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Dreitägiges Fest zum Auftakt

Die Nehrener Musikantenscheune ist fertig und wird am Wochenende bespielt

Die Zeiten, in denen der Musikverein für die Kirbe mühsam ein Zelt aufbauen musste, sind vorbei: Fortan sind solche Veranstaltungen in der neuen Musikantenscheune im Hauchlinger Gärtle. Eröffnet wird diese am jetzigen Wochenende mit Programm an drei Tagen.

27.06.2014
  • Gabi Schweizer

Nehren. Karl-Heinz Nill kommt mit einem Lieferwagen voller Holzbretter zum Pressetermin draußen in der Musikantenscheune: Letzte Arbeiten gilt es noch zu verrichten – die Theke ist noch nicht fertig. Aber fast alles andere. Die Atmosphäre ist rustikal, die Einrichtung einfach. Die Musikantenscheune sollte nie eine luxuriöse Halle werden, sondern immer ein zweckmäßiger Bau für große Veranstaltungen. Entworfen wurde er von Andreas Neuscheler, aufgestellt innerhalb eines Jahres. Das Gebäude bietet Schutz vor Regen, aber nicht vor Kälte – eine Heizung etwa gibt es nicht. Der Boden ist mit Pflastersteinen ausgelegt. Ein kleiner Raum eignet sich zugleich als Vereinszimmer und als Backstage-Bereich. Über der Bühne hängt ein Bild mit der Aufschrift „Naihre loht se haire“, gerahmt von landwirtschaftlichem Gerät. Auf der Toilette steht nicht „Frauen“, sondern „Weiber“.

Insgesamt 5000 ehrenamtliche Arbeitsstunden haben die Vereinsmitglieder geleistet – sonst wäre die Baustelle mit 160 000 bis 170 000 Euro nicht zu stemmen gewesen. Von den Kosten übernahm die Gemeinde 49 000 Euro. Der Baugrund wurde von einem Mitglied gestiftet, etliche Handwerker spendierten Material oder erledigten auch mal was umsonst. 100 000 Euro musste der Verein als Kredit aufnehmen.

Einige Rentner bildeten den harten Kern der Helfer. An den Wochenenden halfen auch die Berufstätigen mit. Die Arbeitsteilung war dabei recht traditionell, denn hauptsächlich waren es Männer, die bauten, während die Frauen sich ums Essen und Putzen kümmerten. Am Anfang, ja, da hätten auch einige Frauen auf der Baustelle geschafft, erzählt der Musikvereinsvorsitzende Karl-Heinz Nill. Und lässt durchblicken, dass ihm dabei unbehaglich war: „Wenn dann was passiert...“

Es ist aber nicht passiert – im Gegenteil, die Baustelle ist gut verlaufen und sogar in kürzerer Zeit als ursprünglich geplant. Eigentlich sollte sie erst im Juli beendet sein. Aber dann gab es einen konkreten Anlass zur Eile: Der Musikverein hatte im Herbst zugesagt, bei einer Veranstaltung mit Bernhard Bitterwolf zu bewirten. Diese fiel dann aus, der neue Termin wurde auf kommenden Samstag festgesetzt. Was für den Musikverein ein Anlass war, aus jenem Wochenende ein dreitägiges Eröffnungsfest zu machen.

So kurz die Bauzeit war, so lang zog sich in der Vergangenheit die Suche nach einem Standort hin. Nachdem auf dem Festplatz das Pflegewohnheim erbaut worden war, fiel dieser für die Kirbe aus. Ohnehin war dem Verein der jährliche Zeltaufbau zu aufwändig geworden. Jetzt ist Nill hochzufrieden mit der Lösung. Die Musiker wollen neben ihrer Kirbe noch eine weitere größere Veranstaltung im Jahr machen, und auch die Jugend soll die Scheune nutzen dürfen. Die Lärmschutzauflagen besagen, dass an nicht mehr als zehn Tagen pro Jahr bis um Mitternacht Musik ertönen darf. Weil beispielsweise nicht alle Kirbe-Tage bis in den späten Abend gehen, bleiben nach Nills Schätzung an die vier, fünf Tage für andere Nehrener Vereine übrig. Auch über die Miete soll das Gebäude finanziert werden.

Die Nehrener Musikantenscheune ist fertig und wird am Wochenende bespielt
Der letzte Schliff fehlte am Dienstag noch, aber pünktlich zur heutigen Eröffnung ist die Nehrener Musikantenscheune fertig geworden – früher als ursprünglich geplant. Das Gebäude beherbergt neben dem Veranstaltungs- und Vereiensraum auch eine Industrieküche (links), in der eine große Dunstabzugshaube dafür sorgt, dass die Helfer/innen an Friteuse und Steak-Bräter deutlich wohlriechender als früher ihre Schicht beenden können. Bild: Rippmann

Die Musikantenscheune wird am Freitag um 19 Uhr eröffnet, dabei spielt der Musikverein. Anschließend tritt die Bla-Bli-Bla-Blasmusik aus dem Schwarzwald auf. Am Samstag ab 20 Uhr gibt es Musik, Gesang und Comedy von Bernhard Bitterwolf und der Gruppe HeilixBlechle (in Kooperation mit dem Förderverein Schwäbischer Dialekt). Der Eintritt hierfür kostet 10 Euro, am Freitag und Sonntag ist er frei. Der „Tag der offenen Scheunentür“ am Sonntag beginnt um 11 Uhr. Es spielen neben den Gastgebern die Musikkapellen aus Mössingen, Wendelsheim und Bodelshausen. Parkplätze gibt es beim Friedhof. Die Musikantenscheune liegt auf der anderen Seite des Nordrings.

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27.06.2014, 12:00 Uhr

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