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Die Mutter gibt Vollgas
Es ist viel los auf der Art Cologne. Foto: Gerda Meier-Grolman
Kunstmesse

Die Mutter gibt Vollgas

Die Kölner Art Cologne kann im 51. Jahr ihres Bestehens einen großen Erfolg melden.

26.04.2017
  • BURKHARD MEIER-GROLMAN

Köln. Kämpferisch, kraftstrotzend, selbstbewusst gibt sich die gerade für vier Tage in den Messehallen in Köln-Deutz eröffnete Art Cologne im 51. Jahr des Bestehens. Noch vor nicht langer Zeit hatte man der Mutter aller Kunstmessen kaum Überlebens- Chancen eingeräumt, vom internationalen Flair war wenig geblieben, die Konkurrenten in Basel, Chicago, Miami, London, Paris und Hongkong hatten die Kölner im Würgegriff. Bis der 1968 der in Zürich geborene und in den USA als Galerist tätige Daniel Hug das Sagen in Köln bekam.

Jetzt scheint die Art Cologne in Topform zu sein, denn sie hat 200 Kunsthändler aus allen Kontinenten eingeladen. Und sie brüstet sich damit, alle wichtigen Global Player, also jene unter dem Blue-Chip-Gütesiegel weltweit erfolgreich operierenden Galeristen, an Land gezogen zu haben.

Gerade wurde bekannt, dass die Basler Konkurrenz den Kölnern wieder ein Bein stellen will, weil sie anscheinend die Absicht hat, in Düsseldorf eine Art-Basel-Filiale zu etablieren. Hug fährt gegen die Basler Messemacher schweres Geschütz auf: „Kunstmessen sollten den Kunstmarkt reflektieren, spiegeln – und nicht beeinflussen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Wenn die Schweizer nun aber überall in der Welt Ableger gründen, dann haben sie eine solche Macht über den Kunstmarkt, dass das viel regionale Kultur verdrängt. Das ist auch eine Form von Kolonialismus.“

In den Deutzer Hallen bleibt dieses Ränkespiel allerdings außen vor, denn tatsächlich drängen sich in der Messehalle 11.2 all die großen Galeristen, die dem internationalen Kunstmarkt ihren Stempel aufdrücken und die die Millionen-Deals mit zeitgenössischer Kunst einfädeln. Hier sitzen sie Koje an Koje, die Werner, Zwirner, Templon, Hauser & Wirth, White Cube, Lam, Greve, Hetzler, Perrotin, Gagosian.

Bei der feilgebotenen Kunst in den Kojen ist ein endloses Name Dropping angesagt, Jeff Koons, Andy Warhol natürlich, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Damien Hirst, Neo Rauch, Georg Baselitz, Piene, Mack und Uecker, Roy Lichtenstein, Mario Merz, Lucio Fontana, Jannis Kounellis, Robert Rauschenberg, Claes Oldenburg und und und . . . Mit dem Ergebnis, dass meist nur über sechsstellige Beträge gesprochen wird. Die meisten Preise sind erst bei Nachfrage zu erhalten.

Auf hohem Niveau präsentiert sich die Abteilung Klassische Moderne. Henze & Ketterer bietet Kirchners Ölbild von 1925 „Bauer, einen Schubkarren ziehend“ für 3,6 Millionen Euro an, die Münchner Galerie Thomas das Kleinformat „Bacchus unter einem Baum“ von August Macke.

Vor allem in den Kojen der jungen Galerien gibt's Trouvaillen, die sich Kunstliebhaber mit kleineren Portemonnaies leisten könne. So bietet die Dätzinger Galerie Schlichtenmaier für 700 bis 900 Euro Serigraphien und Farblithos von Horst Antes oder Georg Karl Pfahler an.

Burkhard Meier-Grolman

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26.04.2017, 06:00 Uhr

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