Wenn schon öko, dann auch echt

Die OGL diskutierte den Öko-City-Vorschlag mit Vordenker Holger Zimmermann (FD/FW)

Mitglieder der Offenen Grünen Liste (OGL) diskutierten zusammen mit FD/FW-Stadtrat Holger Zimmermann dessen Vorschlag, Horb als Öko-City zu entwickeln.

17.03.2010

Horb. Keine Frage, dass die Idee des Diplom-Wirtschaftsingenieurs, wie sie im Januar in der SÜDWEST PRESSE dargestellt wurde, bei den Grünen auf Neugier und Interesse stieß. Nun wollten sie wissen, wie ernst sie zu nehmen sei und ob ein gemeinsames Vorgehen denkbar wäre. Holger Zimmermann stellte nochmals dar, dass sein Ansatz zunächst der Horber Handel gewesen sei, dass es aber insgesamt für Horb Sinn machen würde, sich ein solches Alleinstellungsmerkmal zu geben. „Öko-City Horb? könnte ein Leitmotiv nicht nur für Handel und Gewerbe, sondern auch für alle zukünftigen Entscheidungen der Stadtverwaltung werden.

So wurden im Gespräch zunächst einmal Voraussetzungen gesammelt, die diese Entwicklung begünstigen könnten ? und man fand viele: Horb als ländliches Mittelzentrum in reizvoller Lage. Horb als bevorzugter Wohnort für Freiberufler, das heißt eine kreative Klasse mit Qualitätsanspruch für das tägliche Leben. Horb mit seinen vielen Teilorten, teils noch bäuerlich geprägt und von hoher Güte für gesunde Lebensweise durch Hofläden und reichliche Freizeitgestaltung in der Natur.

Auch war man sich einig, dass es bereits Einrichtungen gibt, die dem Label Öko-City schon jetzt gerecht werden. Es gibt den zentralen selbstverwalteten Kulturort „Kloster? mit angehängter Kulturkneipe nach Öko-Kriterien. Es gibt einen zentralen und prämierten Bio-Laden in der Innenstadt. Es gibt im Handel erste engagierte Bemühungen in Richtung Handarbeit und Naturtextilien. Es gibt einen Reparaturbetrieb für Elektro und Elektronik mit Beratung zum Energiesparen. Es gibt schließlich das Grün-Projekt, in dem die Natur des Neckartals wieder erlebbar gemacht wird. Es gibt erste Ansätze der Eigenstromgewinnung, wobei das Neckar-Kraftwerk als Markstein zu sehen ist und die Wasser- und Fischbestände nicht verschlechtert, sondern verbessert werden.

Natürlich wurden auch die Defizite gesehen, vor allem beim Thema Verkehr. Aber das könnte ja das Spannende an dem Prozess sein, wie man Schritt um Schritt die Ökologie in der Stadt aufwerten kann. Wie nach dem Bau der Brücke die Unterstadt fußgängerfreundlich gestaltbar wird, wie ein Radwegenetz auch unter Mitbenutzung der Brücke die Mobilität verändert und wie ein besserer ÖPNV den Autoverkehr und den Parkplatzbedarf reduzieren könnte. Das Motto „pfiffig grün? sollte schließlich alle erfassen, egal ob Gemeinderat und Stadtverwaltung mit Solar-Bauleitplänen und Energie-Beratung, ob Industrieansiedler mit Produkten in der Öko-Branche, ob Duale Hochschule mit Studiengang „Nachhaltig?. Sie alle könnten eines Tages ihren Briefkopf mit dem Label „Öko-City Horb? zieren. Matthias Ertel von der OGL betonte: „Wenn schon öko, dann auch echt?. Der Unternehmensberater Holger Zimmermann hatte damit kein Problem, im Gegenteil: „Es muss echt sein, sonst wäre es nur von kurzer Dauer?. Der Prozess solle keine starre Organisation bekommen, sondern locker und kreativ sein. Schließlich müsse es ein Selbstläufer werden, in den sich jeder unabhängig auf seinem Gebiet einbringt. In etwa zwei Monaten will sich die Gruppe wieder treffen um sich auszutauschen über die Erfahrungen in der Öffentlichkeit und um konkrete Maßnahmen vorzustellen.

Zum Artikel

Erstellt:
17. März 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
17. März 2010, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. März 2010, 12:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen