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Die Polizei hadert mit der Horror-Hysterie
Ein Horror-Clown. Symbolbild: nito - Fotolia
Grusel-Clown in Gomaringen?

Die Polizei hadert mit der Horror-Hysterie

Angst vor Maskierten führt zu zahlreichen Falschmeldungen in der Region.

26.10.2016
  • Eike Freese

Seit dem vergangenen Wochenende häufen sich in der Region Berichte über so genannte „Horror-Clowns“. Allein am vergangenen Samstag zählte das Reutlinger Präsidium neun angebliche Vorfälle, meldet Polizeisprecher Josef Hönes – und in den Sozialen Medien geisterten noch mehr Berichte umher.

Genau das ist derzeit das größere Problem für die Beamten: Zahlreiche Geschichten erwiesen sich bislang als falsch, fingiert oder übertrieben. Die Dienststellen hadern in der Praxis derzeit mehr mit einer mittelgroßen Clown-Hysterie als mit wirklichen Gruselgestalten: „Verletzt wurde niemand und auch gesehen haben wir noch keinen einzigen Horror-Clown“, sagt der Polizeisprecher. Nicht wenige 110-Anrufer legten auf, wenn sie nach ihrem Namen gefragt würden.

Derzeit geistert etwa eine durchaus gekonnt formulierte Falschmeldung durchs Internet, die von drei Maskierten in Bad Urach berichtet, die in eine Prügelei mit einem vermeintlichen Opfer geraten sein sollen. „Solche Meldungen machen Angst“, so Hönes: „Aber man sollte sich schon die Mühe machen, zu prüfen, ob sie aus einer verlässlichen Quelle stammen.“

Anfang der Woche habe eine Mutter aus Pfullingen angerufen: Ob die Tochter nun überhaupt noch zur Schule gehen solle – das Mädchen habe schließlich ein Bild von einem angeblichen Horror-Clown in der Stadt auf ihr Smartphone bekommen. „Woher das kam, wissen wir nicht – aber wir haben keine entsprechenden Vorfälle gehabt“, sagt Hönes. Auch in Mössingen hat die Polizei – aus dritter Hand – von einem vermeintlichen Clown erfahren. Die Streifen fuhren umher, gefunden wurde nichts – auch kein möglicher Augenzeuge.

Ernstzunehmender ist möglicherweise ein Handy-Anruf aus Gomaringen: In der Nacht zum Sonntag, so der Anrufer, habe er um kurz nach Mitternacht einen Clown mit einem Baseball-Schläger in der Nähe vom Einkaufs-Areal an der Tübinger Straße gesichtet. Als Fakt bestätigen will Hönes aber auch diesen Vorfall nicht.

Sicher ist: Am kommenden Montag feiern zahlreiche junge Leute Halloween, das Import-Fest mit Gruselcharakter. „Es ist möglich, dass sich bis dahin noch ein paar Idioten auf den Weg machen“, sagt Hönes. Die Beamten hoffen, dass die Überspanntheit beiderseits danach so schnell verschwindet, wie sie gekommen ist: „Schließlich fing das alles erst an diesem Wochenende an“, so Hönes. „Davor war hier gar nichts.“

Das LKA rät: „Provozieren Sie den Clown nicht“

„Clown-Sein hat Grenzen“beginnt eine aktuelle Information des LKA, die maskierte Täter darauf hinweist, dass auch Schein-Angriffe Straftaten sind – von Bedrohung, Körperverletzung und Sachbeschädigung zu schweigen. Augenzeugen, so das Kriminalamt, sollten nicht zögern, auch nur bei Verdacht die Polizei zu rufen – nicht aber selbst handgreiflich werden.

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26.10.2016, 01:00 Uhr

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