch wird manches, etwa das Kino der DDR, arg gewaltsam vereinfacht. Die zum rhythmisch virtuosen Doku-Gedicht montierten Statements und Filmschnipsel sorgen trotzdem für glänzende Unterhaltung. Und wer vom Kino vor Bully und Bernd Eichinger nur eine vage Ahnung hat, sollte – sofern nicht völlig borniert – aus dem Staunen nicht herauskommen.

So oder so macht der Film große Lust darauf, diese oder andere Oldies mal (wieder) in voller Länge auf Leinwand zu sehen. Ein Anlass ist auch schon in Sicht: Ende dieses Jahres wird das Kino in Tübingen 100.

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23.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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