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Die Platanenallee ist längst zum Treffpunkt junger Leute geworden / Jetzt wird die Stadt aktiv
Junge Leute sollen sich auf der Platanenallee treffen, aber nicht so laut sein, dass es die Anwohner nervt. Archivbild: Renz
Gegen den Lärm auf der Allee

Die Platanenallee ist längst zum Treffpunkt junger Leute geworden / Jetzt wird die Stadt aktiv

Alles so schön ruhig hier zur Zeit auf der Platanenallee. Das ist aber auch kein Wunder: Die Nächte sind frostig. Es ist nicht die Jahreszeit, in der man sich auf Parkbänke setzt und Bier trinkt.

07.12.2016
  • Sabine Lohr

Aber der nächste Sommer kommt bestimmt. Und damit der nicht so wird wie der vergangene und der vorvergangene, schreitet die Stadtverwaltung nun zur Tat. Sie will für nächtliche Ruhe sorgen auf der Allee.

Die hat sich in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Treffpunkt junger Leute entwickelt. An Sommerabenden treffen sich hier ganz verschiedene Grüppchen: Schüler, Studenten, Angestellte, Arbeitslose. Sie kommen, so berichtete Ordnungsamts-Chef Rainer Kaltenmark am Montag im Verwaltungsausschuss, nicht nur aus Tübingen: „Man verabredet sich dort auch zu Partys, da stoßen viele von auswärts dazu.“

Die meisten, die sich auf der „Plata“ treffen, sind friedlich, aber trotzdem laut. Sie schwätzen und lachen, sie rufen sich was zu, man ist lustig und fröhlich. Der Alkohol verstärkt die gute Laune – und die Rücksichtslosigkeit gegenüber den Anwohnern, die ihre Ruhe wollen und nicht schlafen können. Es läuft auch laute Musik – aus Bluetooth-Boxen, die zwar klein sind, aber ordentlich Power haben. Manche der Gruppen sind aber weniger friedlich, es kommt immer mal wieder zu handfesten Auseinandersetzungen und zu Geschrei.

Bei der Stadt sind vier Mitarbeiter im „Kommunalen Ordnungsdienst“ beschäftigt. Sie sollen für Ruhe sorgen – nicht nur auf der Platanenallee, sondern auch vor dem Bahnhof, im Anlagenpark, auf dem Europaplatz, im Botanischen Garten, vor der Stein-lach-Unterführung und anderswo. Im vergangenen Sommer, so Kaltenmark, waren aber immer nur zwei dieser Mitarbeiter im Einsatz. Die anderen seien auf Fortbildung gewesen, krank oder gleich ganz ausgeschieden.

Zwei Ordnungshüter gegen grölende, betrunkene, unkooperative und gewaltbereite Störer seien aber viel zu wenig – und auch nicht zu verantworten. Was also tun?

Die Stadtverwaltung will nun vor allem massiver gegen Störer vorgehen – was der Verwaltungsausschuss unisono für gut befand. Zunächst mal sollen vier Ordnungshüter an den Samstagen in den wärmeren Monaten unterwegs sein. Und auch die Polizei habe zugesagt, so Kaltenmark, öfters präsent zu sein. Künftig sollen regelmäßig die Personalien von Störern festgestellt, Bußgelder verhängt, Platzverweise erteilt und auch Boxen und Verstärker beschlagnahmt werden.

Aber: „Kein noch so starker Ordnungsdienst wird derartige Probleme bewältigen können, wenn es nicht gelingt, etwas in den Köpfen der Menschen zu bewegen, bei ihnen mehr Bewusstsein für die Bedürfnisse der Mitmenschen zu erreichen“, so Kaltenmark. Darum sollen die abendlichen Plata-Besucher durch Schilder darauf hingewiesen werden, dass es hier auch Anwohner gibt. „Die Neckarfront ist bewohnt und nicht nur eine Fassade“, sagte der Ordnungsamts-Chef – und will das auch jenen sagen, die bisher keinen Gedanken daran verschwendet haben oder denen es egal ist.

Nicht nur die Schilder, sondern gleich eine ganze Kampagne soll eine Werbe-Agentur entwickeln. Und schließlich soll es auch ein Präventionsprojekt auf der Platanenallee geben. Wie das aussehen soll, wird im Januar dem Sozialausschuss vorgestellt.

Kaltenmark warb um Verständnis auch bei den Anwohnern der Allee: „Wer die Urbanität schätzt und mitten in der Altstadt wohnt, muss auch akzeptieren, dass eine Studentenstadt zuweilen pulsiert.“ Die Erste Bürgermeisterin Christine Arbogast wies darauf hin, dass der Lärm auf der Platanenallee ein Problem sei, „das wir nie zur Zufriedenheit aller lösen können“. Es müssten Kompromisse geschlossen werden, mit denen alle leben können. Und es dürfe nicht nur Repressalien geben. Eine Sperrung der Allee käme für sie jedenfalls nicht in Frage.

Gleichwohl zog Ingrid Fischer (CDU) eine Sperrung in Betracht, wenn Kontrollen und Aufklärung nichts nützen. Dietmar Schöning (FDP) war skeptisch, ob die Maßnahmen etwas bringen, stimmte aber dennoch einem Versuch zu. Alle anderen Fraktionen gaben ebenfalls ihr Okay.

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07.12.2016, 01:00 Uhr

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