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Die Pusteblume blüht wieder
Bernd Sauer (Mitte) bringt mit Sylvia und Michael Neumeister das Wasserspiel der Pusteblume in Gang. Foto: Ferdinando Iannone
Wasserspiele

Die Pusteblume blüht wieder

Ein Handwerker-Trupp nimmt die 140 Brunnen der Landeshauptstadt in Betrieb. Bis Mitte Mai sollen sie alle wieder sprudeln. Für den Unterhalt gibt das Rathaus 650 000 Euro aus.

07.04.2017
  • RAIMUND WEIBLE

Stuttgart. Die 75 Stangen mit den Düsen sind alle installiert. Es müsste nur noch eine Sache von Minuten sein, bis die Pusteblume, das auffälligste Wasserspiel in der Stuttgarter Königstraße, wieder „blüht“. Doch Überraschung: Als Bernd Sauer und Michael Neumeister das Wasser freigeben, stellt sich heraus, dass ein Schieber in der Technikkabine ein Leck hat. „Ein Frostschaden“, konstatiert Sauer, seit Jahren der städtische Brunnenbeauftragte.

Wegen des kaputten Schiebers fällt die für den Vormittag vorgesehene Inbetriebnahme der Pusteblume flach. Und der Tagesplan von Sauer, Neumeister und dessen Frau Sylvia ist nur noch Makulatur. Doch sie sind es gewohnt, dass es immer wieder Probleme dabei gibt, die Brunnen und Wasserspiele in der Stadt zum Laufen zu bringen. 140 Anlagen wecken sie ab Anfang April aus ihrem Winterschlaf. Bis Mitte Mai, so lautet der Zeitplan, werden alle Brunnen und Brünnlein fließen.

Als erste sind die Brunnen in der City dran. Sie sollen alle bis Ostern sprudeln – der Brunnen am Alten Postplatz, der Hans-im-Glück-Brunnen in der Geißstraße, der Victoriabrunnen an der Kreuzung Büchsen-/Calwer Straße, der Marktplatzbrunnen. Doch auch andere Anlagen stehen vorne auf der Prioritätsliste. So wollen die Plieninger Landfrauen den Stützagassbrunnen am Hallgarten österlich schmücken. Und für sie ist es dann selbstverständlich, dass Wasser im Trog steht und aus den Speiern fließt.

Regelmäßige Inspektionen

Auch das Erbsenbrünnele in Bad Cannstatt erhält Osterzier und bekommt daher eine Vorzugsbehandlung. Den Namen hat es von der großen Erbse, auf der eine Buben-Figur steht. Vorbild dafür war kein Geringerer als der verstorbene Altbundespräsident Richard von Weizsäcker, der Stuttgarter Ehrenbürger.

Die Stadt Stuttgart legt großen Wert auf ihre Brunnenkultur und lässt sich das allerhand kosten. Für den Unterhalt, die Reinigung, die Reparaturen sowie für Wasser und Strom gibt das Rathaus jedes Jahr einen Betrag von 650 000 Euro aus. Im Winter ist beispielsweise das Gestänge der Pusteblume in der Werkstatt mit Lauge gereinigt worden. Denn im Laufe eines Jahres setzen sich am Metall Ablagerungen ab.

Regelmäßig inspiziert Sauer die Brunnen. „Wir schauen, dass die Anlagen in Ordnung sind. Denn dort, wo es schmuddelig ist, sammelt sich gleich noch mehr Müll an.“ Oft ist er unterm Jahr schon ganz früh am Morgen unterwegs, um Unrat zu beseitigen.

Zurück zur Pusteblume. Sauer benötigt Ersatz für den kaputten Schieber und der wird nicht so schnell kommen. Was tun? Das Gestänge möchte der Beauftragte, ohne dass die Blume Wasser spritzt, nicht allein lassen. Denn die Gefahr besteht, dass Kinder an dem Gestänge herumklettern und das Metall verbiegen. Da könnte der Schaden rasch in die Tausende gehen.

Sauer findet eine Lösung, die Pusteblume provisorisch in Betrieb zu nehmen. Neumeister schließt einen Wasserschlauch an und befüllt den Trog. Nach kurzer Zeit kann er die Umwälzpumpe einschalten, der Brunnen beginnt zu sprühen. Er läuft jetzt ohne die automatische Nachspeisung, die das verdunstete Wasser ersetzt. Doch die ist bei kühlem Wetter nicht so wichtig. Sauer: „Wenige Tage geht das auch so.“

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07.04.2017, 06:00 Uhr

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