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Festo zeigt neueste Entwicklungen

Die Raupe als Vorbild - das Glasfaserkokon

Die weltgrößte Industriemesse in Hannover wirft ihre Schatten voraus. Gestern präsentierte der Automatisierungstechniker Festo neue Entwicklungen.

07.04.2016
  • MIRIAM KAMMERER

Esslingen. Eine grün-schwarz gestreifte Raupe sitzt auf einem Blatt und baut sich ihren Kokon. Dabei spinnt sie Fäden frei im Raum, die Struktur ist textilähnlich. Experten von Festo sind überzeugt: Aus der Natur kann man viel lernen. So hat sich die Abteilung Bionic die kleine Raupe zum Vorbild genommen.

Elias Knubben, Leiter von verschiedenen Bionic Projekten bei Festo, erzählt, dass ein künstlich erstellter Kokon zunächst am Computer entsteht. Der Kokon kann in Größe und Geometrie nach eigenen Wünschen gestaltet werden. Der Bauprozess erfolgt mit Hilfe eines Roboters. Der Kokon wird aus Glasfasern gegossen, die gleich beim Bau mit Harz infiltriert und mit UV-Licht gehärtet werden. Ergebnis ist ein stabiles Gebilde.

Der Kokon, den Festo auch auf der Hannover Messe präsentieren wird, ist kein Spielzeug für Erwachsene. Elias Knubben sieht Anwendungsmöglichkeiten als Möbelstücke, bei Gebäuden oder als Skelett in Betonbauteilen.

Daneben werden die Automatisierungstechniker des Esslinger Unternehmens die neuesten Entwicklungen in Sachen Industrie 4.0 zeigen. Michael Hoffmeister, Portfoliomanager Software, zeigt an einem Beispiel, was Vernetzung bedeutet.

Eine Verkehrsampel ist kein 4.0-Produkt. Sie leuchtet rot, gelb und grün und regelt den Verkehr. Ist die Ampel aber vernetzt, ergeben sich mehrere Möglichkeiten: Das ebenfalls vernetzte Auto wählt eine andere Route, um eine grüne Welle zu erwischen. Darüber hinaus könnte ein Auto optimal bremsen, wenn es schon vorher weiß, dass die Ampel gleich rot wird.

Die Folgefrage, die sich für Hoffmeister daraus ergibt, ist, was Kunden für eine grüne Welle zahlen würden. Festo versucht mit solchen Fragestellungen 4.0 Anwendungen zu entwickeln, die den Maschinenbauern und den Endkunden nutzen bringen.

Die Esslinger sind Weltmarktführer in der technischen Aus- und Weiterbildung und statten Schulen komplett mit ihren Lernfabriken aus. Zum Beispiel die Berufsschule in Göppingen. "Wir entwickeln Lernsysteme, die ein Abbild der realen Situation sind", sagt Thomas Lichtenberger, Geschäftsführer Festo Didactic in den USA und Kanada. Auch eine solche Lernfabrik ist in Hannover zu sehen.

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07.04.2016, 06:00 Uhr

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